?fabrik.intro
Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
wir fassen uns diesen Monat mit unserem Intro sehr kurz. Lesen und entdecken Sie bitte selbst, was wir Ihnen im November zu bieten haben: Zwei Effi-Briest-Verfilmungen, sechs Filme in der Reihe "30 Jahre Wende", drei Regisseure sind zu Gast und werden mit uns über ihre Filme sprechen, ein Stummfilm mit Live-Musikbegleitung, ein weiterer DEFA-Film von Wolfgang Luderer: "Lebende Ware" aus dem Jahr 1966 mit Horst Schulze als SS-Sturmbannführer Kurt Becker in der Reihe "Jüdische Lebenswelten". Insgesamt präsentieren wir 22 Filme der aktuellen internationalen Filmkunst und aus den Archiven der Deutschen Kinemathek sowie der DEFA-Stiftung.
Weiterhin erwarten Sie diesen Monat ein Konzert am 8. 11., eine Lesung am 23. 11., eine Vernissage am 29. 11. sowie ein Film zur Weltklimakonferenz, ebenfalls am 29. 11.
Ein volles Programm also, und wir hoffen, daß es auf Ihr Interesse stößt.
Ihr fabrik.team

 

kino 1

"Filmreihe Vielfalt und Toleranz"
EIN LICHT ZWISCHEN
DEN WOLKEN

Albanien 2018, Farbe, 84 Min., dt. Fassung, Regie: Robert Budina, Darsteller: Arben Bajraktarai, Edela Pysgyli u.a.
Poetische Parabel auf das Leben koexistierender Gemeinschaften von Christen und Muslimen in Albanien mit einem sanften Ziegenhirten im Zentrum. Bilder von urwüchsiger Schönheit aus der Bergwelt Albaniens und einige unbequeme Wahrheiten zum Gesamtzustand der Menschheit. "Das Beste vom Besten für anspruchsvolle Kinofans: ein wunderschöner Film!" (programmkino.de), (läuft vom 31. 10. bis 2. 11. und vom 4. bis 6. 11. jeweils um 18 Uhr)

SYNONYMES
Israel/Frankreich/BRD 2019, Farbe, 123 Min., dt. Fassung, Regie: Nadav Lapid, Goldener Bär bei der letzten Berlinale, Darsteller: Tom Mercier, Quentin Domaire u.a.
Als Fremder in Paris. Eintauchen in der französischen Metropole, seine eigene Identität ablegen. Basierend auf eigenen Erfahrungen erzählt Nadav Lapid hintergründig und mit trockenem Humor von der Schwierigkeit, neue Wurzeln zu bilden. Eine tragikomische Hommage an die Nouvelle Vague, ein rauschhafter Trip durch das Paris von heute.
"Der beste Film der Berlinale." (Süddeutsche Zeitung) (läuft am 31. 10. und 1. 11. sowie vom 4. bis 6. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

"theater & film" - "30 Jahre Wende"
DAS LAND HINTER
DEM REGENBOGEN

BRD 1990/91, Farbe, 89 Min., Regie: Herwig Kipping, Darsteller: Winfried Glatzeder, Swetlana Schönfeld u.a.
Ein rigoros-garstiger Abschied vom politischen System der Unterdrückung, Denunziation und Bespitzelung in der DDR, angelegt als apokalyptisches Panoptikum in der Bilder-Tradition eines Hieronymus Bosch. (läuft nur am 2. 11. um 20.15 Uhr)

"theater & film" - "30 Jahre Wende"
18.30 Uhr in der Alten Kachelofenfabrik, fabrik.galerie: Einheitsbuffet (nur mit Anmeldung! unter 03981 - 20 31 45) und danach:
LETZTES JAHR TITANIC
DDR/BRD 1989/90, s/w, 108 Min.
Regie: Andreas Voigt
Leipzig im letzten Jahr der DDR: Wahlen, Westreisen und die Währungsunion stehen an. Hoffnung macht sich breit, aber auch Resignation. Das Leben der Menschen steht vor tiefgreifenden Veränderungen, Träume erhalten neue Nahrung, Existenzen zerbrechen. (läuft nur am 3. 11. um 20 Uhr: nach dem Einheitsbuffet)

ZWINGLI - DER REFORMATOR
Schweiz/BRD 2018, Farbe, 128 Min.
Regie: Stefan Haupt, Darsteller: Max Simonischek, Sarah Sophia Meyer u.a.
Nach dem enormen Erfolg von "Luther" folgt nun ein Biopic über seinen Schweizer Zeitgenossen, den Kirchenrebellen Ulrich Zwingli. "Das aufwändige Historiendrama überzeugt durch spannende Dramaturgie sowie einen charismatischen Hauptdarsteller: Max Simonischek hat klar das Talent seines Vaters Peter. Ein flammendes Plädoyer für aufgeklärtes Denken und gegen religiösen Fanatismus." (programmkino.de) "Absolut sehenswert!" (Deutschlandfunk) (läuft vom 7. bis 13. 11. jeweils um 18 Uhr)

EIN LEICHTES MÄDCHEN
Frankreich 2019, Farbe, 92 Min., dt. Fassung, Regie: Rebecca Zlotowski, Darsteller: Mina Farid, Zahia Dehar "Zwei junge Mädchen (Sofia und Naima) und ein Sommer unter den Yachtbesitzern und -bewohnern von Cannes: Rebecca Zlotowskis Film kombiniert Coming-of-Age mit kritischem Blick für soziale Verhältnisse." (epdFilm) "Mit viel Wärme blickt Zlotowski auf ihre Figuren. Sofia zeigt Verwundbarkeiten unter der makellosen Oberfläche." (Tagesspiegel) (läuft vom 7. bis 13. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

HEUTE ODER MORGEN
BRD 2019, Farbe, 93 Min.
Regie: Thomas Moritz Helm
Darsteller: Paul Knüpling, Maximilian Hildebrandt, Tala Gouvei u.a.
"Ein junges Paar Mitte Zwanzig driftet mit offenen Armen und begehrlichen Blicken durch den Berliner Sommer. Als den beiden eine britische Studentin begegnet, entwickelt sich eine Ménage à trois, die zwischen gelebter Utopie und Verunsicherung schwankt. Der Film erkundet die Möglichkeiten einer Liebe zu dritt und wirft dabei einen Blick auf die Widersprüche einer Generation, die ihre Sexualität frei, unbekümmert und schamfrei ausleben will." (filmdienst) (läuft am 14. und vom 17. bis 20. 11. jeweils um 18 Uhr)

MEIN LEBEN MIT AMANDA
Frankreich 2018, Farbe, 107 Min., dt. Fassung, Regie: Mikhael Hers, Darsteller: Vincent Lacoste, Isaure Multrier Drei Jahre nach dem Terroranschlag auf das Pariser Bataclan spiegelt Mikhael Hers in seinem sommerlichen Melodram die Verletzbarkeit der Städte und ihrer Bewohner - mit wunderbaren Darstellern und hingebungsvoller Detailgenauigkeit. Jenseits aller Klischees gelingt ihm, ein schwieriges Thema mit bemerkenswerter Leichtigkeit zu behandeln. "Ein Kinojuwel." (programmkino.de) (läuft am 14. und 15. und vom 17. bis 20. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

"Stummfilm mit Live-Musikbegleitung"
DR. MABUSE, DER SPIELER
Teil 1: Der große Spieler - ein Bild der Zeit., D 1921/22, s/w, 127 Min.
Regie: Fritz Lang (s. gesondertes Prospekt unter www. .... (läuft nur am 16. 11. um 19.30 Uhr mit der Live-Musikbegleitung von Alexander Kraut)

"Reihe Künstlerporträts"
NUREJEW - THE WHITE CROW
GB 2019, Farbe, 122 Min., dt. Fassung, Regie: Ralph Fiennes
Darsteller: Oleg Ivenko, Ralph Fiennes, Louis Hofmann u.a.
"In seiner dritten Regiearbeit erzählt der britische Schauspiel-Star Ralph Fiennes die wahre Geschichte des sowjetischen Ballett-Stars Rudolf Nureyev. ... Statt linearer Erzählform entwickelt sich das Biopic über den exzentrischen Ballett-Egomanen mit Rückblenden. Jungstar Louis Hofmann gibt mit gewohnter Leinwandpräsenz den deutschen Lover. Beim dramatischen Flucht-Finale auf dem Flugplatz von Paris erreicht Fiennes fast Hitchcock-Qualitäten. So ambitioniert gemacht, können Künstler-Biopics sich sehen lassen!" (programmkino.de) (läuft vom 21. bis 27. 11. jeweils um 18 Uhr)

JOKER
USA 2019, Farbe, 118 Min., Regie: Todd Philips, Darsteller: Joaquin Phoenix, Robert de Niro u.a.
Der Comedian Arthur Fleck, der in Gotham City ein armseliges Leben fristet und immer wieder gedemütigt und gequält wird, tötet im Clownskostüm in der U-Bahn drei reiche Schnösel, die ihn angegriffen und zusammengeschlagen haben. Danach wird die Clownsmaske zur Ikone einer Revolte, bei der die sozial Abgehängten sich gegen die Elite wenden. "'Joker' ist auf allen Ebenen ein Meisterwerk. Das Art-Diesign ist beeinflusst vom New York der 70er Jahre, ein origineller Soundtrack und bewegende Tanz-Coreographien werden noch getoppt von der sensationellen schauspielerischen Leistung von Joaquin Phoenix, die nach einem Oscar schreit." (programmkino.de) (läuft vom 21. bis 27. 11. jeweils um 20.15 Uhr)

"theater & film"
DER SCHRITT VOM WEGE
D 1939, s/w, 101 Min.
Regie: Gustaf Gründgens
Darsteller: Marianne Hoppe (Effi Briest), Karl Ludwig Diehl (Baron von Instetten), Paul Hartmann (Major v. Crampas) u.a.
Hier also eine weitere, sehr frühe Verfilmung des Fontane-Romans "Effi Briest". "Eine solide inszenierte Vorkriegsversion, die statt des gesellschaftlichen Hintergrunds die emotionale Unmittelbarkeit der Darstellung betont." (filmdienst) Der Film gilt als Gründgens berühmteste und ambitionierteste Kinoinszenierung. (läuft nur am 28. 11. um 18 Uhr - bitte Plätze vorbestellen!!)

DEUTSCHSTUNDE
BRD 2018, Farbe, 125 Min., Regie: Christian Schwochow, Darsteller: Ulrich Noethen, Tobias Moretti u.a.
"Werkgetreue Adaption von Siegfried Lenz' Bestseller. Während des Zweiten Weltkriegs ist ein elfjähriger Junge hin- und hergerissen zwischen seinem gestrengen Vater und einem weltoffenen Maler, den die Nazis mit einem Arbeitsverbot belegen. Schwochow erzählt das in schweren, erdrückenden Bildern, aus denen jegliches Licht entwichen scheint." (epdFilm) (läuft vom 28. 11. bis 4. 12. jeweils um 20.15 Uhr)

TEL AVIV ON FIRE
Luxemburg/Belgien/Israel/Frankreich 2018, Farbe, 101 Min., dt. Fassung
Regie: Sameh Zoabi, Darsteller: Kais Nashef, Yaniv Bitton u.a.
Eine kluge schwarze Komödie über den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Als Mediensatire ebenso überzeugend wie als Komödie: der Nahostkonflikt vor dem Hintergrund einer schnulzigen Seifenoper, die am Vorabend des Sechstagekriegs 1967 spielt. Im Mittelpunkt steht ein liebenswert tollpatschiger Drehbuchautor, der zwischen die Fronten gerät. Hier geht es richtig ab: Die Story hat Biss und viel Humor, die Handlung ist voller Überraschungen ... (läuft vom 28. 11. bis 4. 12. jeweils um 18 Uhr)

kino 2

"theater & film"
EFFI BRIEST
BRD 2008, Farbe, 118 Min., Regie: Hermine Huntgeburth, Darsteller: Julian Jentsch, Sebastian Koch u.a.
Fontanes Roman in einer zeitgemäßen Interpretation als moderne Emanzipationsgeschichte. Überzeugend vor allem das nuancierte Spiel der Hauptdarstellerin im Reigen weiterer konsequent geführter Frauenfiguren. Ein stimmungsvoller, reich ausgestatteter und sehr detailfreudiger Kostümfilm. "Ein mitreißendes Drama" (Der Spiegel) (läuft am 31. 10. und 1. 11. jeweils um 20 Uhr)

"film & gespräch"
FACE_IT!
BRD 2019, Farbe, 80 Min.
Regie: Gerd Conradt
Wem gehört unser Gesicht? "Der Regisseur diskutiert mit Protagonisten aus Kunst, Politik und Wissenschaft die zweifelhaften Methoden der digitalen Gesichtserkennung. Ein Gedanken anregender, kritischer und politisch wichtiger Film ..." (epdFilm) (Gerd Conradt stellt seinen Film am 7. 11. um 20 Uhr persönlich vor!)

"30 Jahre Wende"
DIE MAUER
DDR 1990, 99 Min.
Regie: Jürgen Böttcher
Eine filmische Meditation über die Zeit gegen Jahresende 1989/90, als die Grenzen zwischen Berlin-Ost und -West geöffnet waren, die Mauer jedoch noch stand. Dabei gelangen ihm u.a. erregende Aufnahmen stillgelegter unterirdischer Bahnhöfe und metaphorische Bilder vom Auseinanderbrechen des "antifaschistischen Schutzwalls". (läuft am 8. und 9. 11. jeweils um 20 Uhr)

"30 Jahre Wende"
KONZERT IM FREIEN
BRD 2001, Farbe, 88 Min., Regie: Jürgen Böttcher, Musik: Günther "Baby" Sommer und Dietmar Diesner
Ein Jahrzehnt nach seinem letzten Film "Die Mauer" lädt der Maler und Regisseur Jürgen Böttcher zu einem filmischen Postskriptum zu seinem Leben und Werk ein. Der Film basiert auf bis dahin unveröffentlichtem 35-mm-Material, das in den frühen 80er Jahren für die DEFA gedreht wurde und den Bau des Marx-Engels-Denkmalskomplexes in Ostberlin verfolgt. (läuft nur am 14. 11. um 20 Uhr)

"30 Jahre Wende"
BERLIN, BAHNHOF FRIEDRICHSTRAßE, 1990
BRD 1990, Farbe, 85 Min.
Regie: Lilly Grote u.a.
Um- und Ausbau der Grenzanlagen im Berliner Bahnhof Friedrichstraße im Jahr 1990. Menschen, die ihren Arbeitsplatz, ihre Berufsperspektiven eigenhändig abbauen müssen, wissend, daß sie im nächsten Monat arbeitslos sein werden und einer völlig ungewissen Zukunft entgegengehen. (Die Regisseurin Lilly Grote ist am 15. 11. um 20 Uhr zum Gespräch im Kino.)

"30 Jahre Wende" - "film & gespräch" - Abschlußveranstaltung
WEGE IN DIE NACHT
BRD 1999, s/w, 98 Min.
Regie: Andreas Kleinert
Darsteller: Hilmar Thate u.a.
Der ehem. Direktor eines Kombinats in der DDR findet sich auch Jahre nach der Wende noch nicht zurecht. Um seinem Dasein als Arbeitsloser einen Sinn zu geben, patroulliert er mit zwei Jugendlichen als eine Art privater Sicherheitsdienst durch die Berliner U-Bahn.
(läuft am 22. und 23. 11. um 20 Uhr: Der Regisseur, Professor Andreas Kleinert, ist am 22. 11. zum Filmgespräch im Kino!)

"Jüdische Lebenswelten im DEFA-Film"
LEBENDE WARE
DDR 1966, s/w, 97 Min., Regie: Wolfgang Luderer, Darsteller: Horst Schulze, Hannjo Hasse u.a.
1944 wird SS-Sturmbannführer Kurt Becher nach Budapest versetzt. Angesichts der von Deportation bedrohten ungarischen Juden ersinnt er einen teuflischen Plan: Entweder überschreiben ihm die Juden Besitz und Vermögen, oder er lässt sie sofort verschleppen. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten. Zum Zeitpunkt des Drehs lebte der reale Becher als reicher Geschäftsmann unbehelligt in Bremen. (läuft am 28. und 30. 11. jeweils um 20 Uhr)

"Zur Weltklimakonferenz"
GUARDIANS OF THE EARTH
Österreich/BRD 2019, Farbe, 89 Min.
Regie: Filip Antoni Malinowski
Der Klimawandel: Dürren, Überschwemmungen und Waldbrände nehmen merklich zu. Auf der Weltklimakonferenz 2015 in Paris rangen die Delegierten elf Tage lang um eine gemeinsame Erklärung zur Begrenzung der globalen Erwärmung. Der hochspannende Dokumentarfilm begleitet einige Abgesandte aus Regionen, die schon jetzt von sich häufenden Naturkatastrophen betroffen sind, und die deshalb gegen den Widerstand der Industrienationen eine Marge von höchstens 1,5 Grad durchsetzen wollen. Jetzt, 4 Jahre später, werden weltweit Hunderttausende Menschen dagegen demonstrieren, daß nichts passiert ist. (läuft nur am 29. 11. um 20 Uhr)