?fabrik.intro (August)
Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
der Höhepunkt des Monats August wird auf jeden Fall die Aufstellung einer Bronze-Skulptur des deutschen, in Frankreich lebenden, Bildhauers Jens Boettcher sein. Am 8. 8. um 15 Uhr wird die Skulptur im Beisein u.a. unseres Bürgermeisters Andreas Grund und Herrn Dr. Fischer vom Zentralrat der Juden in Deutschland sowie des Künstlers enthüllt. Die Skulptur heißt:
"SACHOR - Erinnere Dich!" und wird sich einreihen in die in Neustrelitz schon vorhandenen Erinnerungsorte, die an die Vertreibung und Ermordung unserer damaligen Mitbürgerinnen und Mitbürger während der Zeit der Nazi-Diktatur gemahnen. "Sachor" meint auch: "Wir dürfen nicht schweigen, wenn Menschen Unrecht geschieht - egal wo und wem." Sie soll zum Nachdenken über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anregen. Und sie ist einfach ein schönes Kunstwerk, das uns Freude machen soll - immer wenn wir zum Kulturzentrum kommen und auch wenn wir - nach vergnüglichen, anregenden und spannenden Erlebnissen - wieder gehen. Wir laden Sie ein, uns an diesem Tag zu besuchen!
Es lohnt sich aber auch an den anderen Tagen: Nicht nur wegen der erstklassigen Filmkunst, sondern auch wegen der Ausstellungen in unserer fabrik.galerie: Bis zum 11. August hängen noch die Bilder von Hannelore Teutsch unter dem Titel "Ruhlose Wege und Rast" und am 16. 8. eröffnen wir eine Ausstellung mit Werken des im letzten Jahr plötzlich und unerwartet verstorbenen Berliner Künstlers Martin Rupprecht.
Unsere große Lesereihe "Büchern bin ich zugeschworen, Bücher bilden meine Welt" wird fortgesetzt. Es liest am 24. 8. um 15.30 Uhr im Klubraum der
fabrik.kneipe Horst Conradt aus Texten von Erich Fried. Zur Einleitung wird der selten gezeigte 30minütige DEFA-Film "Die ganze Welt soll bleiben - Erich Fried - Ein Porträt!" von Roland Steiner, DDR 1988, vorgeführt. Eintritt frei.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch, natürlich auch in unserer Gaststätte mit ihren kulinarischen Angeboten, die reichlich für Sie bereit gestellt werden. Bitte einen Tisch reservieren!
Wir wünschen Ihnen weiterhin einen angenehmen Sommer!
Ihr fabrik.team

kino 1

EIN BECKEN VOLLER MÄNNER
Frankreich/Belgien 2018, Farbe, 122 Min., Regie: Gilles Lellouche, Darsteller: Mathieu Amalric, Guillaume Canet, u.a.
"Ein depressiver Mann ohne Arbeit schließt sich einer Synchronschwimmer-Gruppe an. Als die vom Leben nicht verwöhnten Männer an der Weltmeisterschaft teilnehmen wollen, erweist sich das ehrgeizige Ziel als enorme Herausforderung, aber auch als Startschuss für ihr Zusammenwachsen. Die einfallsreiche, leicht melancholische Ensemble-Komödie begegnet ihren sorgfältig konturierten Figuren mit Ernst, Sympathie und Mitgefühl. Eine einfühlsame Inszenierung und überzeugende Darsteller sorgen für eine außergewöhnliche Anteilnahme an dem Plot, der mit abwechslungsreichem Humor von der Entdeckung neuen Lebensmutes erzählt. " (filmdienst) (läuft vom 1. bis 7. 8. jeweils um 20.15 Uhr)

SUNSET
Ungarn/Frankreich 2018, Farbe, 142 Min., dt. Fassung
Regie: László Nemes
Darsteller: Juli Jakabo, Vlad Ivanov u.a.
Die junge Iris Leiter kommt 1913 nach Budapest, um in dem Laden als Hutmacherin anzufangen, der einst ihren Eltern gehörte und in dem sie ihr Leben verloren. Der jetzige Inhaber Oskar Brill weist Iris jedoch ab. Diese hat trotzdem nicht vor, Budapest zu verlassen. Beharrlich macht sie sich auf die Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit. Dabei kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, das bis in die höchsten Kreise der österreichisch-ungarischen Gesellschaft führt. Dem Regisseur gelingt nach seinem mit dem Oscar für den "Besten fremdsprachigen Film" ausgezeichneten SON OF SAUL erneut eine präzise Schilderung einer Zivilisaton am Abgrund. In fein komponierten Bilder und mit einem virtuosen Gespür für die flirrend-dekadente Atmosphäre vor dem Ersten Weltkrieg schildert Nemes die Geschichte seiner jungen Heldin. "Ganz und gar faszinierend ... wie ein Albtraum bei klarem Verstand" (The Guardian)
(läuft vom 8. bis 14. 8. jew. um 20.15 Uhr)

Filmreihe "Vielfalt und Toleranz"
ROADS
BRD/Frankreich 2018, Farbe, 99 Min.
Regie: Sebastian Schipper
Darsteller: Fionn Whitehead, Stéphane Bak, Moritz Bleibtreu u.a.
"Ein 18-jähriger Brite strandet mit dem gestohlenen Wohnmobil seines Stiefvaters in der marokkanischen Wüste, wo ihm ein gleichaltriger Flüchtling aus dem Kongo begegnet. Gemeinsam setzen sie die Reise Richtung Europa fort, wo der Brite seinen leiblichen Vater und der Kongolese seinen verschollenen Bruder suchen will. Das zärtlich entwickelte Road Movie erzählt fernab vereinfachender Zuschreibungen von der Entstehung einer Freundschaft zwischen zwei jungen Menschen. Der mit großer Gelassenheit entwickelte Film findet einen bemerkenswert unverbrauchten Zugang zur Flüchtlingskrise und führt den Wert von Unvoreingenommenheit und Offenheit vor Augen. " (filmdienst) (läuft vom 15. bis 21. 8 jew. um 20.15 Uhr)

Filmreihe "Grandfilm Filmverleih"
NUESTRO TIEMPO
Mexiko/Frankreich/BRD/Dänemark/Schweden 2018, Farbe, 173 Min., OmU, Regie: Carlos Reygadas
Darsteller: Natalia López, Phil Burgers "Die Beziehung eines mexikanischen Stierzüchters zu seiner Ehefrau gerät durcheinander, als ein US-Amerikaner auf der Farm auftaucht. Die Frau beginnt eine Affäre mit dem Fremden und wehrt das Insistieren ihres Gatten ab, der ein Geständnis fordert oder an dem Verhältnis beteiligt sein will. Während es der Frau um Eigenständigkeit und Selbstbestimmung geht, hat er mit Ohnmacht und Kontrollverlust zu kämpfen. Die bildmächtige Meditation über die ambivalente Lebenskraft des Eros kreist um eine kosmische Verbundenheit von Natur und Menschen, Landschaft und Figuren, in die sich indigene Formen der Welterfahrung mischen. " (filmdienst) (läuft vom 22. bis 28. 8. jeweils um 19.30 Uhr (!!)

LEID UND HERRLICHKEIT
Spanien 2019, Farbe, 113 Min., dt. Fassung, Regie: Pedro Almodóvar
Darsteller: Antonio Banderas, Asier Etxeandia u.a.
Der Regisseur Salvador Mallo entdeckte früh seine Leidenschaft für das große Kino und die Geschichten, die es erzählt. Aufgewachsen im Valencia der 60er Jahre, aufgezogen von seiner liebevollen Mutter, die sich ein besseres Leben für ihn wünschte, zog es ihn in den 80er Jahren nach Madrid. Dort traf er auf Federico, eine Begegnung, die sein Leben von Grund auf veränderte. Gezeichnet von vielerlei Exzessen blickt Salvador jetzt auf die vergangenen Jahre zurück. Dadurch eröffnet sich ihm aber auch der Weg in ein neues Leben. "Seit über 40 Jahren dreht Pedro Almodovar Filme, längst ist er einer der größten des internationalen Kinos und hat nun, mit fast 70 Jahren, nicht nur seinen persönlichsten, sondern auch einen seiner schönsten Filme gedreht. Unverhohlen autobiographisch ist 'Leid und Herrlichkeit', der im Wettbewerb von Cannes Premiere feierte und für Begeisterung sorgte." (programmkino.de) (läuft vom 29. 8. bis 4. 9. jeweils um 20.15 Uhr)


kino 2

Reihe Künstlerporträts -
In memoriam Joâo Gilberto
WO BIST DU, JOÂO GILBERTO?
Schweiz/BRD/Frankreich 2018, Farbe, 111 Min., Regie: Georges Gachot
"Auf den Spuren einer gescheiterten journalistischen Recherche nach dem brasilianischen Musiker João Gilberto, die der Autor Marc Fischer literarisch als Reise- und Detektivroman veröffentlicht hat, wiederholt der Dokumentarfilm die Suche nach der Bossa-Nova-Legende, die sich seit 30 Jahren radikal aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte und kürzlich gestorben ist. Das Buch und seine Materialien, Fotos, Film- und Tonaufnahmen geleiten zu den Ursprüngen und den Wegbereitern des Bossa Nova, wobei die Suche nach dem exzentrischen Künstler zum Dreh- und Angelpunkt eines Films über Musik, Kunst und Leidenschaft wird. " (filmdienst) Der Film ist wie der Bossa Nova: ein melancholischer und nachdenklicher, aber auch immer wieder leichter und humorvoller Film, der den Zuschauer in eine wunderbare Welt eintauchen lässt, in der die Musik und ihr Lebensgefühl alle Figuren, Orte und Situationen durchdringen.
(läuft vom 1. bis 3. 8. jeweils um 20 Uhr)

Reihe DEFA-Filme
JUNGFER, SIE GEFÄLLT MIR
DDR 1969, Farbe, 104 Min.
Regie: Günter Reisch
Darsteller: Wolfgang Kieling, Rolf Ludwig, Monika Gabriel u.a.
"Turbulentes Spektakel, das Motive aus Kleists 'Der zerbrochene Krug' äußerst frei verwendet. Entstanden ist eine polternd derbe, krachlederne Posse, die pausenlos Gags aneinander reiht und sich in lautstarken Unverbindlichkeiten gefällt. Einzig Wolfgang Kieling und Rolf Ludwig bestechen in den Rollen von Dorfrichter Adam und Schreiber Licht und dürfen ihrem komödiantischen Affen Zucker geben. " (filmdienst) (läuft am 8. und 10. 8. jeweils um 20 Uhr)

"Kultfilm"
WIR KÖNNEN AUCH ANDERS
BRD 1992/93, Farbe, 92 Min.
Regie: Detlev Buck
Darsteller: Joachim Krol, Horst Krause, Sophie Rois u.a.
Wer ihn noch nicht gesehen hat oder wer ihn immer wieder sehen will - hier eine erneute Chance. Kipp hat einen schwarzen Anzug, einen Sprachfehler und den unwiderstehlichen Charme eines Enthusiasten. Most hat seine Waldarbeiterkleidung, reichlich Skepsis und einen alten LKW. Der ist das Ticket ins gelobte Land. Irgendwo im Osten wartet ein Landgut, das ihnen die verstorbene Großmutter hinterließ. Die Reise wird beschwerlich, denn die Glücksritter sind Analphabeten, und Straßenschilder können nicht sprechen. Ein Film zum Totlachen - besonders für Nordost-Deutsche. (läuft am 9. 8. und vom 15. bis 17. 8. jeweils um 20 Uhr)

BOB MARLEY -
LIVE IN CONCERT

BRD 1979 - 98, Farbe, 85 Min.
Regie: Stefan Paul
"Mitschnitt eines Konzerts, das der jamaikanische Reggae-Musiker Bob Marley mit seiner Gruppe "The Wailers" 1980 in Dortmund gab. Unterschnitten wird diese Veranstaltung mit Szenen aus dem 'Reggae Sunsplash-Festival' (Jamaika 1979) und Aufnahmen vom Begräbnis des Musikers, der 1981 starb. Mit äußerst bescheidenen filmischen Mitteln beschert der Film, der sich jedes Kommentars und jeder Wertung enthält, ein Wiedersehen mit dem charismatischsten Vertreter der Reggae-Musik und ein Wiederhören mit zehn seiner zeitlosen Songs." (filmdienst) (läuft vom 22. bis 24. 8. jeweils um 20 Uhr)

Filmreihe "Grandfilm Filmverleih"
BILDBUCH
Schweiz/Frankreich 2018, Farbe, 85 Min. dt. Fassung
Regie: Jean-Luc Godard
"In Jean-Luc Godards 'Bildbuch' verschmelzen Realität und Fiktion. Die Regielegende nimmt sich für ihren neuesten Film alle nur erdenklichen künstlerischen Freiheiten und kreiert einen collagenartigen Gedankenfluss, der mitreißt. Voraussetzung: man lässt sich voll und ganz darauf ein und ist offen für Experimentelles. Das bildgewaltige, essayistische Werk untersucht die Verantwortung der Kunst, die Folgen gewaltverherrlichender Bilder und das Abgründige im Menschen." (programmkino.de) Dieser Filmessay von Jean-Luc Godard, das mit den avanciertesten filmischen Mitteln assoziativ über die Menschheit und das Kino, den Zustand der Welt und die lebenslange Beschäftigung des Regisseurs mit Bildern reflektiert, "ist ein modernes Gedicht über Film und Wirklichkeit, Repräsentation und Demokratie, Politik und Revolution, Herrschaft und Leben." (Indikino) In dieser deutschen Fassung spricht Godard seine Kommentare selbst auf Deutsch ein, was nochmal ein ganz besonderes Erlebnis ist. (läuft vom 29. bis 31. 8. jeweils um 20 Uhr)