fabrik.intro (Mai)
Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
der Höhepunkt des Mai-Programms wird sicher die Preisverleihung am 11. Mai sein: Juliano Salgado kommt in unser Kino, um seinen Film "Salz der Erde" (Co-Regie Wim Wenders) vorzustellen, der bei unserem letzten "Neustrelitzer Naturfilmfestival MENSCH! NATUR!" den Publikumspreis gewonnen hat. Der Film dokumentiert die großartige fotografische Arbeit von Sebastiao Salgado, der in den letzten Jahrzehnten Zeuge wurde von Kriegen und ihren Folgen - aber er zeigt uns auch all die paradiesischen Orte der Erde und die Schönheit unseres Planeten. Letztlich erwächst ein großes Stück Hoffnung aus diesem Meisterwerk des Dokumentarfilms!
Explizit hinweisen möchten wir an dieser Stelle mal auf unsere Filmreihen: Wir beginnen mit der "Filmreihe Vielfalt und Toleranz" ("Die andere Seite der Hoffnung" und "A United Kingdom") und mit dem "Interreligiösen Dialog". Ayat Najafi steht uns am 2. Mai für das Gespräch über den iranischen Film "Sonita", den wir in dieser Reihe präsentieren, zur Verfügung. In der Reihe "Die Erinnerung darf nicht enden" bringen wir den Film "Wien vor der Nacht", ein Dokumentarfilm-Essay über jüdische Lebenskultur in Wien und ihre Auslöschung durch den Holocaust. In der "Reihe Künstlerporträts" können Sie im Film "Neo Rauch - Gefährten und Begleiter" diesen erfolgreichen Maler kennen lernen. Wir erfüllen "Filmwünsche" und sehen die "DEFA-Werkschau Eberhard Esche/Rolf Ludwig" mit dem komisch-tragischen Film "Märkische Forschungen" von Roland Gräf (DDR 1981). In der Filmreihe "Kino verbindet" stellen wir einen Dokumentarfilm über zwei Jungen aus Mazedonien und Syrien zur Diskussion. Mit der Reihe "film & kulinarisches" bleiben wir diesen Monat in Deutschland und werden Ihnen zur Provinzsatire "Die letzte Sau" ein schwäbisches Menü servieren.
Kino ist schier unerschöpflich im Reichtum der Themen, der Genre, in der phantasievollen filmischen Umsetzung schwierigster Stoffe und zum Glück auch in der Darbietung skurriler, amüsanter Alltagsbeobachtungen: z.B. "Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm" von und mit Helge Schneider.
Wir wünschen Ihnen vergnügliche und interessante Stunden in unserem Kulturzentrum, und wir freuen uns auf Ihren Besuch! Ihr fabrik.team


kino 1

"Filmreihe Vielfalt und Toleranz"
DIE ANDERE SEITE
DER HOFFNUNG
Finnland 2017, Farbe, 98 Min., dt. Fassung, Regie: Aki Kaurismäki
Khaled, ein junger Syrer, gelangt als blinder Passagier nach Helsinki und will dort Asyl beantragen. Als die finnischen Behörden seine Rückführung anordnen, beschließt er, illegal im Land zu bleiben. Wikström, ein ehem. fliegender Händler für Männerhemden und Krawatten, seit kurzem aber Besitzer eines kleine Restaurants in Helsinki, findet Khaled schlafend in seinem Innenhof und stellt ihn als Putzkraft und Tellerwäscher an. (läuft vom 28. 4. bis 3. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

"Filmreihe Vielfalt und Toleranz"
A UNITED KINGDOM
GB/Tschechien/USA 2016, Farbe, 111 Min., dt. Fassung, Regie: Amma Asante
Darsteller: David Oyelowo, Rosamund Pike u.a.
"Die englische Büroangestellte Ruth Williams verliebt sich 1947 in den schwarzen Jura-Studenten Seretse Khama, der als Thronnachfolger von Bechuanaland (dem heutigen Botswana) an seiner weißen Freundin auch noch festhält, als die britische Regierung und seine Stammesoberen ihn zum Abbruch der Beziehung drängen. Nach einer wahren Begebenheit erzählte Liebesgeschichte, getragen von hervorragenden Hauptdarstellern. Zugleich erzählt der Film von der Geburt eines Landes und vom alltäglichen Rassismus in Großbritannien und Afrika." (filmdienst) (läuft vom 4. bis 10. 5. jeweils um 18 Uhr)

WILDE MAUS
Österrreich/BRD 2016, Regie: Josef Harder, Darsteller: Josef Harder, Pia Herzegger, Georg Friedrich u.a.
Ein für seine zugespitzten Musikkritiken berüchtigter Redakteur einer Wiener Tageszeitung wird im Zuge von Sparmaßnahmen entlassen und stürzt in eine Midlife-Crisis. Seiner jüngeren Frau verheimlicht er den Rausschmiss und sinnt auf Vergeltung. Seine nächtlichen Rachefeldzüge gegen seinen ehem. Chef beginnen mit kleinen Sachbeschädigungen und steigern sich zum Terror. Eine bitter-schwarze Komödie über neurotische Stadtmenschen. (läuft vom 4. bis 10. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

Preisverleihungsveranstaltung zum 7. Neustrelitzer Naturfilmfest
MENSCH! NATUR!
Publikumspreis für den Langfilm - gestiftet von der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz und mit 1.000 Euro dotiert: Der Regisseur und Kameramann Juliano Ribeiro Salgado ist zur Entgegennahme des Preises und zum Filmgespräch im Kino!!
DAS SALZ DER ERDE
Frankreich/Italien/Brasilien 2014, teilw s/w, 110 Min., teilw. OmU, Regie: Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado
40 Jahre lang hat der brasilianische Fotograf Sebastiao Salgado auf allen Kontinenten die Spuren unserer sich wandelnden Welt dokumentiert. Er wurde Zeuge von Kriegen und ihren Folgen, von Hungersnöten, Vertreibung und Leid. Beinahe wäre Salgado an dieser Aufgabe seelisch zugrunde gegangen, wenn er nicht ein neues gigantisches Fotoprojekt begonnen hätte: „Genesis“. Mit seiner Kamera widmet sich Salgado darin den paradiesischen Orten der Erde und offenbart uns eine wunderbare Hommage an die Schönheit unseres Planeten. (nur zur Preisverleihung am 11. Mai um 19.30 Uhr mit anschl. Gespräch)

Reihe Künstlerporträts / Filmwunsch
NEO RAUCH - GEFÄHRTEN UND BEGLEITER
BRD 2016, Farbe, 105 Min.
Regie: Nicola Graef
Neo Rauch ist einer der weltweit erfolgreichsten deutschen Maler seiner Generation. Seine Bilder faszinieren durch eine Art verrätselten Realismus; die Figuren scheinen wie aus der Zeit gefallen. Erstmals seit Jahren spricht Rauch vor der Kamera über seinen Zugang zur Kunst und über seine vom frühen Verlust der Eltern geprägte Lebensgeschichte. (läuft vom 12. bis 17. 5. jeweils um 18 Uhr)

DER HIMMEL WIRD WARTEN
Frankreich 2016, Farbe, 105 Min.
Regie: Marie-Castille Mention-Schaar
Der Film erzählt von zwei Mädchen in Paris, die aus ihrem bürgerlichen Idyll in die brutale Welt des Islamischen Staats (IS) ziehen. Eine viel zu wahre Geschichte, die "die Mechanismen der IS-Rekrutierung ebenso einfühlsam wie eindringlich auf einem schmalen Grat zwischen Dokumentation und Fiktion erforscht." (epdFilm) Ein immens kraftvolles, gnadenlos ehrliches und absolut authentisches Generationenporträt, welches fesselt, berührt und Hoffnung macht. (läuft vom 12. bis 17. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

"film & kulinarisches"
DIE LETZTE SAU
BRD 2016, Farbe, 86 Min., Regie: Aron Lehmann, Darsteller: Golo Euler, Rosalie Thomass, Herbert Knaup u.a.
"Ein schwäbischer Bauer begibt sich nach einer Reihe schwerer Schicksalsschläge mit dem letzten ihm verbliebenen Schwein per Moped auf eine Reise in den Osten Deutschlands, was ihm turbulente Begegnungen mit Leidensgenossen beschert, die ebenfalls unter die Räder der Globalisierung geraten sind. Wider Willen mutiert er zum Rebellen gegen die Übermacht der Agrarkonzerne. Eine unterhaltsame Posse zwischen Heimatfilm und Road Movie …"
(läuft vom 18. bis 23. 5. jew. um 18 Uhr)

LION - DER LANGE WEG NACH HAUSE
Australien/GB/USA 2016, Farbe, 120 Min., dt. Fassung, Regie: Garth Davis
Der Film zeigt die Geschichte eines jungen Inders, der als fünfjähriges Kind auf einem Bahnhof verloren ging, im Labyrinth der Großstadt Kallkutta mutterseelenallein überlebt, von australischen Eltern adoptiert wurde und sich 20 Jahre später mithilfe von Google Earth auf die Suche nach seinem verlorenen indischen Heimatort und seiner dort lebenden Familie macht. Eine bewegende, emotionale Reise eines Menschen auf der Suche nach seinen Wurzeln. (läuft vom 18. bis 24. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

Filmreihe "Kino verbindet"
"film & gespräch"
ALLES GUT
BRD 2016, Farbei, 99 Min., OmU
Regie: Pia Lenz
"Ein genau beobachtender Dokumentarfilm über zwei Jungen aus Mazedonien und Syrien, die mit ihren Familien in Hamburg gestrandet sind. ... was es bedeutet, sich in Deutschland als Geflüchteter einzuleben." (filmdienst) (läuft nur am 24. 5. um 18 Uhr im Kino 1 mit anschl. Gespräch im Kino 2)

I'AM NOT YOUR NEGRO
USA/Frankreich/Belgien/Schweiz 2016, teilw. s/w, teilw., 93 Min., OmU
Regie: Raoul Peck
"Essayistischer Dokumentarfilm über ein nachgelassenes Manuskript des afro-amerikanischen Schriftstellers James Baldwin (1924 - 1987), in dem er sich mit der Geschichte des Rassismus in den USA beschäftigt und sich an die Bürgerrechtler Medgar Evers, Malcom X und Martin Luther King erinnert. Die historischen Perspektiven verdichten sich zu einer erschütternden Gegenwartsdiagnose über weißen Wahn und Überlegenheitsfantasien." (filmdienst) (läuft vom 25. bis 31. 5. jeweils um 18 Uhr)

DIE FRAU IM MOND - ERINNERUNG AN DIE LIEBE
Frankreich/Belgien/Kanada 2016, Farbe, 121 Min., dt. Fassung, Regie: Nicola Garcia, Darsteller: Marion Cotillard u.a. "In der Provence der 50er Jahre wird die eigensinnige Gabrielle in die Ehe mit einem spanischen Saisonarbeiter gedrängt. Das Melodram besticht durch altmodische Erzählqualitäten und eine exzellente Besetzung." (epdFilm) "Eine optisch brillante Romanverfilmung die intensiv den Zwiespalt von Wahn und Wirklichkeit, Sehnsucht und Geduld inszeniert." (filmdienst) (läuft vom 25. bis 31. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

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"Interreligiöser Dialog - film & gespräch"
SONITA
Iran/BRD/Schweiz 2015, Farbe,, 91 Min., OmU, Regie: Rokhsareh Ghaem Maghami
"Dokumentarfilm über eine 18jährige Afghanin, die von einer großen Karriere als Rapperin träumt. Doch ihre Familie hat andere Pläne: Die selbstbewußte Tochter soll bald verkauft werden, an einen Mann, den sie nicht kennt. Auf vielschichtige Weise beschreibt der Film, wie Mütter zu Komplizinnen einer unbarmherzigen Tradition werden …" (filmdienst) (läuft nur am 2. 5. um 19.30 Uhr mit anschl. Gespräch mit Pastor Feldkamp und dem iranischen Regisseur Ayat Najafi)

"Die Erinnerung darf nicht enden"
WIEN VOR DER NACHT
Frankreich / BRD / Österreich 2016, Farbe, 73 Min., Regie: Robert Bober
Dokumentarfilm-Essay über jüdische Lebenskultur in Wien und ihre Auslöschung durch den Holocaust. Der Film ist eine berührende Familiengeschichte, die sehnsuchtsvolle Annähreung an einen verlorenen Ort und eine Reflektion über jüdische Identität und Geschichte. (läuft vom 4. bis 6. 5. jeweils um 20 Uhr)

Filmwunsch
THE LADY IN THE VAN
GB 2015, Farbe, 105 Min., dt. Fassung
Regie: Nicholas Hytner
In den 70er Jahren parkt eine exzentrische ältere Obdachlose ihr klappriges Wohnmobil in der Einfahrt des englischen Dramatikers Alan Bennett, woraus sich eine 15 Jahre währende Dauersituation entwickelt. Der Film lebt von bittersüßen Dialogen sowie der hinreißenden Schauspielkunst der Hauptdar- stellerin. Eine anrührende Tragikomödie um zwischenmenschliche Beziehungsmuster. (läuft 12. und 13. 5. um 20 Uhr)

Filmwunsch
EUROPA -
EIN KONTINENT ALS BEUTE

BRD 2016, Farbe, 78 Min.
Regie: Christoph Schuch
"Die Legitimationskrise der Europäischen Union entlarvt die Idee einer prinzipiellen Wertegemeinschaft zunehmend als Illusion, die reale Machtverhältnisse kaschieren soll. Das dokumentarische Essay zeichnet ein beklemmend dichtes Szenario über die fundamentale Krise der Demokratie." (filmdienst) (läuft am 18. und 20. 5. jeweils um 20 Uhr)

"DEFA-Werkschau
Eberhard Esche/Rolf Ludwig"
MÄRKISCHE FORSCHUNGEN
DDR 1981, Farbe, 95 Min.
Regie: Roland Gräf
Darsteller: Hermann Beyer, Kurt Böwe, Jutta Wachowiak, Eberhard Esche u.a.
"Einen berühmten Literaturprofessor und einen unbekannten Dorfschullehrer verbindet die Liebe zu einem fast vergessenen, fortschrittlichen märkischen Dichter und Publizisten. … Eine geistvolle, psychologisch durchgezeichnete Komödie, die souverän auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Tragik balanciert. Ein anspruchsvolles Werk von erstaunlicher Präzision." (lexikon des intern. films)
(läuft nur am 19. 5. um 20 Uhr)

Filmwunsch
JAZZCLUB - DER FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN WURM
BRD 2004, Farbe, 84 Min., Regie: Helge Schneider, Darsteller: Helge Schneider, Susanne Bredehoft u.a.
Ein Jazz-Musiker in Mülheim/Ruhr schlägt sich als Zeitungsträger und Fischverkäufer durchs Leben. Ein skurriles und munteres Durcheinander aus grotesken Gags, exzellenter Jazz-Musik und humoristisch gebrochenen Schlaglichtern auf die Tristesse einer mittelgroßen deutschen Stadt. (läuft 25. - 27. 5. jew. um 20 Uhr)