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GEOMETRISCHE WECHSELSPIELE UND MALEREI

Bernd Kommnick

Eröffnung: 12.06.2026
Datum: von 12.6. bis 12.7.2026
Uhrzeit: Vernissage um 19.30 Uhr
Ort: Fabrik.Galerie

Beim Betrachten von Bernd Kommnicks Werk „Trilogie“ wird rasch deutlich, dass man es nicht mit einem einzelnen Bild zu tun hat, sondern mit dem fein austarierten Zusammenspiel dreier eigenständiger Leinwände: unterschiedlich in ihrer Länge, vereint jedoch durch dieselbe Höhe und eingefasst in einen gemeinsamen Rahmen. So entstehen drei autonome Bildkörper, die erst im Miteinander ihre volle Bedeutung entfalten – ganz im Sinne einer Trilogie, deren Teile voneinander leben und zugleich untrennbar miteinander verbunden sind.

Kommnick orchestriert diese Dreigliederung mit einem außergewöhnlich feinen Gespür für Rhythmus und Proportion. Die unterschiedlich dimensionierten Flächen stehen in einem beinahe dem goldenen Schnitt entsprechenden Verhältnis zueinander – jenem seit der Antike beschriebenen Maß harmonischer Ordnung, das bis heute als Inbegriff stiller Schönheit gilt.

Auf den rauen Grund des Leinens legt der Künstler transparente Farblasuren von großer Zartheit. Erdige Töne bestimmen die Komposition: Sand, Schiefergrau, gedämpftes Blau und warmes Gelb erinnern an Landschaft, Stein und Licht. Die Farben scheinen dabei nicht abgeschlossen auf einer Fläche zu ruhen, sondern wandern wie leise Echos von Leinwand zu Leinwand. Aus dem Sandgrau steigt ein schieferblaues Grau empor, während in den schimmernden Grautönen der kleinsten Bildfläche wiederum Spuren des warmen Sandtons aufleuchten. Die quadratische gelbe Fläche schließlich wird von einem vibrierenden Rot durchdrungen, das raffiniert an den Seiten des Keilrahmens hervortritt und dem Werk ein beinahe geheimnisvolles Leuchten aus der Tiefe verleiht. Und selbst unter dem Gelb bleiben die kühlen schieferblauen Nuancen spürbar gegenwärtig – wie ein verborgenes Echo.

So erweist sich Bernd Kommnick als Meister der leisen Übergänge, der subtilen Details und der fein austarierten Harmonie. Seine Arbeiten entfalten ihre eigentliche Kraft weniger im schnellen Blick als in der persönlichen Begegnung – dort, wo Farbe, Material und Rhythmus beginnen, ihre stille Poesie zu entfalten und auf Betrachteraugen treffen, die bereit sind, sich auf diese Nuancen einzulassen.

In der Ausstellung „Geometrische Wechselspiele und Malerei“, die am Freitag, den 12. Juni um 19.30 Uhr eröffnet wird, sind es jedoch nicht allein diese feinen Resonanzen zwischen den farbigen Leinwänden, die in ihren Bann ziehen. Auch Zeichnungen mit farbigen Buntstiftlinien entfalten einen beinahe musikalischen Rhythmus auf dem Papier, während stilisierte Formen von Papierfaltungen durch stille Eleganz und konzentrierte Schönheit überzeugen. Darüber hinaus entwickelt der Neubrandenburger Künstler aus weißen Pappen fragile plastische Gebilde auf seinen Bildträgern, deren Zwischenräume ein faszinierendes Spiel fein abgestufter Schatten hervorbringen – Schatten, die bis in tiefste Dunkelheiten reichen und an die japanische Ästhetik des „In’ei“ (陰翳), das Lob des Schattens, erinnern.

Der Neubrandenburger Künstler wird am Eröffnungsabend in einem Künstlergespräch Einblicke und Zugänge zu seinem vielschichtigen Werk geben. Danach bleibt den Besucherinnen und Besuchern vier Wochen Zeit, in ein Œuvre einzutauchen, das sich jeder schnellen Vereinnahmung entzieht. Denn Kommnicks Arbeiten verlangen kein lautes Staunen – sie öffnen vielmehr Räume der Wahrnehmung, in denen Licht und Schatten, Fläche und Stille, Farbe und Form zu einer seltenen, kontemplativen Schönheit finden. Wer sich auf diese Werke einlässt, entdeckt eine Kunst, die nicht nur betrachtet, sondern innerlich erfahren werden will.

Text: Marieken Matschenz

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