MENÜ

Den Teufel am Hintern geküsst

BRD 1993, 16 mm, Farbe, 92 Min.

      Ich hab ja keinen neues Stil entwickelt, ich hab ja nichts Neues in die Musik gebracht, sondern ich hab aus der Masse, aus dem Teig, der schon da war, ein neues Brötchen gebacken. Aber keine neue Form von Brötchen, es gab vorher schon welche, und den Teig gab's auch schon, es gab alles schon. Ich bin ein richtiger Gebrauchsmusiker. Norbert Schulze, 1992 Unterhaltende Musik sagt und das, was wir uns getrauen, in irgendeiner Form selber sagen zu können. Sie spricht zu uns und aus uns. Darin liegt ihre spontane Wirkung, darin begründet sich aber auch ihre besondere Verantwortung. Gerade die unterhaltende Musik ist zu einer moralischen Haltung verpflichtet, weil sie uns wie keine andere unmerklich und augenblicklich zu beeinflussen vermag." Jospeh Wulf, Musik im Dritten Reich, 1983 (1966) Das war eben Anpassung Norbert Schultze, 1992 Norbert Schulzes Karriere wäre ganz anders verlaufen, wenn es keinen NS-Staat gegeben hätte. Mit dem Erfolg seiner ersten Oper "Schwarzer Peter" an der Hamburger Staatsoper 1936 war der junge Komponist den Nationalsozialisten aufgefallen. Sein unaufhaltsamer Aufstieg begann. "Lili Marleen" ging damit um die Welt, Lale Andersen wurde damit berühmt, "Bomben auf England" und "Führer befiehl" sang die Wehrmacht von Calais bis Stalingrad. Die bedeutendsten Propagandafilme - von "Feuertaufe" bis "Kolberg" vertonte Schultze. Als "gutes Mittelmaß" sieht sich der Komponist, als "Gebrauchsmusiker", der seinen Namen dem arischen Namen Schultze und dem Verschwinden der jüdischen Kollegen verdankt. Freimütig berichtigt er von allem, woran er sich erinnert. Seine erfolgreichsten Lieder singt und spielt Norbert Schulze selbst vor. Trotz seiner 82 Jahre erzählt er sehr anschaulich und lebendig, manchmal steht er mitten im Satz auf und begibt sich ans Klavier - so schildert er seine Begegnung mit Jospeh Goebbels, der neben ihm auf der Klavierbank sitzt und ihm zeigt, wie der Refrain von "Vorwärts nach Osten" am besten zu vertonen sei. Nach dem Krieg wandte sich der Komponist an einen Onkel in Amerika um Hilfe. Er bekam die knappe Antwort: "Du hast den Teufel am Hintern geküsst, das wischt dir keiner mehr ab!" Der Onkel - der Regisseur Richard Revy - hatte sich getäuscht. Norbert Schulzes Musikkarriere ging bruchlos und erfolgreich weiter. Die Amerikaner kannten und liebten "Lili Marleen" und waren dem Komponisten wohlgesonnen. Und in Deutschland stellte man wenig Fragen. "Ich haber erwartet, an die Wand gestellt zu werden, aber der deutsche Film hat nie nach meiner Vergangenheit gefragt", erzählt Norbert Schulze. Seine Biographie löst Staunen aus, sogar bei ihm selbst. In den fünfziger Jahren erobert er mit "Nimm mich mit, Kapitän" - von Hans Albers gesungen - alle Herzen im Sturm, die Musik zu etlichen Fernsehfilmen aus den sechziger und siebziger Jahren stammt von ihm. Er übernimmt hohe Funktionen innerhalb des Komponistenverbands, der Dramatikerunion und der GEMA. "Ich habe alles gern geschrieben. Musik ist überhaupt schön". - Er sieht seinen Platz am Klavier, wo die Unterschiede einfach sind: Weiß die Ganztonschritte, Schwarz die Halbtöne.

      Programm

      HARRIET - DER WEG IN DIE FREIHEIT

      "Filmreihe Vielfalt und Toleranz" In memoriam George Floyd - Gegen Rassismus!

      HARRIET - DER WEG IN DIE FREIHEIT

      Regie: Kasi Lemmons
      USA 2019, Farbe, 125 Min., dt. Fassung
      Darsteller: Cynthia Erivo, Leslie Odom Jr u.a.

      Fabrik Kino 1
      • So 09.08. 17:30 Uhr
      • So 09.08. 20:15 Uhr
      • Mo 10.08. 17:30 Uhr
      • Mo 10.08. 20:15 Uhr
      • Di 11.08. 17:30 Uhr
      • Di 11.08. 20:15 Uhr
      • Mi 12.08. 17:30 Uhr
      • Mi 12.08. 20:15 Uhr
      Spannende Filmabenteuer

      KinderKinoKiste

      Spannende Filmabenteuer

      vom 11.08. - 27.08.2020

      Fabrik Kino 1
      • Di 11.08. 15:00 Uhr
      • Do 13.08. 15:00 Uhr
      • Di 18.08. 15:00 Uhr
      • Do 20.08. 15:00 Uhr
      • Di 25.08. 15:00 Uhr
      • Do 27.08. 15:00 Uhr
      DIE SCHÖNSTEN JAHRE EINES LEBENS

      DIE SCHÖNSTEN JAHRE EINES LEBENS

      Regie: Claude Lelouch
      Frankreich 2019, Farbe, 90 Min.
      Darsteller: Anouk Aimée, Jean-Louis Trintignant u.a.

      Fabrik Kino 1
      • Do 13.08. 17:30 Uhr
      • Do 13.08. 20:15 Uhr
      • Fr 14.08. 17:30 Uhr
      • Sa 15.08. 17:30 Uhr
      • Sa 15.08. 20:15 Uhr
      • So 16.08. 17:30 Uhr
      • So 16.08. 20:15 Uhr
      • Mo 17.08. 17:30 Uhr
      • Mo 17.08. 20:15 Uhr
      • Di 18.08. 17:30 Uhr
      • Di 18.08. 20:15 Uhr
      • Mi 19.08. 17:30 Uhr
      • Mi 19.08. 20:15 Uhr
      2467 KM - EINE REISE  BIS INS SCHWARZE MEER

      "film & gespräch" - In Kooperation mit "Schnittstelle-Neustrelitz" u.VfKK e.V. - "Filmreihe MENSCH! NATUR!"

      2467 KM - EINE REISE BIS INS SCHWARZE MEER

      Regie: Anton Zabriskie mit Pascal Rösler (Initiator und Protagonist des Films)
      BRD 2017, Farbe, 58 Min.
      Pascal Rösler

      Fabrik Kino 2
      • Do 13.08. 20:00 Uhr
      • Sa 15.08. 20:00 Uhr
      2467 KM - EINE REISE  BIS INS SCHWARZE MEER

      "film & gespräch" - In Kooperation mit "Schnittstelle-Neustrelitz" u.VfKK e.V. - "Filmreihe MENSCH! NATUR!"

      2467 KM - EINE REISE BIS INS SCHWARZE MEER

      Regie: Anton Zabriskie mit Pascal Rösler (Initiator und Protagonist des Films)
      BRD 2017, Farbe, 58 Min.
      Pascal Rösler ist im kino !

      Fabrik Kino 1
      • Fr 14.08. 20:15 Uhr
      (M)OTHER

      In Kooperation mit CSD Neustrelitz / Queer-Strelitz e.V. u.VfKK. e.V "film & gespräch"

      (M)OTHER

      Regie: Antonia Hungerland, Die Regisseurin ist zu Gast!
      BRD 2018, Farbe, 92 Min.

      Fabrik Kino 1
      • Do 20.08. 19:00 Uhr
      NARZISS UND GOLDMUND

      NARZISS UND GOLDMUND

      Regie: Stefan Ruzowitzky
      BRD 2020, Farbe, 110 Min.
      Darsteller: Jannis Niewöhner, Sabin Tambrea u.a.

      Fabrik Kino 1
      • Fr 21.08. 17:30 Uhr
      • Fr 21.08. 20:15 Uhr
      • Sa 22.08. 17:30 Uhr
      • Sa 22.08. 20:15 Uhr
      • So 23.08. 17:30 Uhr
      • So 23.08. 20:15 Uhr
      • Mo 24.08. 17:30 Uhr
      • Mo 24.08. 20:15 Uhr
      • Di 25.08. 17:30 Uhr
      • Di 25.08. 20:15 Uhr
      • Mi 26.08. 17:30 Uhr
      • Mi 26.08. 20:15 Uhr
      BLUE NOTE - A STORY OF MODERN JAZZ

      "Kino zum Zuhören" - "Reihe Künstlerporträts"

      BLUE NOTE - A STORY OF MODERN JAZZ

      Regie: Julian Benedikt
      BRD/USA 1997, Farbe, 93 Min., teilw. OmU

      • Fr 21.08. 20:00 Uhr
      • Sa 22.08. 20:00 Uhr
      BERLIN, ALEXANDERPLATZ

      BERLIN, ALEXANDERPLATZ

      Regie: Burhan Qurbani
      BRD 2020, Farbe, 183 Min.
      Darsteller: Welket Bungué, Jella Haase, Albrecht Schuch, Joachim Król u.a.

      • Do 27.08. 19:00 Uhr
      • Fr 28.08. 19:00 Uhr
      • Sa 29.08. 19:00 Uhr
      • So 30.08. 19:00 Uhr
      • Mo 31.08. 19:00 Uhr
      • Di 01.09. 19:00 Uhr
      • Mi 02.09. 19:00 Uhr
      RIPLEY

      In Memoriam Ennio Marricone

      RIPLEY'S GAME

      Regie: Liliana Cavani, Musik: Ennio Marricone
      USA/Italien 2002, Farbe, 106 Min
      Darsteller: John Malkovich, Dougray Scott u.a.

      • Do 27.08. 20:00 Uhr
      • Fr 28.08. 20:00 Uhr
      • Sa 29.08. 20:00 Uhr