?fabrik.intro (November)
Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
"fasse Dich kurz" ist das Gebot in diesem Kinomonat November: Er hat so viele Filme wie selten zu bieten, sehr viele mit Diskussionsangeboten und vielen Kooperationspartnern. Viele gesellschaftlich relevante Themen bilden sich da ab: Künstliche Intelligenz als Konkurrenz zum Menschen, der Krieg in Syrien und die Folgen, Rechtsruck in Deutschland, Flüchtlingspolitik und die unerträglichen Folgen, Stasi, Ukraine, Ost-West-Konflikt, Hunger in der Welt, ökologische Probleme. Es ist gut, daß die Künstler dieses alles in ihren Filmen thematisieren und uns das anregt, darüber zu sprechen. Und daß es dabei nicht bleibt: Daß z. B. letzten Sonnabend in Berlin weit mehr als 200.000 Menschen demonstriert haben für eine gerechte Welt, gegen Rassismus und Rechtsentwicklung. Und in Frankreich und anderen Ländern Europas Zehntausende für den Klimaschutz auf die Straße gegangen sind. Eine Demonstrantin in Berlin hat gesagt, sie habe das ihrer Oma versprochen, daß sie sich dafür einsetzen wird, daß die Zeiten, die Oma erleben mußte, nie wieder kommen werden. Und sie löse dieses Versprechen nun ein.
Aber es gibt auch spannende Geschichten in Filmen, die das Leben schreibt oder einfach nur komische Filme, die für intelligente Unterhaltung und Entspannung sorgen. Sie finden Sie in diesem Programm genauso wie Filme, die uns träumen lassen, von der Liebe in schwierigen Zeiten, von Kunst als Balsam des Herzens, der Seele und des Kopfes, von Abenteuern in fernen Ländern, von den kleinen Fluchten aus dem Alltag ...
Es wird nun langsam die kältere Jahreszeit kommen, und die Speisekarte in unserem Restaurant wird sich darauf einstellen. Es gibt viel auszuprobieren. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr fabrik.team

 

kino 1

TASTE OF CEMENT -
DER GESCHMACK VON ZEMENT

BRD/Libanon/Syrien/Katar/Vereinigte Arabische Emirate 2017, 89 Min., OmU
Regie: Ziad Kalthoum
"Assoziativ komponierter, bildstarker Essayfilm über syrische Bauarbeiter, die im Libanon ein Hochhaus errichten und in ihren nächtlichen Gedanken und Erinnerungen bei ihren Familien sind, die im Krieg zurückgelassen werden mussten. Mehr sinfonische Dichtung als Report, reflektiert der Film über den Kreislauf von Werden und Vergehen, Aufbau und Vernichtung - eine Parabel auf eine Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten ist." (filmdienst) "Ein audiovisuelles Mahnmal" (Berliner Zeitung) (läuft am 1. und 2. und vom 4. bis 7. 11. jeweils um 18 Uhr)

GLÜCKLICH WIE LAZZARO
Italien/Frankreich/BRD/Schweiz 2018, Farbe, 128 Min., Regie: Alice Rohrwacher, Darsteller: Adriano Tardiolo, Agnes Graziani u.a.
"... mit einer berückenden Verbindung aus Sozialdrama, magischem Realismus, Märchen, Arbeiterfilm und Heiligengeschichte erzählt der Film eine Parabel über die Möglichkeit des Guten in einem zeitlosen, aber keineswegs wirklichkeitsfernen Italien, das sich von der Agrargesellschaft bis in die urbane Gegenwart spannt." (filmdienst) "Alice Rohwacher erzählt in ihrem wunderbaren Film eine eigenwillige Heiligengeschichte, die aus der Zeit gefallen scheint, aber doch genau das Herz der Gegenwart trifft." (Süddeutsche Zeitung) (läuft am 1. und 2. und vom 4. bis 7. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

In Kooperation mit der BUNDjugend
"film & gespräch"
DECKNAME JENNY
ein politischer Spielfilm
BRD 2017, 108 Min.
Europa durchzieht ein Rechtsruck, Geflüchtete ertrinken im Mittelmeer, Seenotrettung wird unterbunden, die Menschenrechte zählen nicht mehr. In irgendeiner Kleinstadt in Deutschland: "Jennys" Bande schaut nicht mehr zu. Und handelt. - Eine Geschichte über Liebe und Verrat, Hoffnung und Resignation, Aktivismus und Radikalität über mehrere Generationen hinweg. (läuft nur am 3. 11. um 19.30 Uhr im Kino 1 mit anschl. Gespräch)

In Kooperation mit dem "Stasi-Haftanstalt Töpferstraße e.V." "film & gespräch"
WIR WOLLTEN AUFS MEER
BRD 2012, Farbe, 113 Min.
Regie: Toke Constantin Hebbeln
"Zwei junge Männer in Rostock träumen 1982 von einer Zukunft auf See. Gemeinsam mit einem Dritten, der offen von Republikflucht spricht, geraten sie in das monströse Netz der Staatssicherheit. Drama über Menschen voller Sehnsucht nach einer besseren Welt, die in die Zwangsjacke eines Systems geraten, das ihnen keine Entscheidungsgewalt über ihr Leben zubilligt." (filmdienst) (läuft nur am 8. 11. um 19. 30 mit anschl. Diskussion: Dr. Christian Halbrock, wissensch. Mitarbeiter beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen)

Wiederaufführung
GUNDERMANN
BRD 2018, Farbe, 127 Min., Regie: Andreas Dresen, Darsteller: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl Der Film erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der Mann ist ein Poet, ein Clown und ein Idealist. Er träumt und hofft, liebt und kämpft. Er ist aber auch Zerrissener, ein Weltverbesserer, der es nicht besser wissen will - und ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Biopic über den ostdeutschen Liedermacher Gerhard Gundermann (1955 - 1998). (läuft vom 9. bis 14. 11. jew. um 18 Uhr)

"Reihe Künstlerporträt"
MACKIE MESSER - BRECHTS DREIGROSCHENFILM
BRD 2017, Farbe, 136 Min., Regie: Joachim Lang, Darsteller: Lars Eidinger, Hannah Herzsprung, Joachim Król u.a.
"Nach dem großen Erfolg der 'Dreigroschenoper' wird das Kino aufmerksam auf Brecht und Weill. Ein 'Dreigroschenfilm' soll gedreht werden. Doch Brecht ist nicht bereit, Konzessionen an den Publikumsgeschmack zu machen und prozessiert gegen die Nero-Film AG. ... Verhandelt werden Fragen nach der Künstlerautonomie, Inszenierung und nach der Aufgabe von Kunst überhaupt." (epdFilm)(läuft vom 9. bis 14. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

PALMYRA
BRD 2018, Farbe, 90 Min., dt. Fassung
Regie: Hans Puttnies
Spannender Dokumentarfilm über die antiken Ruinen der syrischen Wüstenstadt Palmyra vor ihrer Zerstörung durch den IS. Der Film bewahrt die unwiederbringliche Erfahrung einer großen Kulturlandschaft." (Verleihinfo) (läuft vom 15. bis 18. 11. jeweils um 18 Uhr)

OFFENES GEHEIMNIS
Frankreich/Spanien/Italien 2018, Farbe, 133 Min., dt. Fassung, Regie: Asghar Farhadi, Darsteller: Penélope Cruz, Javier Bardem u.a.
Der iranische Regisseur durfte mit diesem Film dieses Jahr das Filmfestival von Cannes eröffnen. Wir tauchen ein in eine rauschende Hochzeit in einem kleinen spanischen Dorf, und der Film schildert dann eine dramatische Entführung auf ganz ungewohnte Weise, indem er sie lediglich zum Anlass nimmt, in die charakterlichen Untiefen einer Familie vorzudringen. (programmkino.de) (läuft vom 15. bis 21. 11. jew. um 20.15 Uhr)

AN DEN RÄNDERN DER WELT
BRD 2018, Farbe, 92 Min.
Regie: Thomas Tielsch
Der Naturfotograf und Greenpaece-Aktivist Markus Mauthe bereist die Ränder der Welt in dem Wissen, dass die Orte, die er abbildet, und dass die Klänge, denen er lauscht, vielleicht bald verschwunden sein werden. Sein Film führt zu indigenen Völkern, die dort noch in der Abgeschiedenheit grandioser Landschaften mit ihren Tieren leben. Schauplätze sind der Süd-Sudan, Äthiopien, die Küsten Borneos sowie der brasilianische Mato Grosso. (läuft vom 22. bis 28. 11. jeweils um 18 Uhr)

Bundesstart
COLD WAR -
DER BREITENGRAD DER LIEBE

Polen/GB/Frankreich 2018, s/w, 89 Min.
Regie: Pawel Pawlikowski
Darsteller: Joana Kulig, Tomasz Kot u.a.
In seinem einzigartigen Meisterwerk erzählt der Oscar-Preisträger Pawlikowski von der schier unbändigen, zutiefst menschlichen Kraft der Liebe in den Zeiten des Kalten Kriegs. Fünfzehn Jahre dauert diese raffiniert erzählte, elliptische Lovestory der Nachkriegszeit. Beginnend in der tristen polnischen Provinz in einem Folklore- Tanzensemble, geht die Reise über Ostberlin ins glamouröse Paris und wieder retour. Eine zauberhafte Liebesgeschichte in Zeiten des versteinerten Stalinismus. Brillant inszeniert. Perfekt gespielt. (programmkino.de) (läuft vom 22. bis 28. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

kino 2

ÜBER LEBEN IN DEMMIN
BRD 2017, Farbe, 90 Min.
Regie: Martin Farkas
Auch in Demmin gab es - wie in Neustrelitz - 1945 eine große Welle an Selbstmorden. Der Film erzählt von Depression, Gruppenzwang, Fremdenfeind- lichkeit, falscher Trauer und dem politischen Missbrauch von Gefühlen – aber auch vom Überleben, vom Willen, sich gegen Hass und Fanatismus zu stellen und dem Wunsch, die Vergangenheit umfassend aufzuarbeiten. (läuft nur am 2. 11. um 20 Uhr)

DOMINO
BRD 1982, s/w, 118 Min., Regie: Thomas Brasch, Darstellerin: Katharina Thalbach, Bernhard Wicki, Hanns Zischler Der Film schildert die Geschichte der Schauspielerin Lisa in den letzten zwölf Tagen eines Jahres. Ihr Leben ist erfolgreich, eins paßt ins andere wie die Steine im Dominospiel. Doch plötzlich ändert sich die Spielregel. (läuft am 9. und 10. 11. jeweils um 20 Uhr)

In Kooperation mit der ev. Stadtkirchgemeinde: "Hunger nach Gerechtigkeit"
10 MILLIARDEN -
WIE WERDEN WIR ALLE SATT?

BRD 2015, Farbe, 107 Min.
Regie: Valentin Thurn
"Engagiert-kritischer Dokumentarfilm, der sich auf eine Reise um die Welt begibt, um die Frage zu beantworten, wie die Ernährung der Menschheit noch möglich sein soll, wenn die Weltbevölkerung in absehbarer Zeit auf zehn Milliarden Menschen angestiegen sein wird. …” (filmdienst) (läuft am 15. 11. um 18 Uhr im Kino 2 und am 19. und 20. 11. um 18 Uhr im Kino 1)

"film & gespräch"
VOM BAUEN DER
ZUKUNFT - 100 JAHRE BAUHAUS

Regie: Niels Bolbrinker, Thomas Tielsch
"Anläßlich des 100. Geburtstages des Bauhauses fragt der Film nach dem Erbe dieser künstlerisch-architektonischen Bewegung. Wie im Weimar des Jahres 1918, dann in den 1920er Jahren in Dessau, Architekten und Künstler wie Walter Gropius, Wassily Kandinsky oder Paul Klee über ein Zusammenleben in gestaltetem Raum im Kleinen und Großen nachdachten, erzählt dieser unterhaltsame und lehrreiche Film. (filmecho) (läuft am 16. und 17. 11. jeweils um 20 Uhr - am 16. 11. ist Niels Bolbrinker zum Gespräch im Kino!)

SEESTÜCK
BRD 2018, Farbe, 135 Min.
Regie: Volker Koepp
Mit diesem Film kartographiert Koepp den Ostseeraum von Usedom bis ins Baltikum. Dabei wechseln Landschaftsbilder mit Kurzporträts vor Ort lebender Menschen, die ihre Sicht auf das Meer und die Welt kundtun. Sie erzählen von ihrem Leben im Einklang mit der alle verbindenden Meereslandschaft, von ihrer Arbeit, ihren Erinnerungen und Hoffnungen. Sie entwerfen aber auch das Bild eines Alltags, in dem ökologische Probleme, politische Ost-West-Konflikte und nationale Egoismen allgegenwärtig sind. (läuft am 22. und 24. 11. jeweils um 20 Uhr)

"Werkschau missingFILMs-
Verleih“ - Abschuß
film & gespräch"
KOHLHAAS ODER DIE VERHÄLTNISMÄSSIGKEIT DER MITTEL
BRD 2012, Farbe, 93 Min., Regie: Arno Lehmann, Darsteller: Robert Gwisdek, Jan Messutat u.a.
Helden, Schlachten, Blut und Tränen. Liebe, Hass und Krieg. In Lehmanns Historienepos sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Kühe sind Pferde, Bäume der Feind, und den Rest muss man sich einfach vorstellen ... "Eine gute Idee, den klassischen Kleistschen Kohlhaas zu verfilmen, eines der eindrucksvollsten Dramen über den Kampf um Gerechtigkeit." (programmkino.de) (läuft nur am 23. 11. um 20 Uhr mit anschl. Gespräch mit dem Chef des missingFilms-Verleih Christos Acrivulis)

"Reihe Russisch Dok"
DEM GLÜCK ENTGEGEN
Russland 2015, Farbe, 70 Min., OmenglUT, Regie: Dmitrij Sidorov und Svetlana Demidova
Exotische Wildnis, Vorland des Kaukasus. Hierher zogen vor fast dreitßig Jahren der Architekt Aleksandr und die Künstlerin Marina mit ihrem kleinen Sohn Ilya. Die Beziehung ist äußerlich auf Liebe und Aufmerksamkeit gebaut, innerlich aber voll chechovscher Dramatik. Unmerklich hat sich das Thema des Ukraine-Krieges ins Leben geschlichen. (läuft nur am 29. 11. um 20 Uhr)

WALDHEIMS WALZER
Österreich 2018, Farbe, 93 Min.
Regie: Ruth Beckermann
"Vom Umgang mit der Vergangenheit erzählt Ruth Beckermann in ihrem essayistischen Dokumentarfilm 'Waldheims Walzer', der anhand von Archivmaterial die Affäre um den öster- reichischen Politiker Kurt Waldheim nachzeichnet, der 1986 zum Präsidenten der Republik wurde. Ein Film über gestern, der vor allem deswegen so spannend ist, weil er viel über heute erzählt." (programmkino.de) (läuft am 30. 11. und 1. 12. jeweils um 20 Uhr)