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MIT LINKS, MIT RECHTS UND DEM LEBEN DAZWISCHEN

Jutta Siebert

Eröffnung: 08.05.2026
Datum: von 08.5. bis 07.6.2026
Uhrzeit: Vernissage um 19.30 Uhr
Ort: Fabrik.Galerie

In leuchtendem Neonpink glimmt Zuversicht aus zwei Formationen hervor: Während sich die eine noch zögerlich und beinahe scheu im Hintergrund hält, entfaltet die andere im Vordergrund – geborgen in einer nestartigen Struktur – bereits spürbare Beweglichkeit und Präsenz.

Im informell geprägten Gemälde „Unbeirrbar zuversichtlich“ von Jutta Siebert sind es gerade diese gesprühten, leuchtenden Akzente, die in einen stillen Dialog mit der gestisch aufgeladenen Malerei treten und jene Zuversicht vermitteln – selbst dann, wenn sich ein dunkles, bedrohlich wirkendes Blau über die Szene legt.

Die sinnliche Freude am malerischen Spiel, das zugleich tastendes wie kraftvolles Experiment ist, wird hier deutlich sichtbar und verweist auf die charakteristische Arbeitsweise der Künstlerin. Diese hat sich auch aus ihrer Biografie heraus entwickelt: Als umfunktionierte Linkshänderin arbeitet sie heute abwechselnd mit beiden Händen, mitunter sogar gleichzeitig. Während sie die rechte Hand als kontrolliert erlebt, agiert die linke ungestüm und agil im zeichnerischen Dialog.

Die aktuelle Ausstellung vereint Werke der letzten sechs Jahre, die auf den ersten Blick sehr verschieden erscheinen: Figürliche Darstellungen stehen informell-gestisch gemalten Arbeiten gegenüber und treffen auf Werke, die durch Schichtungen in Wachs ihr Tableau aufbauen.

Was sie jedoch verbindet, ist eine gemeinsame Haltung der Reduktion. Diese zeigt sich sowohl in der bewussten Auswahl der Materialien als auch in der sparsamen Informationsgabe durch die Künstlerin. Das kommt den Arbeiten und ihrer Rezeption zugute: Es entstehen offene Räume, in denen der Betrachter selbst zum Akteur wird – eingeladen, eigene Assoziationen zu entwickeln und die Werke individuell zu erschließen.

Wenn sich Figuren im Bildraum zeigen, orientieren sie sich nicht an realen Vorbildern. Vielmehr erscheinen sie als kreatürliche Formen im weitesten Sinne – weder Mensch noch Tier – und entstehen aus der suchenden Linie und Fläche heraus. Sie treten kurz hervor und entziehen sich zugleich wieder in den Schichten der Übermalungen. Fragilen Ideen gleich tauchen sie aus einem Bildkontinuum auf, in dem sich Kommunikation, Erinnerungen und Gefühle verdichten; andere wirken gefangen in Leere und Isolation.

Auch die Wachsarbeiten bewegen sich in diesem Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Entzug: Durch mehrere, unterschiedlich bearbeitete Lagen – mit Tusche, Zeichnung und farbigen Ritzungen – eröffnet sich ein vielschichtiges, spannungsreiches Bildfeld, dem sich Betrachtende kaum entziehen können.

Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 8. Mai 2026, um 19:30 Uhr ist die Künstlerin in der Galerie für gegenwärtige Kunst anwesend und lädt zu einem Gespräch ein. Besucherinnen und Besucher erhalten so die Möglichkeit, gedanklich wie visuell in den vielschichtigen Kosmos ihres malerischen und zeichnerischen Schaffens einzutauchen.

Text: Marieken Matschenz

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