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Siegerfilme des diesjährigen Neustrelitzer Naturfilmfestivals stehen fest
Zum siebten Mal wurden Publikumspreise an Kurz- und Langfilme vergeben

Das vom Verein für Kultur, Umwelt und Kommunikation e.V. und dem Nationalparkamt Müritz veranstaltete siebte Neustrelitzer Naturfilmfestival "Mensch! Natur" endete am Sonntag mit der Bekanntgabe der Publikumspreise. Den Preis für den besten Langfilm, der mit 1.000 Euro von der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz gesponsert wird, gewannen die Filmemacher Wim Wenders und Julian Salgado für ihren Film "Das Salz der Erde". Der Preis für den besten Kurzfilm, gesponsert vom Nationalparkamt Müritz und mit einem Preisgeld von 300 Euro verbunden, geht an die Kinder aus dem Hort des Arbeiter Samariter Bundes Neubrandenburg. Mitarbeitern der Medienwerkstatt des Latücht e.V. gestalteten den Kurzfilm gemeinsam mit der Kindergruppe. Ulrich Meßner, Leiter des Nationalparkamtes erklärte:"Dass der Preis für den Kurzfilm an die Kinder in Neubrandenburg geht, freut mich besonders. Es ist ein deutliches Signal, dass der Umgang mit Medien einen Zugang zur Natur schafft."

Der thematische Schwerpunkt des Festivals lag in diesem Jahr auf der Frage "Wie wollen wir leben?" und betrachtete den Umgang der Menschen mit der Natur. Insbesondere die Aspekte der Lebensmittelproduktion in verschiedenen Ländern der Erde wurden beleuchtet. Im Fokus einer Diskussion am Samstagnachmittag stand die regionale Lebensmittelproduktion und wie jeder einzelne von uns sich mit gesunden Produkten versorgt. Damit verbunden war am Sonntagvormittag eine Exkursion zur Lütten Meierie in Kratzeburg, mit anschließendem kulinarischem Erlebnis aus der regionalen Küche des Restaurants in der Alten Kachelofenfabrik.

Das Festival begann am Donnerstag mit dem französischen Film "Tomorrow" von Cyril Dion und Mèlanie Laurent. Die Filmemacher begeben sich rund um die Erde auf die Suche nach Lösungen für ein nachhaltiges Leben. Am Freitag eröffnete die Ausstellung "Terra", die Fotografie des Brasilianers Sebastiao Salgado vorstellt. Auch Kunst von jungen Leuten wurde gezeigt, die im Rahmen der Summerschool 2015 des Gymnasiums Carolinum die Themen Mensch und Natur aufarbeiten. Diese Ausstellungen sind noch bis zum 20. November in der fabrik.galerie für gegenwärtige Kunst zu sehen.

Das Festival brach in diesem Jahr wieder einen Besucherrekord. Mehr als 650 Gäste sahen sich die Filme im Kino an und etwa 250 Personen besuchten das Rahmenprogramm. "Wir sind mit dem Ergebnis und dem Verlauf des Festivals sehr zufrieden, zumal die Gäste wieder eindeutig eine Fortsetzung im nächsten Jahr wünschen", sagte Horst Conradt, der Chef in der Alten Kachelofenfabrik.

Foto 01: Horst Conradt und Ulrich Meßner präsentieren stolz das Plakat des Gewinners "Das Salz der Erde"
© Barbara Lüthi-Herrmann, Nationalparkamt Müritz


Foto 02: Das Publikum des siebten Neustrelitzer Naturfilmfestivals freut sich auch auf den Siegerfilm in der Kategorie Kurzfilme
© Barbara Lüthi-Herrmann, Nationalparkamt Müritz

 

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Nora Künkler

Dezernat Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung

Nationalparkamt Müritz
Schloßplatz 3
17237 Hohe

 

Begründungen für die Gewinner des Langfilms:

7. Neustrelitzer Naturfilmfestival MENSCH! NATUR! 2016

Den Publikumspreis für den Langfilm hat gewonnen der Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ von
Juliano Ribeiro Salgado und Wim Winders

Juliano Ribeiro Salgado, geboren 1974 in Paris, ist ein brasilianischer Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann von Dokumentarfilmen, der bei der Oscarverleihung 2015 zusammen mit Wim Wenders und David Rosier für den Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm für seine Arbeit bei Das Salz der Erde nominiert war.[1] Der Film gewann 2015 auch einen César als Bester Dokumentarfilm. Der Film erhielt außerdem weitere Auszeichnungen, darunter den Spezialpreis der Jury "Un Certain Regard" der Internationalen Filmfestspiele von Cannes sowie den Publikumspreis des San Sebastian Film Festivals.
Salgado wurde als Sohn des Fotografen Sebastião Salgado und der Pianistin und Architektin Lélia Wanick in Paris geboren. Er lebt in Berlin[3] und ist Vater eines Sohnes.

Wim Wenders, geboren am 14. August 1945 in Düsseldorf, ist ein deutscher Regisseur und Fotograf. Gemeinsam mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films gründete er 1971 den Filmverlag der Autoren. Seit 2003 ist er auch Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Wenders ist Regisseur von sehr vielen Spielfilmen, z.B. „Alice in den Städten“, „Im Lauf der Zeit“, „Paris, Texas“, „Der Himmel über Berlin“ oder „Palermo Shooting“. Aber er ist auch Regisseur von Dokumentarfilmen, z.B. „Tokyo Ga“ oder „Pina“.

Wim Wenders verfilmt gemeinsam mit seinem Kollegen Juliano Salgado in dem prämierten Film das Leben und die Arbeit des brasilianischen Fotografen Sebastiao Salgado. Das Lebenswerk von Salgado besteht aus Fotografien von unglaublicher Intensität und hoher ästhetischer Qualität. Es das Verdienst von Wim Wenders, diese Arbeiten uns, dem Publikum, so sehr nahe zu bringen, dass wir ergriffen sind von dieser Lebensleistung. Mit hoher Sensibilität porträtiert er den Fotografen Salgado und führt uns ein in seine Lebensauffassungen und Arbeitsweise. Das Verhältnis der Menschen zur Natur bzw. der Menschen zu unserem Planeten wird umfassend dargestellt. Von Salgados Kinder- und Jugendzeit über seine rastlose Zeit als Fotograf an vielen Brennpunkten dieser Welt: Hungersnöte, Kriege, Umweltzerstörungen allergrößten Ausmaßes bis hin zu seiner absoluten seelischen Erschöpfung. Um aus diesem Tief herauszukommen, fällt er die Entscheidung, mit dem Projekt „Genesis“ zu beginnen und zeigt unsere Erde von ihren schönsten Seiten bis hin zu der grandiosen Idee seiner Frau, die Ländereien seiner Kindheit, vor allem den gerodeten Regenwald, wieder aufzuforsten. 2,5 Millionen Bäume wurden gepflanzt und dem brasilianischen Staat als Nationalpark geschenkt. Darüber hinaus gründete er mit seiner Frau das „Instituto Terra“, das sich mit der weiteren Aufforstung der durch Rodung der Regenwälder versteppten Gebiete auch in anderen Teilen Brasiliens kümmert und sich gegen die Abholzung der Regenwälder insgesamt engagiert.

Das Publikum war fast einstimmig der Meinung, dass dieser Film das Verhältnis von Mensch und Natur „hervorragend“ behandelt. Deshalb geht der Publikumspreis 2016 für den besten Langfilm an die Regisseure von „Salz der Erde“.

Neustrelitz, 16. Oktober 2016

 

Begründungen für die Gewinner des Kurzfilms:

7. Neustrelitzer Naturfilmfestival MENSCH! NATUR! 2016

Den Publikumspreis für den Kurzfilm hat gewonnen der Animationsfilm

Ein wundersamer Sommertag

„Superkids !“  schrieb eine begeisterte Zuschauerin auf  ihren Stimmzettel.
Der Publikumspreis beim 7. Neustrelitzer Naturfilmfestival geht an junge Filmemacher in Neubrandenburg. Kinder aus dem Hort des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Neubrandenburg haben in der Latücht-Medienwerkstatt den Film „Ein wundersamer Sommertag“ produziert. Ihr einfühlsamer Film sensibilisiert für einen behutsamen  und respektvollen Umgang zwischen Menschen und Tieren. Viel Betrieb herrscht am Busch im Garten: Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen unterhalten sich über die Menschen. In diesem Fall über Menschen, die sie als Lebewesen akzeptiert und respektvoll behandelt haben. Aber war das alles  nur ein Traum?
Überwiegend schätzten die Zuschauer ein, dass der Film das Verhältnis zwischen Mensch und Natur hervorragend thematisiert.
Deshalb geht dieser Preis an die jüngsten Filmemacher, die wir je auf einem Festival hatten.

Neustrelitz, 16. Oktober 2016