fabrik.intro (Mai)

Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,

es ist viel los in unserem Mai-Programm: Gleich am 2. Mai diskutieren wir über die Zukunft unseres Theaters nach dem Film "Partisan", der auf der Berlinale uraufgeführt wurde und 25 Jahre Berliner Volksbühne zeigt und eine konkrete Utopie von Schauspiel sinnlich erfahrbar macht. "Quo Vadis Schauspiel?" heißt unsere Veranstaltung, zu der wir in Zusammenarbeit mit dem Theaterförderverein alle Kino- und Theaterliebhaberinnen und -liebhaber einladen: Am 2. 5. um 18 Uhr gehts los. Bitte Karten reservieren!
Am nächsten Tag zeigen wir den brandneuen Film "Zeit für Utopien" von Kurt Langbein in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung MV und sprechen nach dem Film mit regionalen Vertretern von Projekten, die diese Utopien verwirklichen.
In unserer Reihe "Beiträge zum Thema 68er-Bewegung" kommt Lutz Taufer (Ex-RAF-Mitglied und Buchautor) zu uns ins Kino, um mit uns über den Film "SPK Komplex" von Gerd Kroske zu sprechen. Lutz Taufer war auch Mitglied des SPK-Kollektivs, das Anfang der 70er Jahre Impulse für die Antipsychiatrie-Bewegung setzte. Ein Teil der Mitglieder dieses Kollektivs wurden später Mitglied in der RAF.
Sicher darf hier nicht der Hinweis fehlen auf den 200. Geburtstag von Karl Marx, dessen frühe Schriften eine starke Inspirationsquelle für die 68er-Bewegung waren. Wir zeigen aus diesem Anlaß nochmal den Film "Der junge Karl Marx" von Raul Peck, der eine unterhaltsame Einführung in die Entstehungsgeschichte des Marxismus gibt (10. bis 15. 5.)
Charly Hübner, der mit seinem Film "Wildes Herz" im April für überfülltes Kino sorgte, kommt diesen Monat in dem neuen Film "3 Tage in Quiberon" von Emily Atef mit Marie Bäumer als Romy Schneider in der Hauptrolle ins Kino (24. bis 30. 5.). Als "Hommage á Romy Schneider" zeigen wir schon am 11. 5. "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" mit Michel Piccoli und Romy Schneider an seiner Seite in ihrer letzten Rolle.
Eine neue DEFA-Werkschau mit Filmen von Ralf Kirsten beginnt mit "Steinzeitballade", DDR 1960 (4. und 5. 5.). In der "Reihe Künstlerporträts" können Sie einen Blick werfen auf Elvis Presley, den "King of Rock'n'Roll": Der Film reflektiert den Zustand der USA heute - und was der Werdegang des "King" damit zu tun haben könnte. Ein wichtiger, spannender Film, nicht nur für Elvis-Fans. Die "Reihe Vielfalt und Toleranz" setzen wir in Kooperation mit dem "Eine-Welt-Laden" fort mit "Riverbanks" (24. bis 26. 5.). Darüber hinaus gibt es großes Kino zu erleben in "Transit" von Christian Petzold und "Zwei Herren im Anzug" von und mit Josef Bierbichler.
Und eine Ausstellung hat ihre Vernissage in der fabrik.galerie am 11. 5. mit Lochfotografien von Esther Rappsilber unter dem Titel "Bilder meiner Suche".
Vor oder nach diesen kulturellen (und teilweise auch politischen) Ereignissen, sind Sie wie immer herzlich eingeladen, in unserer fabrik.kneipe oder im Gartenlokal die vorzüglichen Speisen und Getränke zu genießen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr fabrik.team

kino 1

"film & gespräch" - in Kooperation mit dem Theaterförderverein
PARTISAN - Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 1992 bis 2017
BRD 2018, Farbe, 130 Min., Regie: Lutz Pehnert, Matthias Ehlert, Adama Ulrich
Als kurz nach der Wende der Regie-Rebell Frank Castorf als Intendant an die Volksbühne kam, veränderte seine Arbeitsweise die öffentliche Wahrnehmung des Hauses. Das Publikum im Ostberlin der Nachwendezeit ließ sich von den radikalen Inszenierungen und Theatermarathons gerne herausfordern und die Volksbühne wurde legendär. In Ausschnitten aus den Inszenierungen und Gesprächen erleben wir die Schauspieler, Castorf selbst und blicken auf die Menschen hinter der Bühne. Eine großartige, sinnliche Theatererfahrung im Kino! (läuft am 2. 5. um 18 Uhr - und nach einer Pause sprechen Marco Zabel und Horst Conradt mit den Schauspielern ... und mit dem Publikum zum Thema "Quo Vadis Schauspiel?". Dann läuft der Film noch vom 4. bis 9. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

"film & gespräch" - in Kooperation mit der Böll-Stiftung M-V
ZEIT FÜR UTOPIEN
Österreich 2018, Farbe, 98 Min.
Regie: Kurt Langbein
"Der Dokumentarfilm begleitet Initiativen und Projekte auf der ganzen Welt, die nach Alternativen suchen, um Ressourcen nicht länger auszuplündern, sondern im Einklang mit der Natur nachhaltig zu wirtschaften. Von einer bayerischen Käserei über ein Zürcher Wohnprojekt, von koreanischen Sardellen- fischern über Minenarbeiter im Kongo spannt der Film einen inspirierenden Bogen real ökonomischer Beispiele ..." (filmdienst) (am 3. 5. um 19.30 Uhr mit anschl. Diskussion und vom 4. bis 6. 5. jeweils um 18 Uhr)

Wiederaufführung
ÜBER LEBEN IN DEMMIN
BRD 2017, Farbe, 90 Min.
Regie: Martin Farkas
Auch in Demmin gab es - wie in Neustrelitz - 1945 eine große Welle an Selbstmorden. Der Film erzählt von Depression, Gruppenzwang, Fremdenfeind- lichkeit, falscher Trauer und dem politischen Missbrauch von Gefühlen. (läuft vom 7. bis 9. 5. jeweils um 18 Uhr)

Zum 200. Geburtstag
DER JUNGE KARL MARX
Frankreich/BRD/Belgien 2016, Farbe, 118 Min., Regie: Raoul Peck, Darsteller: August Diehl, Stefan Konarske, Vicky Krieps u.a.
Paris 1844: Der 26-jährige Karl Marx lebt mit seiner Frau Jenny im französischen Exil. Als Marx dort dem jungen Friedrich Engels vorgestellt wird, hat der notorisch bankrotte Familienvater für den Bourgeois nur Verachtung übrig. Doch Engels hat gerade über die Verelendung des englischen Proletariats geschrieben … Zusammen mit Jenny erarbeiten die beiden Schriften, welche die Revolution entzünden sollen, und es ist der Beginn einer Freundschaft, die die Welt veränderte. (läuft vom 10. bis 15. 5. jeweils um 18 Uhr)

TRANSIT
BRD 2018, Farbe, 101 Min., Regie: Christian Petzold, Darsteller: Paula Beer, Franz Rogowski u.a.
Der Film beruht auf Anna Seghers' im Exil verfassten gleichnamigen Roman. Schauplatz des Films ist das heutige Marseille, in dem sich die Figuren aus der Vergangenheit bewegen. Geflüchtete von damals treffen auf Geflüchtete von heute, die Geschichte trifft auf die Gegenwart, und alle Erzählungen verbinden sich zu einem ewigen Transitraum. Petzold erzählt "vom Exil als einer Zwischenzeit der moralischen Ungewissheit und untilgbaren Sehnsüchten. Historie und Gegenwart verstrickt er dabei in ein verblüffendes Zwiegespräch". (epdFilm) (läuft vom 10. bis 15. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

Beiträge zum Thema "68er-Bewegung" - SPK-KOMPLEX film & gespräch
BRD 2018, Farbe, 115 Min.
Regie: Gerd Kroske
"Dokumentarfilm über das 'Sozialistische Patienten Kollektiv', das Anfang der 1970er Jahre in Heidelberg Impulse der Antipsychiatrie-Bewegung mit klassenkämpferischer Emphase verband. Der Film rekonstruiert mit historischem Foto-, Fernseh- und Textmaterial die kurze Geschichte der Gruppe, interessiert sich dabei primär für ihre Radikalisierung und die Nähe zur 'Rote Arme Fraktion' (RAF)." (filmdienst) Darüberhinaus "wird ein wenig bekanntes Kapitel westdeutscher Geschichte erschlossen, und es entsteht ein präzises Bild des gesellschaftlichen Klimas im deutschen Vor-Herbst." (RBB Radio 1) (läuft am 16. 5. um 19.30 Uhr im Kino 1 mit anschl. Gespräch mit Lutz Taufer, ehem. Mitglied des SPK und der RAF, sowie Buchautor und Vorstandsmitglied im Weltfriedensdienst e.V. - und vom 17. bis 19. 5. jeweils um 20 Uhr im Kino 2)

THE KING -
MIT ELVIS DURCH AMERIKA

USA/BRD/Frankreich 2018, Farbe, 107 Min., Regie: Eugene Jarecki
"Der US-Dokumentarfilmer Jarecki fährt in dem alten Rolls Royce von Elvis Presley die Lebensstationen des 'King of Rock'n'Roll' ab und versammelt mit zahlreichen Interviews eine Art Bestandsaufnahme der gegenwärtigen US-Gesellschaft. Sinnlich verknüpft das essayistische Road Movie den Aufstieg und Fall der Rocklegende mit historischen und aktuellen Entwicklungen in den USA." (filmdienst) (läuft am 17. und 18. u. vom 20. bis 23. 5. jew. um 18 Uhr)

ZWEI HERREN IM ANZUG
BRD 2017, s-w u. Farbe, 139 Min.
Regie: Josef Bierbichler, Darsteller: Josef Bierbichler, Martina Gedeck u.a.
"Im Sommer 1984 sitzen ein Wirt und sein erwachsener Sohn nach der Beerdigung der Mutter im Gasthaus der Familie am See zusammen. Stockend entspinnt sich zwischen den Männern ein Gespräch, über das Verhältnis zueinander und die Vergangenheit von drei Generationen der Familien und was davon noch in Erinnerung ist. Eine wuchtige, mitunter lakonisch-komische Familiensaga aus dem bäuerlich-katholischen Milieu Süddeutschlands." (filmdienst) (läuft am 17. und 18. und vom 20. bis 23. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

"Stummfilm mit Live-Musikbegleitung"
DIE VERLORENE WELT
USA 1925, s/w, 104 Min.
Regie: Harry O. Hoyt, Willis O'Bren
Eine fiktive Expedition ins Amazonasgebiet auf der Suche nach prähistorischen Tieren. Ein spannender Abenteuerfilm nach dem Roman "Die Vergessene Welt" von Arthur Conan Doyle. (läuft nur am 19. 5. um 19.30 Uhr mit der Live-Muskbegleitung von Alexander Kraut)

IM ZWEIFEL GLÜCKLICH
USA 2017, Farbe, 102 Min., dt. Fassung, Regie: Mike White, Darsteller: Ben Stiller, Austin Abrams u.a.
Brad hat eigentlich alles, was es zum Glücklichsein braucht: Eine liebende Ehefrau, einen Sinn stiftenden Job bei einer NGO und einen intelligenten Sohn. Als er mit diesem für dessen Studium mögliche Colleges an der US-Ostküste besichtigt, weckt das Erinnerungen an seine eigenen College-Tage. Mit viel Herz und Humor geht der Film der Frage nach, was im Leben wirklich wichtig ist. (läuft vom 24. bis 30. 5. jew. um 18 Uhr)

"Reihe Künstlerporträts" -
Hommage á Romy Schneider
3 TAGE IN QUIBERON
BRD/Österreich/Frankreich 2017, s/w, 116 Min., dt. Fassung, Regie: Emily Atef
Darsteller: Marie Bäumer, Robert Gwisdek, Charly Hübner u.a.
"Im März 1981 befindet sich die 43-jährige Schauspielerin Romy Schneider zu einer Entziehungskur in der Bretagne. Als ein deutscher Journalist und ein Fotograf sie zu einem Interview drängen, lässt sie sich zögerlich darauf ein, doch zeigt sich bald, daß die Pressevertreter ihre innere Zerrissenheit zwischen Depressionen und dem Drang nach öffentlicher Aufmerksamkeit für ihre Zwecke ausnützen wollen." (filmdienst) Robert Lebecks Bilder von Romy Schneider gingen um die Welt. Sie fangen das widersprüchliche Wesen der Schauspielerin ein, ihre Ausgelassenheit, ihre Melancholie, ihren Schmerz. (läuft vom 24. bis 30. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

kino 2

"Werkschau Ralf Kirsten" - "Die Erinnerung darf nicht enden"
STEINZEITBALLADE
DDR 1960, s/w, 85 Min., Regie: Ralf Kirsten, Darsteller: Gisela Rimpler, Elsa Grube-Deister u.a.
"Die Schicksale von sechs Berliner Trümmerfrauen in den ersten Monaten nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Versuch einer dramatisierten Zeitdokumentation, mit Songs und Verfremdungen in Brechtschem Stil inszeniert." (filmdienst) (läuft am 4. und 5. 5. jew. um 20 Uhr)

"Werkschau missingFILMs-Verleih“
KATER
Österreich 2016, Farbe, 124 Min.
Regie: Händl Klaus, Darsteller: Lukas Turur, Philipp Hochmair u.a.
"Zwei bedingungslos liebende Männer leben mit einem Kater biblischen Namens am Rande von Wien, doch auf ihr paradiesisches Idyll folgt nach einer dramatischen Wende eine Versuchsanordnung, die fragt, ob Liebe nach dem Sündenfall noch möglich ist ..." (läuft am 10. und 12. 5. jeweils um 20 Uhr)

Hommage á Romy Schneider
DIE SPAZIERGÄNGERIN VON SANS-SOUCI
Regie: Jacques Rouffio, Darsteller: Romy Schneider, Michel Piccoli u.a.
Für den Präsidenten einer Hilfsorganisation (Michel Piccoli als Max Baumstein) wird die Vergangenheit wieder lebendig, als er in einem ausländischen Diplomaten in Paris einen faschistischen Botschaftsrat erkennt, der für den Tod seiner jüdischen Eltern verantwortlich ist. Er nimmt späte Rache und erschießt ihn kaltblütig. Romy Schneider, als seine Ehefrau Lina, ist hier in einer herausragenden schauspielerischen Leistung in ihrer letzten Rolle zu erleben. (läuft nur am 11. 5. um 20 Uhr)

In Kooperation mit dem Eine-Welt-Laden Neustrelitz "Vielfalt und Toleranz"
RIVERBANKS
Griechenland/BRD/Türkei 2015, Farbe, 96 Min., dt. Fassung, Regie: Panos Karkanevatos, Darsteller: Andreas Konstantinou, Elena Mavridou u.a.
"Der Grenzfluss Evros zwischen der Türkei und Griechenland ist für viele Flüchtlinge der Übergang ins ersehnte Europa. An seinen Ufern entfalten sich drei miteinander verzahnte Geschichten: Ein Junge aus dem Irak verliert seine Schwester beim Überqueren des Flusses, eine Schleuserin nutzt die Flüchtlinge als Drogenkuriere aus, ein Soldat spürt entlang der Grenze Minen auf. Das leise, unsentimentale Drama breitet die komplexe Situation aller Beteiligten mit dokumentarischer Präzision aus." (filmdienst) (läuft vom 24. bis 26. 5. jeweils um 20 Uhr)