fabrik.intro (Januar 2019)
Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
wir wünschen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das Jahr 2019!
Im November ist der großartige Schauspieler Rolf Hoppe im Alter von 88 Jahren verstorben. Aus diesem Grund beginnen wir mit einer "Filmreihe Rolf Hoppe" und präsentieren gleich zu Jahresbeginn "Mephisto" von Istvan Szabó. Mit der Rolle des Hermann Göring in diesem Film wurde Rolf Hoppe international bekannt und dann häufig auch in internationalen Produktionen besetzt.
Am 27. Januar begehen wir den Holocaust-Gedenktag und aus diesem Anlaß zeigen wir neben "Mephisto" noch zwei weitere, neue Filme, die sich mit diesem Menschheitsverbrechen auseinandersetzen: "Nachlass" von Christoph Hübner und Gabriele Voss und "Murer" von Christian Frosch. Der Kameramann dieses Films kommt am 11. 1. zu uns ins Kino.
Im Dezember haben wir bereits wieder mit einer kleinen Folge von "Stummfilmen mit Livemusikbegleitung" begonnen ("Tabu" von F. W. Murnau, 1929), und im Januar folgt Murnaus 1921 gedrehter Film "Schloß Vogelöd" (am 19. 1.).
In der "Reihe Künstlerporträts" bringen wir den neuen Spielfilm "Astrid" von Pernille Fischer Christensen, der von Astrid Lindgrens schwierigen Anfängen als ledige Mutter im Schweden der 20er Jahre handelt.
Und last but not least der Hinweis: Wir sind am 10. Januar mit dabei beim Bundesstart des neuen Films "Adam und Evelyn" von Andreas Goldstein nach dem Roman von Ingo Schulz. Am 11. Januar wird der Regisseur nach dem Film mit uns ins Gespräch kommen, und es wird uns die Ausnahmesituation des Wendesommers 1989 ganz nah erscheinen - obwohl dieses Ereignis dann auch schon wieder 30 Jahre zurück liegt.
Also, es lohnt sich, zu uns ins Kino zu kommen, und wir wünschen uns für 2019, daß recht viele von Ihnen sich für unser Programm entscheiden. Es gibt viel zu entdecken: Nicht zuletzt in unserer Lesereihe und in unserem Restaurant. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr fabrik.team


kino 1

DESTINATION WEDDING
USA 2018, Farbe, 86 Min., dt. Fassung
Regie: Victor Levin, Darsteller: Keanu Reeves, Winona Ryder u.a.
"Ein Marketingchef und eine Anwältin lernen sich auf dem Wege zu einer Hochzeit kennen und finden bald eine gemeinsame Verständigungsebene in ihrer Verachtung für die Feierlichkeiten. Je länger sie sich in sarkastischen Bemerkungen ergehen, desto deutlicher springt jedoch der Funke zwischen ihnen über, was ihre zynische Grundhaltung ins Wanken bringt. Unterhaltsamer ... Schlagabtausch über moderne Tendenzen zum Pessimismus bei der Suche nach der wahren Liebe." (filmdienst) (läuft vom 4. bis 9. 1. jeweils um 18 Uhr)

LETO
Russland/Frankreich 2018, Farbe, 129 Min., dt. Fassung, Regie: Kiril Serebrennikow, Darsteller: Teo Yoo, Irina Starshenbaum, Rom Zver u.a.
"Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt 'Leto' das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein. Mit verspielter Bilderwelt und pulsierendem Soundtrack von Talking Heads, Iggy Pop bis zu Blondie gelingt dem Regisseur ein mitreißendes Zeitbild einer Jugend zwischen Rebellion und dem Leben unter der Zensur." (Verleihinfo) "Eine Feier von Musik, vom Sommer und von der Liebe." (FAZ) "Ein mitreißender Widerstandsfilm." (Spiegel Online) (läuft vom 4. bis 9. 1. jeweils um 20.15 Uhr)

"Reihe Künstlerporträts"
ASTRID
Schweden/BRD/Dänemark 2018, Farbe, 121 Min., Regie: Perrnille Fischer Christensen, Darsteller: Trine Dyrholm, Alba August u.a.
"Von Lindgrens schwierigen Anfängen als ledige Mutter im Schweden der 20er Jahre wissen nicht viele ihrer Fans. Der Film zeigt die Künstlerin als junge Frau: In Alba Augusts Verkörperung der jugendlichen Astdrid Lindgren werden der Optimismus ihrer Bücher und ihre Originalität lebendig." (epdFilm) "Mein Film über die Jugend von Astrid Lindgren ist eine persönliche Hommage an eine der großartigsten Künstlerinnen Skandinaviens. Eine Liebeserklärung an eine Frau, die mit ihrer starken Persönlichkeit die herrschenden Normen von Geschlecht und Religion gesprengt hat." (P. F. Christensen) (läuft vom 10. bis 16. 1. jeweils um 18 Uhr und zusätzlich am 12. 1. um 14 Uhr)

Bundesstart - “film & gespräch”
ADAM UND EVELYN
BRD 2018, Farbe, 95 Min., Regie: Andreas Goldstein, Darsteller: Florian Teichmeister, Anne Kanis u.a.
"Adam und Evelyn sind ein ostdeutsches Paar, das im Spätsommer 1989 unerwartet mit der Wende konfrontiert wird. Während Evelyn Hoffnung und Zuversicht spürt, sieht Adam einem Neustart im Westen mit wenig Begeisterung entgegen. Andreas Goldstein legt mit seiner Romanverfilmung 'Adam und Evelyn' eine vielschichtige und reduziert inszenierte Tragikomödie vor, die ganz von den widersprüchlichen Gefühlen ihrer Figuren lebt und daraus die meiste Spannung bezieht. Es geht um eine Generation im Ausnahmezustand, hin- und hergerissen zwischen Entschlossenheit und Verlust, zwischen West und Ost." (programmkino.de) (läuft vom 10. bis 16. 1. jeweils um 20.15 Uhr und zusätzlich am 13. 1. um 14 Uhr, am 11.1. ist Andreas Goldstein zum Gespräch im Kino !)

GEGEN DEN STROM
Island/Frankreich/Ukraine 2018, Farbe, 101 Min., dt. Fassung, Regie: Benedikt Erlingsson, Darsteller: Halldóra, Jóhann Siguroarson u.a.
"Ökothriller, Abenteuerfilm, Märchen und Komödie - Benedikt Erlingssons Film über eine Umweltaktivistin auf dem Kriegspfad ist all das und noch mehr: großes, originelles Arthousekino! Der Filmemacher bleibt seinem Konzept treu. Er zeigt die ursprüngliche isländische Natur in wunderbaren Bildern, dazu außergewöhnliche Menschen in surrealen Situationen. Diesmal ist die Geschichte weniger rustikal, dank einer brillanten Hauptdarstellerin sogar von beinahe poetischer Eleganz und trotzdem sehr komisch .." (programmkino.de) (läuft am 17. und 18. und vom 20. bis 23. 1. jeweils um 18 Uhr)

MÄNNERFREUNDSCHAFTEN
BRD 2018, Farbe, 85 Min., Regie: Rosa v. Praunheim, Darsteller: Wolfgang Bunzel, Max Conrad u.a.
"Unterhaltsame Recherche über homosexuelle Beziehungen und Untertöne zur Zeit der Weimarer Klassik bei Goethe, Schiller & Co. Was als kokett-frivoler Genre-Mix aus literaturgeschichtlichen Anekdoten, 'queeren' Textinterpretationen und Reenactments beginnt, wandelt sich zu einer erstaunlich vielschichtigen, differenzierten Untersuchung, die der empfindsamen Versprachlichung von Emotionen auch auf dem Feld der Freundschaft, Zuneigung und Liebe zwischen Männern nachspürt." (filmdienst) "Die Reise in die erotische Vergangenheit der deutschen Dichtung ist auf jeden Fall sehr vergnüglich, nicht nur für Germanisten ..." (programmkino.de) (läuft am 17. und 18. und vom 20. bis 23. 1. jeweils um 20.15 Uhr und zusätzlich am 19. und 20. 1. um 14 Uhr)

Stummfilm mit Livemusikbegleitung
SCHLOSS VOGELÖD
Dtld. 1921, s/w, 81 Min., Regie: F. W. Murnau, Darsteller: Arnold Korff, Lulu Korff-Kyser, Lothar Mehnert u.a.
Wie jedes Jahr soll auf Schloß Vogelöd eine große Oktoberjagd stattfinden. Doch strömender Regen läßt die traditionsreiche Veranstaltung ins Wasser fallen. Tödliche Langeweile macht sich unter den Gästen breit, da erscheint ein unerwarteter und seltsamer Gast: Graf Johann Oetsch. Die Gerüchte über ihn verbreiten sich schnell. Angeblich hat Oetsch vor Jahren seinen Bruder erschossen ... (läuft nur am 19. 1. um 19.30 Uhr mit der Livemusikbegleitung von Alexander Kraut)

Wiederaufführung eines Meisterwerks
COLD WAR - DER BREITENGRAD DER LIEBE
Polen/GB/Frankreich 2018, s/w, 89 Min.
Regie: Pawel Pawlikowski, Darsteller: Joana Kulig, Tomasz Kot u.a.
In seinem einzigartigen Meisterwerk erzählt der Oscar-Preisträger Pawlikowski von der schier unbändigen, zutiefst menschlichen Kraft der Liebe in den Zeiten des Kalten Kriegs. Fünfzehn Jahre dauert diese raffiniert erzählte, elliptische Lovestory der Nachkriegszeit. Beginnend in der tristen polnischen Provinz in einem Folklore-Tanzensemble, geht die Reise über Ostberlin ins glamouröse Paris und wieder retour. Eine zauberhafte Liebesgeschichte in Zeiten des versteinerten Stalinismus. Brillant inszeniert. Perfekt gespielt. (programmkino.de)"Selten gab es einen Film im letzten Jahr, der von der Kritik und vom Publikum mit Recht (!!) so gefeiert wurde, wie dieser. Sie sollten ihn wirklich nicht versäumen!" (Horst Conradt) (läuft am 24. und 25. und vom 27. bis 30. 1. jeweils um 18 Uhr und zus. am 26. 1. um 14 Uhr)

"Die Erinnerung darf nicht enden" -
Zum Holocaust-Gedenktag -
MURER - "film & gespräch"
Österreich 2018, Farbe, 137 Min., Regie: Christian Frosch, Kamera: Frank Amann
"Nicht um ein weiteres Verbrechen der Nazis geht es in Christian Froschs Gerichtsfilm, sondern um die Psyche und das Selbstverständnis der österreichischen Nation. Der Prozess gegen den SS-Mann Franz Murer, der 1963 trotz erdrückender Beweise freigesprochen wurde, ist dabei nur Aufhänger für eine scharfe Sezierung des österreichischen Wesens." (programmkino.de) "Mit der Präzision, mit der der Film das Thema herausarbeitet, unterstreicht er seine politische Bedeutung und zielt auf die unmittelbare Gegenwart." (filmdienst) (läuft am 24. und 25. und vom 27. bis 30. 1. jeweils um 20.15 Uhr - am 26. 1. um 19.30 Uhr ist Frank Amann zum Gespräch im Kino - zus. läuft der Film am 27. 1. um 14 Uhr)

"Reihe Vielfalt und Toleranz"
SCHNEIDERIN DER TRÄUME
Indien, Frankreich 2018, Farbe, 99 Min., dt. Fassung
Regie: Rohena Gera
Darsteller: Tillotama Shome, Vivek Gomber u.a.
"Es ist ein Stoff, wie gemacht für ein fettes Bollywood-Melodram, doch die Geschichte der wachsenden Zuneigung zwischen einem Dienstmädchen und dem jungen Herrn, dem sie den Haushalt führt, entwickelt sich zu einer sanften Kritik der gewaltsamen Verhältnisse. Eine echte Rarität: ein glaubwürdiger, ehrlicher Liebesfilm aus Indien." (epdFilm)
(läuft vom 31. 1. bis 6. 2. jeweils um 20.15 Uhr und zusätzlich am 2. und 3. 2. um 14 Uhr)

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“Filmreihe Rolf Hoppe”
MEPHISTO
Ungarn/BRD/Österrreich, Regie: Istvan Szabó, Darsteller: Klaus Maria Brandauer, Rolf Hoppe , Krystyna Janda u.a.
"Der Aufstieg des Theaterschauspielers Hendrik Höfgen vom Provinzmimen zum Intendanten der Berliner Staatsschauspiele während der Nazi-Zeit. Nach Motiven des Romans von Klaus Mann gestaltetes Psychogramm eines Karrierebesessenen, der seine Überzeugungen dem Erfolg opfert. Höfgens Aufstieg ist zugleich ein Modellfall für einen vielschichtigen filmischen Diskurs über Politik, Macht, Moral, Kunst und Kultur unter den Bedingungen totalitärer Systeme. " (filmdienst) (läuft am 4. und 5. 1. jeweils um 20 Uhr)

"Reihe Künstlerporträts"
IT MIGHT GET LOUD
USA 2008, Farbe, 97 Min.
Regie: Davis Guggenheim
"Dokumentarfilm über die Musiker Jimmy Page (Led Zeppelin), The Edge (U2) und Jack White (The Whit Stripes) und ihr jeweiliges Verhältnis zur E-Gitarre als prägendes Instrument der Rock-Musik. ... Die nostalgische Hommage an den Rock versammelt seltene Aufnahmen, persönliche Erinnerungen sowie mitreißende Konzertmitschnitte ..." (filmdienst) (läuft am 11. und 12. 1. jeweils um 20 Uhr)

"Die Erinnerung darf nicht enden"
NACHLASS
BRD 2017, Farbe, 108 Min.
Regie: Christoph Hübner, Gabriele Voss
"Dieser Film schafft Verbindungen, wo vorher keine waren, und er baut Brücken zwischen Menschen: zwischen den Kindern und Enkeln von Opfern und Tätern des Nationalsozialismus. Mit viel Einfühlungsvermögen lassen Christoph Hübner und Gabriele Voss ihre Protagonisten sprechen: über die Kindheit und die Ahnungslosigkeit, über Beziehungen zu Vätern, die Mörder waren, oder über den Großvater, der das KZ überlebte, darüber, wie sie von der Schuld der Väter erfuhren und damit umgehen mussten." (programmkino.de) (läuft am 17. und 18. 1. jeweils um 20 Uhr)

"film & gespräch"
DIALOGE

BRD 2016, Farbe, 104 Min.
Regie: Carmen Blazejewski
Die Künstler Birgit und Horst Lohmeyer behaupten sich in dem kleinen mecklenburgischen Dorf Jamel gegen die rechte Szene, u.a. mit ihrem alljährlich stattfindenden Musikfestival für Demokratie und Toleranz. Gibt es Ansätze, aufeinander zuzugehen oder muss die Abgrenzung total sein? (läuft nur am 24. 1. um 20 Uhr - die Regisseurin ist zum Gespräch anwesend!)

SWIMMING WITH MEN
GB 2018, Farbe, 94 Min., dt. Fassung
Regie: Oliver Parker "Nirgendwo werden Underdogs amüsanter gefeiert als im britischen Kino! In der Tradition von 'Ganz oder gar nicht' oder 'Kalender Girls' strampelt sich in dieser Feel-Good-Komödie ein Trupp männlicher Synchronschwimmer ab, um sich im tristen Hallenbad ein bisschen Würde und Werte im Leben zu bewahren. Die sportlichen Anstrengungen der schrägen Stehaufmännchen fallen erwartungsgemäß ebenso situationskomisch wie selbstironisch aus." (programmkino.de) (läuft am 25. und 26. 1. jeweils um 20 Uhr)

Russisch Dok
Varlam Shalamov. ERFAHRUNG
EINES JÜNGLINGS

Regie: Pavel Pechionkin
Eine Untersuchung der Gründe, die zur Einrichtung des GULag unter Zwangsarbeit in den 1930ern führten und dies anhand der Erfahrung des Schriftstellers Varlam Shalamov, des ersten Chronisten des Gulags. (läuft nur am 31. 1. um 20 Uhr - OmenglUT)


Ein Film von Thomas Brasch
DER PASSAGIER - WELCOME TO GERMANY
BRD 1988, Farbe, 107 Min.
Regie: Thomas Brasch
Darsteller: Tony Curtis, Katharina Thalbach u.a.
Ein Film im Film, ein brisant-cineastisches Abenteuer, ernst, ironisch, zynisch. Das Thema: Die Austauschbarkeit von Opfer- und Täterrolle im Nationalsozialismus wie in der Gegenwart, ausgehend von den authentischen Fakten, daß im Dritten Reich Juden für antisemitische Propagandafilme als Statisten eingesetzt wurden.
(läuft am 1. und 2. 2. jeweils um 20 Uhr)