fabrik.intro (Oktober)
Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
ein Höhepunkt des Oktoberprogramms ist sicher das 10. "Neustrelitzer Naturfilmfestival MENSCH! NATUR!", das wir in Kooperation mit dem Müritz-Nationalpark vom 10. bis 13. 10. durchführen. (siehe Extra-Broschüre)
Die "Filmreihe 30 Jahre Wende" beginnen wir mit den relativ neuen Filmen "Gundermann" von Andreas Dresen und "Adam & Evelyn" von Andreas Goldstein, bevor wir dann Ende des Monats "Goldrausch - Die Geschichte der Treuhand" zeigen und im November die Reihe mit wichtigen Filmen aus der Wendezeit fortsetzen.
Die Rassegesetze der Nazi-Zeit werden thematisiert im Film "Die Schauspielerin" von Siegfried Kühn (DDR 1988) mit Corinna Harfouch, André Hennicke und Michael Gwisdek in einer überzeugenden Charakterstudie.
Im Theater wird "Effi B." gegeben, und wir zeigen nach der wunderbaren Verfilmung "Fontane. Effi Briest" von R. W. Fassbinder (BRD 1972) diesen Monat die Verfilmung von Wolfgang Lüderer mit Angelica Domröse: "Effi Briest", DDR 1969, schon am 4. 10.!
In der "Woche der seelischen Gesundheit" (15. bis 18. 10.) werden bei uns im Kino drei Filme angeboten, jeweils mit anschließendem Gespräch: "Durchgeknallt", "Übergeschnappt" und "Aus tiefster Seele". "Systemsprenger", ein Spielfilm mit einem 9jährigen Mädchen, das wegen frühkindlicher traumatischer Erlebnisse schon mehrere Psychiatrieaufenthalte hinter sich hat, wäre in diesem Zusammenhang auch zu nennen: Der Film hat auf der diesjährigen Berlinale den Silbernen Bären gewonnen: Unbedingt sehenswert!
Und last but not least: Wir beginnen wieder mit einer Reihe von Stummfilmen in der Live-Musikbgleitung von Alexander Kraut, und zwar am 18. Oktober mit dem Film "Der müde Tod" von Fritz Lang, der ihm 1921 zum künstlerischen Durchbruch verhalf: Eine einfache Parabel über die Liebe, die stärker ist als der Tod. "Alle Filmfreunde sollten dieses Werk gesehen haben", schrieb der ev. Filmbeobachter.
Wir schließen uns dem an und freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr fabrik.team

 

kino 1

DER UNVERHOFFTE CHARME DES GELDES
Kanada 2018, Farbe, 128 Min., dt. Fassung, Regie: Denys Arcand, Darsteller: Alexandre Landry, Maripier Morin u.a.
"Ein studierter Philosoph, der als Lieferfahrer jobbt und an das Gute glaubt, kommt per Zufall an zwei Taschen voller Geld. Denys Arcand ('Die Invasion der Barbaren') macht aus dem Komödienstoff einen sehenswerten Film mit Thrill und Witz: ein modernes, intelligentes Ganovenmärchen, in dem sich Robin Hood und 'Pretty Woman' treffen." (programmkino.de) (läuft vom 27. 9. bis 2. 10. jeweils um 18 Uhr)

DIE EINZELTEILE DER LIEBE
BRD 2019, Farbe, 97 Min., Regie: Miriam Bliese, Darsteller: Ole Lagerpusch, Birte Schnöink u.a.
"Stationen der abwechslungsreichen Beziehung eines jungen Berliner Paares über einen Zeitraum von sechs Jahren, die nachvollziehen, warum die beiden in der Gegenwart an sich gescheitert sind. ... Eine genaue, kraftvolle und glasklare Studie, die von schöner Lakonik, Sentiment und Selbstironie lebt." (filmdienst) (läuft vom 27. 9. bis 2. 10. jeweils um 20.15 Uhr)

"Filmreihe 30 Jahre Wende"
GUNDERMANN
BRD 2018, Farbe, 127 Min., Regie: Andreas Dresen, Darsteller: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl Der Film erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der Mann ist ein Poet, ein Clown und ein Idealist. Er träumt und hofft, liebt und kämpft. Er ist aber auch Zerrissener, ein Weltverbesserer, der es nicht besser wissen will - und ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Biopic über den ostdeutschen Liedermacher Gerhard Gundermann." (läuft vom 3. bis 9. 10. jew. um 18 Uhr)

GLORIA -
DAS LEBEN WARTET NICHT

USA/Chile 2018, Farbe, 102 Min., dt. Fassung, Regie: Sebastián Lelio, Darsteller: Julianne Moore, John Turturro Die Geschichte einer einsamen, lebenshungrigen Mittfünfzigerin auf der Suche nach einem neuen Fokus, den sie in der Beziehung zu einem ebenfalls geschiedenen Mann zu finden scheint. ... Die geschiedene Gloria will ihrem langweiligen Leben ein bisschen Lust und Liebe abtrotzen und der elegante Rodolfo wäre der ideale Kandidat für eine Romanze, doch der heiße Liebhaber entpuppt sich als wahrer Waschlappen. So wird das Publikum schnell zum willigen Komplizen der überragenden Hauptdarstellerin, liebt und leidet mit dieser charmanten Heldin heftig mit. (läuft vom 3. bis 9. 10. jeweils um 20.15 Uhr)

UNSERE GROSSE KLEINE FARM
USA 2019, Farrbe, 92 Min., dt. Fassung, Regie: John Chester
"Ein Paar in Los Angeles beschließt, eine biodynamische Farm zu gründen, obwohl es mit Landwirtschaft bislang nichts am Hut hatte. Mit optimistischer 'Do it yourself'-Attitüde macht es sich ans Werk, was der Mann, ein Filmemacher, über sieben Jahre hinweg mit der Kamera dokumentiert." (läuft beim 10. NFF und vom 14. bis 15. 10. um 18 Uhr)

NANOUK
Bulgarien/BRD/Frankreich 2018, Farbe, 97 Min. dt. Fassung, Regie: Milko Lazarov, Darsteller: Mikhail Apromisov, Feodosia Ivanova u.a.
"Nanouk" ist ein zutiefst poetischer, intimer Film. Er erzählt in großen Bildern von einer unbeherrschten Welt, in der der Mensch oft klein erscheint, und doch geborgen ist in der Natur, die ihn umgibt. Lazarov, der für diesen Film in Venedig ausgezeichnet wurde, gelingt es, an einem entrückten und wunderschönen Ort eine Geschichte zu erzählen, die aktueller und globaler nicht sein könnte. (läuft bei 10. NFF und vom 13. bis 16. 10. jeweils um 20.15 Uhr)

"Filmreihe 30 Jahre Wende"
ADAM & EVELYN
BRD 2018, Farbe, 95 Min., Regie: Andreas Goldstein, Darsteller: Florian Teichmeister, Anne Kanis u.a.
"Adam und Evelyn sind ein ostdeutsches Paar, das im Spätsommer 1989 unerwartet mit der Wende konfrontiert wird. Während Evelyn Hoffnung und Zuversicht spürt, sieht Adam einem Neustart im Westen mit wenig Begeisterung entgegen. Andreas Goldstein legt mit seiner Romanverfilmung 'Adam und Evelyn' eine vielschichtige und reduziert inszenierte Tragikomödie vor, die ganz von den widersprüchlichen Gefühlen ihrer Figuren lebt und daraus die meiste Spannung bezieht." (programmkino.de) (läuft am 17. und vom 19. bis 23. 10. jeweils um 18 Uhr)

SYSTEMSPRENGER
BRD 2019, Farbe, 119 Min., Regie: Nora Fingscheidt, Darsteller: Helena Zengel, Albrecht Schuch u.a.
"Ein neunjähriges Mädchen, das schon mehrere psychiatrische Aufenthalte hinter sich hat, verweigert sich so radikal allen Verhaltensnormen, dass es für seine Betreuer schwer wird, überhaupt noch Einrichtungen oder Pflegeeltern zu finden. Die Helfer ahnen, dass hinter den Gewaltausbrüchen frühkindliche Traumata stecken, sind aber überfordert und nehmen die Aggression des Kindes persönlich." (filmdienst) Der Film war das "Wunder der letzten Belinale" (Die Welt) und Gewinner des Silbernen Bären. (läuft am 17. und vom 19. bis 23. 10. jeweils um 20.15 Uhr)

Stummfilm mit Live-Musikbegleitung
DER MÜDE TOD
D 1921, s/w, 98 Min., Regie: Fritz Lang
Darsteller: Lil Dagover, Walter Jansen "Eine junge Frau bittet den Tod um das Leben ihres verstorbenen Geliebten und erhält drei Chancen der Bewährung: In drei Episoden, die in verschiedenen Epochen und Kulturkreisen spielen (im Bagdad der Kalifen, im Venedig der Renaissance, im exotischen China) soll sie den Mann vor dem Tod retten, was jedoch misslingt. ..." (filmdienst) (läuft nur am 18. 10. um 19.30 Uhr mit der Live-Musikbegleitung von Alexander Kraut), siehe Extra-Flyer.

PETTING STATT PERSHING
BRD 2018, Farbe, 97 Min., Darsteller: Anna Florkowski, Florian Stetter u.a.
Es ist die Zeit von Helmut Kohl, der Neuen Deutschen Welle und des atomaren Wettrüstens. "Ein 17-jähriges Mädchen aus einem hessischen Dorf fühlt sich im Jahr 1983 von Eltern und Mitschülern unverstanden. Auch mit der Liebe will es nicht klappen. Bis ein neuer Lehrer mit Hippie-Charme und progressiver Attitüde der Schülerin den Kopf verdreht ..." (filmdienst) (läuft vom 24. bis 30. 10. jeweils um 18 Uhr)

GELOBT SEI GOTT
Frankreich/Belgien 2018
Farbe, 137 Min., dt. Fassung
Regie: Francois Ozon
"Mit seinem nunmehr 20. Spielfilm innerhalb von gerade einmal 22 Jahren fasst der französische Autorenfilmer François Ozon ein derart heißes Eisen (Missbrauch in der kath. Kirche) an, dass man es auf der Leinwand noch glühen zu sehen scheint. Doch 'Gelobt sei Gott' ist keine plumpe Provokation, sondern emotionales Wachrüttelkino. Ein emotional starkes, wichtiges Stück großes Kino, ... ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Jury auf der Berlinale 2019." (programmkino.de) (läuft vom 24. bis 30. 10. jeweils um 20.15 Uhr)

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"Jüdische Lebenswelten im DEFA-Film"
DIE SCHAUSPIELERIN
DDR 1988, Farbe, 87 Min., Regie: Siegfried Kühn, D: Corinna Harfouch, André Hennicke, Michael Gwisdek
Eine junge deutsche Schauspielerin nimmt trotz der Rassengesetze im Dritten Reich eine jüdische Identität an, um einem Kollegen, den sie liebt, nahe zu sein. Sie folgt ihm nach Berlin an das Jüdische Theater. Charakterstudie einer ungewöhnlichen Frau, überzeugend gespielt, nach einem Roman von Hedda Zinner." (filmdienst) (läuft am 3. und 5. 10. jeweils um 20 Uhr)

"theater & film"
EFFI BRIEST
DDR 1969, Farbe, 125 Min., Regie: Wolfgang Luderer, Darsteller: Angelica Domröse, Horst Schulze u.a.
Das Schicksal einer jungen Frau, Gattin eines preußischen Ministerialbeamten, deren Ehe und Leben an den Ehr- und Moralbegriffen ihrer Zeit zerbrechen. "Wie hier Effis Lebenslust und sprühender Geist in hilfloser Resignation erlöschen, wie hier in borniert bürgerlich-preußischem Milieu dieses blühende Leben erstickt, ohne daß nur irgend jemand gegen die lächerliche Konvention sich auflehnt — das ist bewegend und aufwühlend gezeigt.“ (Neue Zeit), (läuft am 4. 10. um 20 Uhr)

Woche der seelischen Gesundheit -
"film & gespräch"
1) DURCHGEKNALLT
USA 1999, Farbe, 127 Min., dt. Fassung, Regie: James Mangold
“Borderline-Syndrom” (läuft am 15. 10. um 18 Uhr mit anschl. Gespräch)

2) ÜBERGESCHNAPPT
Niederlande/Belgien 2005, Farbe
81 Min., Regie: Martin Koolhoven
“manisch-depressive Zustände”(läuft nur 16. 10. um 18 Uhr mit anschl. Gespräch)

3) AUS TIEFSTER SEELE
USA 2006, Farbe, 101 Min.
Regie: Joseph Greco
“schizophrene Schübe”(läuft nur am 18. 10. um 20 Uhr mit anschl. Gespräch mit der SHG "Treffer Bipolar")

"RussischDok"
"Portret pod muchoi - Beschwipstes Porträt", 2008, 56 Min.
Kurze Erinnerungen von Freunden, Kollegen und Verwandten an das Leben und die Arbeit des Leningrader Untergrund-Poeten Oleg Grigorjew.
(läuft nur am 24. 10. um 20 Uhr)

"film & gespräch"
MILCH UND HONIG
AUS ROTFRONT

BRD/Kirgisien 2001, Farbe, 116 Min.
Regie: Hans-Erich Viet
"Etwa 7000 Kilometer entfernt liegt das Dorf Rotfront in der kirgisischen Steppe, das seit über 300 Jahren von Nachfahren deutscher Mennoniten bewohnt wird, die bis heute eine Form des plattdeutschen Dialekts sprechen. Der Film beobachtet das archaische, von harten Wintern, Pferdezucht und Großfamilien geprägte Leben und passt seinen Erzählrhythmus der getragenen Lebensweise der porträtierten Menschen an." (filmdienst) (läuft nur am 25. 10. um 20 Uhr: Der Regisseur ist zum Gespräch im Kino!)

"Filmreihe 30 Jahre Wende"
GOLDRAUSCH - DIE GESCHICHTE DER TREUHAND
BRD 2011, Farbe, 98 Min.
Dokumentarische Rekonstruktion der Geschichte der Treuhandanstalt (1990 - 1994), ein gigantisches Wirtschaftsexperiement, das auf eklatante Demokratie-Defitzie der Wiedervereinigung verweist. Spiegel online: "Ein eindrückliches Lehrstück über Geld und Gier." (läuft am 26. 10. um 20 Uhr)