fabrik.intro (November)

Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
im November erwartet Sie ein selten reichhaltiges Programm, auf das wir hier im Intro nicht in allen Einzelheiten ausführlich eingehen können. Sie werden die vielen Rosinen schon finden, aber neugierig machen müssen wir doch auf folgende Ereignisse: "Auf der Suche nach der verlorenen Utopie? Was unsere Gesellschaft zusammenhält" ist eine Filmseminarreihe (2., 16. und 23. 11.) in Kooperation mit der Evang. Akademie der Nordkirche: Prädikat: Auf keinen Fall versäumen! Und bitte anmelden!
Und dann die Filmreihe "100 Jahre Oktoberrevolution" u. a. mit der Stummfilmaufführung von "Panzerkreuzer Potemkin" mit Live-Musikbegleitung. (am 18. 11.). Und am 15. 11. kommt Peter Stephan Jungk mit seinem neuen Film "Auf Ediths Spuren" zu uns ins Kino - ein Film über seine jüdische Großtante, die eine der wichtigsten Spione der UdSSR und auch eine hervorragende Fotografin war, und am 19. 11. zeigen wir "In memoriam Bruno Schulz" den Film von Benjamin Geissler "Bilder finden": Wir erinnern zum 75. Jahrestag der Ermordung von Bruno Schulz zusammen mit 100 Kinos weltweit an diesen polnisch-jüdischen Schriftsteller und Maler. In diesem Zusammenhang weisen wir Sie ebenfalls hin auf die Lesung mit Eva Gruberová und Helmut Zeller und ihrem neuen Buch "Taxi am Shabbat - Eine Reise zu den letzten Juden Osteuropas" am 7. November. "Die Erinnerung darf nicht enden": Der November ist ein Monat für dieses Innehalten.
Alle weiteren Angebote, Ausstellungen, Lesungen, Filmreihen und die anderen cineastischen Perlen entnehmen Sie bitte diesem Informationsblatt.
Wir wünschen besinnliche Stunden in unserem Kulturzentrum.
fabrik.team
Ihr fabrik.team


kino 1

"Reihe Künstlerporträts"
AUGUSTE RODIN
Frankreich 2017, Farbe, 121 Min., dt. Fassung
Regie: Jaques Doillon
Darsteller: Vincent Lindon, Isia Higali u.a.
"Im Jahr 1880 erhält der französische Bildhauer Auguste Rodin seinen ersten Staatsauftrag, wobei seine talentierte Schülerin und spätere Geliebte Camille Claudell ihn bei jedem künstlerischen Schritt begleitet. Mit der radikalen Absage des Künstlers an die Tradition stößt er auf den Widerstand des Kunstbetriebs. Der Film stellt das künstlerische Schaffen selbst ins Zentrum, und es gelingt eine höchst außergewöhnliche Beschreibung des Suchens nach einer künstlerischen Form." (filmdienst)
(läuft vom 2. bis 8. 11. jeweils um 18 Uhr)

BARFUSS IN PARIS
Frankreich/Belgien 2016, Farbe, 83 Min., dt. Fassung
Regie: Dominique Abel, Fiona Gordon
Darsteller: Fiona Gordon, Dominique Abel u.a.
"Auf den Spuren ihrer Tante verlässt eine etwas unbedarfte Kanadierin zum ersten Mal ihrs Provinznest und reist nach Paris, wo sie in einem aufmerksamen Clochard einen eifrigen Gefährten findet. Clowneske Komödie als Liebeserklärung an Paris mit formvollendeten Hommagen an den klassischen Slapstick und Hollywood-Romanzen der 40er Jahre. Ein warmherziges Märchen für Erwachsene, das mitreißend den Glauben an die Macht des Lachens und der Mitmenschlichkeit beschwört." (filmdienst) Erinnert an Jaques Tati und Buster Keaton.
(läuft vom 2. bis 8. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

In Kooperation mit dem "Stasi-Haftanstalt Töpferstraße e.V.“
"film & gespräch"
ERICH MIELKE - MEISTER DER ANGST
BRD 2015, teilw. s/w, 96 Min.
Regie: Jens Becker, Marlen van der Duin
Biografisches Porträt des Stasi-Chefs Erich Mielke (1907 - 2000), der während seiner 32-jährigen Amtszeit das DDR-Mnisterium für Staatssicherheit zu einem monströsen Überwachungsapparat mit 91.000 offiziellen und 173.000 inoffiziellen Mitarbeitern ausbaute.
(läuft nur am 9. 11. um 19.30 Uhr mit anschl. Gespräch mit Marita Roichter, Leiterin der Außenstelle des BStU und Harald Terpe, Ex-MdB und Mitglied der "Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur".)

"100 Jahre Oktoberrevolution"
1917- DER WAHRE OKTOBER
Regie: Katrin Rothe
"Spannende Annäherung an die Ereignisse der russischen Februar- und Oktober-Revolution 1917 aus der Sicht von fünf Künstlern: Aufzeichnungen und Zeugnisse von Wladimir Majakowski, Kasimir Malewitsch, Maxim Gorki, Alexander Benois und Sinaida Hippius erweckt der Film mit Abstraktion und Animation, Lege- und Stopptrick, historische Filmaufnahmen und Archivmaterial zum Leben." (filmdienst)
(läuft vom 10. bis 14. 11. jeweils um 18 Uhr)

ON THE MILKY ROAD
Serbien/GB/USA 2016, Farbe, 125 Min.
Regie: Emir Kusturica
Darsteller: Monica Bellucci, Emir Kusturica u.a.
"Etwas mehr als zwei Stunden lang wird hier gelacht, getanzt, geliebt, musiziert und jede weitere Zuckung des menschlichen Daseins ausgekostet … All das verrührt Kusturica mit leichter Hand zu einem brodelnden Gebilde … und meldet sich nach langen Jahren der Abwesenheit mit einem herrlich bunten Film zurück, in dem er seine Fabulierkunst vergangener Zeiten einer gelungenen Frischzellenkur unterzieht." (kino-zeit.de)
(läuft vom 10. bis 14. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

"film & gespräch"
AUF EDITHS SPUREN
Österreich 2016, s/w u. Farbe, 91 Min., OmU
Regie: Peter Stephan Jungk
Edith Tudor-Hart war eine mutige Frau mit einer Mission. Ein Film über die Spionin und Fotografin sowie die Entdeckung eines Familiengeheimnisses. Edith Tudor-Hart rekrutierte einen der wichtigsten Spione des 20. Jahrhunderts. 1908 in Wien geboren, war die jüdische Großtante des Regisseurs Peter Stephan Jungk unter anderem Kommunistin, Montessori-Kindergärtnerin, Bauhaus-Schülerin und eine erfolgreiche Spionin des sowjetischen Geheimdienstes KGB. "Jungk gelingt in seiner Gestaltung ein vielseitiges und in seiner Dramaturgie ein fesselndes Porträt einer faszinierenden und widersprüchlichen Frau mit einem so spannenden wie unglücklichen Leben." (APA)
(läuft nur am 15. 11. um 19.30 Uhr mit anschl. Gespräch mit Peter Stephan Jungk)

"Filmreihe Vielfalt und Toleranz"
ALS PAUL ÜBER DAS MEER KAM
BRD 2017, Farbe, 97 Min.
Regie: Jakob Preuss
Aus einer zufälligen Begegnung in einem Flüchtlingscamp an der Küste Marokkos entsteht ein filmisches Tagebuch über Flucht und Migration von Afrika nach Europa. "Der Dokumentarfilmer Jakob Preuss begleitet einen Kameruner über zwei Jahre bei dessen Versuch, Asyl in Europa zu bekommen. Anhand wichtiger Stationen zeichnet sein Film den schwierigen Weg des Flüchtlings nach und wirft zwangsläufig Fragen nach der Verantwortung des Einzelnen auf." (filmdienst) "Nach diesem Film sieht man die 'Flüchtlingskrise' mit anderen Augen." (Hamburger Morgenpost)
(läuft am 16. und 17. und vom 20. bis 22. 11. jeweils um 18 Uhr)

"Filmreihe Vielfalt und Toleranz"
EINE FANTASTISCHE FRAU - UNA MUJER FANTASTICA
Chine/USA/BRD/Spanien 2017, Farbe, 104 Min., dt. Fassung
Regie: Sebastian Lelio
Darsteller: Daniela Vega, Francisco Reyes u.a.
Der unerwartete Tod ihres älteren Partners konfrontiert eine junge chilenische Transgender-Frau mit der Verachtung der Gesellschaft. Der Spielfilm stellt eine Frau in den Mittelpunkt, die einst ein Mann war und nun versucht, ein ganz normales Leben zu führen. Doch wie schwierig das Leben als transsexuelle Person ist, beschreibt Lelio in diesem herausragenden, sensiblen Film, der auf der Berlinale den "Silbernen Bären" für das beste Drehbuch gewann.
(läuft am 16. und 17. und vom 19. bis 22. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

"100 Jahre Oktoberrevolution"
Stummfilm mit Live-Musikbegleitung
PANZERKREUZER POTEMKIN
UdSSR 1925, s/w, 70 Min.
Regie: Sergej Eisenstein
Darsteller: Alexander Antonow, Wladimir Barski u.a.
Die Handlung des Films lehnt sich sehr frei an die tatsächlichen Ereignisse des russischen Revolutionsjahres 1905 an, also der Meuterei der Besatzung des russischen Kriegsschiffs Knjas Potjomkin Tawritscheski gegen deren zaristische Offiziere. Eisenstein paßte die historischen Tatsachen seiner Absicht an, eine überzeugende Kombination von Propaganda und Kunst zu schaffen. 'Panzerkreuzer Potemkin', das filmische Manifest einer Revolution, bedeutete selbst eine Revolution der Filmkunst." (rororo-Filmlexikon u. Verleihinfo)
(läuft nur am 18. 11. um 19.30 Uhr - LIVE begleitet von Alexander Kraut - Piano + Hammond + Laptop-Orchester))

"Die Erinnerung darf nicht enden" - "In memoriam Bruno Schulz"
100 Kinos auf der ganzen Welt erinnern am 75. Jahrestag seiner Ermordung an Bruno Schulz,
auch wir in Neustrelitz zeigen aus diesem Grund an diesem Tag:
BILDER FINDEN
BRD 2002, Farbe, 106 Min., teilw. OmU
Regie: Benjamin Geißler
Der weltweit berühmte polnisch-jüdische Schriftsteller und Maler Bruno Schulz malte, um sein Leben zu retten, 1941/42 in Drohobycz in der vom SS-Führer Felix Landau okkupierten Villa Wandfresken für dessen Kinder. Am 19. November 1942 wurde Bruno Schulz von der SS erschossen. Der Film dokumentiert die Suche, das Finden und auch das Verschwinden dieser Wandmalereien. Ein spannender Film, der auf poetisch eindringliche Weise zeigt, wie bewegend und schmerzhaft präsent auch heute noch der Holocaust nachwirkt.
(läuft nur am 19. November um 18 Uhr)

DAS GRÜNE GOLD
Schweden/BRD/Finnland 2016, Farbe, 84 Min.
Regie: Joakim Demmer
"Dokumentarfilm über die Zusammenhänge zwischen internationaler Entwicklungshilfe und weltweiter Spekulation mit Ackerland. Ausgehend von der Frage, warum ein hungerndes Land wie Äthiopien Nahrungsmittel nach Europa exportiert, beschreibt der Film die grotesken Folgen neoliberaler Investitionspolitik. Dabei verdichtet sich die Analyse, wie blinder Fortschrittsglaube menschliche Existenzen wie auch die soziale Ordnung zerstört, zur aufrüttelnden Annäherung an eine humane Tragödie." (filmdienst)
(läuft vom 23. bis 28. 11. jeweils um 18 Uhr)

THE SQUARE
Schweden/BRDE/Frankreich/Dänemark 2017, Farbe, 145 Min., dt. Fassung
Regie: Ruben Östlund
Darsteller: Claes Gang, Elisabeth Moss u.a.
"Am Ende war es nicht ganz überraschend, dass der schwedische Regisseur Ruben Östlund für seine bissige Satire „The Square“ beim Festival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Mit seiner Kritik an der zunehmenden Gleichgültigkeit moderner Gesellschaften, der Forderung nach Mitmenschlichkeit traf Östlund einen Nerv. Er erzählt von Christian, einen gut aussehenden, erfolgreichen und eloquenten Museumsdirektor, der bei der Vermarktung seiner neuen Ausstellung, aber auch privat mit der von ihm verlangten 'political correctness' in Konflikt gerät." (programmkino.de) "Eine lakonisch-beißende Gesellschaftskritik und ein intellektueller Spaß." (taz)
(läuft vom 23. bis 29. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

 

kino 2

"100 Jahre Oktoberrevolution"
LEUCHTE MEIN STERN LEUCHTE
UdSSR 1969, 99 Min., dt. Fassung
Regie: Alexander Mitta
Darsteller: Oleg Tabakow, Oleg Jefremow u.a.
"Ein revolutionärer Wanderschauspieler versucht 1920 im Süden Rußlands, das Volk für die Revolution zu gewinnen. In den Kämpfen zwischen den 'Weißen' und den 'Roten' findet er den Tod. Tragikomödie über Werte, die Freiheit und die Aufgabe der Künste und ihre Wirkung." (lexikon des intern. films)
(läuft am 3. und 4. 11. jeweils um 20 Uhr)

"100 Jahre Oktoberrevolution"
SKLAVIN DER LIEBE
UdSSR 1976, teilw. s/w, 96 Min., dt. Fassung
Regie: Nikita Michalkow
Darsteller: Jelena Solowey, Alexander Kaljagin
Die Krim 1917: Während überall in Rußland der Bürgerkrieg tobt, gibt es auf der Krim noch den Abglanz der alten Pracht. Im Mittelpunkt des Films steht die Stummfilm-Diva Olga, verzogen, launisch, an Anbetung gewöhnt, zugleich aber liebenswert: "Eine Diva zwischen Glamour und Revolution", so der Untertitel dieses zwischen Illusion und Realität schwankenden Melodrams. Filmkritiker haben Michalkow einen russischen Fellini genannt. Seine großartigen Bildkompositionen und seine Schauspielerführung rechtfertigen diese Beurteilung.
(läuft am 10. und 11.11. jeweils um 20 Uhr)

DEFA-Werkschau "Eberhard Esche/Rolf Ludwig"
ZÜND AN, ES KOMMT DIE FEUERWEHR
DDR 1978, Farbe, 95 Min.
Regie: Rainer Simon
Darsteller: Winfried Glatzeder, Kurt Böwe, Rolf Ludwig, Jürgen Gosch, Renate Krößner u.a.
"Geschichte einer Freiwilligen Feuerwehr in der sächsischen Kleinstadt Siebenthal, die aus Mangel an echten Bränden selbst Feuer zu legen beginnt. Historisch verbürgte, inszenatorisch deftige Kriminalkomödie mit vielen Spitzen gegen deutsches Spießertum und Untertanengeist." (filmdinest)
(läuft nur am 17. 11. um 20 Uhr)

"100 Jahre Oktoberrevolution"
DIE KOMMISSARIN
UdSSR 1967, s-w, 105 Min., dt. Fassung
Regie: Aleksandr Askoldow
Darsteller: Nonna Mordjukowa, Rolan Rykow u.a.
"Eine für ihre politische Überzeugung lebende Kommissarin der Roten Armee bringt mitten im Bürgerkrieg gegen zarentreue Truppen ein Kind zur Welt. … In faszinierenden Bildkompositionen und Metaphern lotet der Film den Konflikt zwischen inhumaner Kaderpolitik und unverbrüchlicher Menschenwürde aus. … Es entsteht ein zeitloses Plädoyer für die moralische Kraft eines human geprägten Lebens, zudem eine eindrucksvolle Sympathieerklärung für jüdisches Lebensverständnis und jüdische Kultur."
(läuft am 24. und 25. 11. jeweils um 20 Uhr)