?fabrik.intro (Juli)
Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
den 544-Seiten starken Familienroman von Eugen Ruge "In Zeiten des abnehmenden Lichts", der die Geschichte der DDR anhand des Schicksals einer Familie erzählt, wird nicht jeder von Ihnen kennen. Wolfgang Kohlhaase, der einer der wichtigsten Drehbuchautoren der DDR war und bis in die heutige Zeit ein viel beschäftigter Autor geblieben ist, hat sich dieses Stoffs angenommen, und daraus ist der Film "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Matti Geschonneck geworden. Eugen Ruge sagt dazu: "Das Buch ist nicht verfilmt worden. Wolfgang Kohlhaase hat in seiner typisch genialischen Weise aus den 52 Jahren Romanhandlung einen Tag herausgepickt." Aber dieser eine Tag in diesem 100-Minuten-Film hat es in sich! Wolfgang Kohlhaase kommt am 13. Juli höchstselbst zu uns ins Kino und wird mit uns über diesen Film sprechen. Um uns auf die Geschichte des Films, die untergehende DDR, einzustimmen, zeigen wir vom 6. bis 8. 7. einen früheren Film von Matti Geschonneck: "Boxhagener Platz" (BRD 2008).
In der DEFA-Werkschau "Eberhard Esche/Rolf Ludwig" sehen wir diesen Monat einen Film von Egon Günther: "Der Dritte" (DDR 1971), ein kritischer Beitrag zur Diskussion über die Situation der Frau in der sozialistischen Gesellschaft.
In der "Filmreihe Vielfalt und Toleranz" wiederholen wir den Film "Almanya - Willkommen in Deutschland", der die "alltagstaugliche Lebbarkeit einer multikulturellen Identität feiert." (filmdienst) In der Reihe "Kino verbindet" zeigen wir am 26. Juli um 18 Uhr den Film "Monsieur Claude und seine Töchter", der mit seinem radikalen Witz und schonungslosen Provokationen heiteres und buntes Komödienkino aus Frankreich darstellt und laden Sie anschließend zum interkulturellen Gespräch ein.
Noch bis zum 16. Juli können Sie in unserer Galerie die Werke von Bernhard Schrock (Malerei und Zeichnung) besichtigen und am 21. Juli um 19.30 Uhr laden wir Sie herzlich ein zur Vernissage der Ausstellung "Nah an den Dingen - Durch den Kupferstich zum Bild" von Heribert Bücking. Der Künstler wird anwesend sein und zu seinen Bildern Auskunft geben.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen in unserem Kulturzentrum!
Ihr fabrik.team

kino 1

JAHRHUNDERTFRAUEN
USA 2016, Farbe, 119 Min., dt. Fassung
Regie: Mike Mills, Darsteller: Annete Bening, Greta Gerwig uva.
Kalifornien, Ende der 70er Jahre - eine wilde, inspirierende Zeit der kulturellen Umbrüche, Freiheit liegt in der Luft. Dorothea, eine energische und selbstbewusste Frau Mitte 50, erzieht ihren Sohn ohne den Vater, holt sich aber Unterstützung von zwei jungen Frauen. So verschieden sie sind, alle vier stehen füreinander ein und es gelingt ihnen, eine Bindung für das ganze Leben zu schaffen. "Starke, unvergessliche Frauenfiguren, mit Liebe und schlauem Witz gezeichnet und wunderbar gespielt." (BRIGITTE) (läuft 29. 6. bis 5. 7. jew. um 20.15 Uhr)

HAPPY BURNOUT
BRD 2017, Farbe, 102 Min., Regie: Michael Eckelt, Darsteller: Wotan Wilke, Anke Engelke u.a.
"Ein sorg- und gedankenlos in den Tag lebender Langzeitarbeitsloser mit Punk-Attitüde kann sich nicht länger dem 'System' verweigern, als ihn seine Sachbearbeiterin mit der Diagnose 'Burnout' zur Therapie verdonnert. In einer Klinik begegnet er einigen wirklich psychisch Kranken, die dringend der Heilung, aber auch seiner Zuneigung und Freundschaft bedürfen. Sanft-dramatische Komödie, die mit guten Darstellern und inszenatorisch leichter Hand um Themen wie Lebensangst und Daseinsflucht kreist, wobei sie, ohne allzu tief zu loten, aber sympathisch-skurril an mehr Verständnis sowie an Mit- und Selbstwertgefühl appelliert." (filmdienst) (läuft vom 6. bis 12. 7. jeweils um 20.15 Uhr)

film & gespräch
IN ZEITEN DES
ABNEHMENDEN LICHTS

BRD 2017, Farbe, 101 Min., Regie: Matti Geschonneck, Buch: Wolfgang Kohlhaase nach dem gleichnamigen Roman von Eugen Ruge, Darsteller: Bruno Ganz, Hildegard Schmahl, Alexander Fehling, Sylvester Groth u.a.
Frühherbst 1989 in Ostberlin: Familie Powileit feiert den 90. Geburtstag von Urgroßvater Wilhelm, einem Ex-Widerstandskämpfer, Exil-Heimkehrer und unverbesserlichen Stalinisten. Zur Feier, die seine Frau Charlotte ausrichtet, halten Nachbarn und Honoratioren Reden, als wäre in der Welt draußen noch alles beim Alten. Nur einer fehlt: Enkel Sascha. Noch ahnt niemand, das der kurz zuvor in den Westen abgehauen ist - und dass nach dem Fest nichts mehr so sein wird, wie es war. (läuft vom 13. bis 18. 7.: am 13. 7. um 19.30 Uhr mit einem Filmgespräch mit dem Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase und vom 14. bis 18. 7. jeweils um 20.15 Uhr)

Die Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern "DIE LINKE" läd
ein zu einer Veranstaltung "
film & gespräch" zum Film
DIE WIDERSTÄNDIGEN -"ALSO MACHEN WIR DAS WEITER …"
BRD 2014, Farbe, 97 Min.
Regie: Katrin Seybold, Ula Stöckl
Nach der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl führten der Student Hans Conrad Leipelt und einige Kommilitonen deren Kampf gegen den Faschismus fort, indem sie die Flugblätter der Weißen Rose vervielfältigten und verteilten. 14 Zeitzeugen, Mitstreiter und Angehörige erinnern sich in langen, sehr spannenden Interviews an die damalige Zeit. "Das ist 'oral history' im besten Sinn, ein historisches Dokument, das den Verhörprotokollen der Gestapo - der neben den Flugblättern einzig schriftlichen Dokumentation der damaligen Ereignisse um die Weiße Rose - nicht das letzte Wort lässt." (epdFilm) "Die Aussagen der Zeitzeugen sind ein bleibendes Zeugnis ziviler Courage!" (Ula Stöckl)
- läuft nur am 19. Juli um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei - Die anschließende Gesprächsrunde wird moderiert von Nico Burmeister (Landessprecher der VVN-BdA in M-V) - Ula Stöckl ist anwesend!

THE DINNER
USA 2017, Farbe, 121 Min., Regie: Oren Moveman, Darsteller: Richard Gere, Laura Linney u.a.
"Zwei gut situierte Brüder und ihre Ehefrauen treffen sich in einem Nobelrestaurant, um über ein heikles Thema zu diskutieren: Die Söhne beider Paare haben ein Verbrechen begangen, nun müssen die Eltern entscheiden, ob sich die Jungen der Polizei stellen sollen oder ob alles vertuscht werden soll. Die Verfilmung des niederländischen Romans 'Angerichtet' von Herman Koch pendelt zwischen Restaurant-Szenen und Rückblenden und breiten den moralischen Konflikt vielschichtig zwischen Satire und Drama aus. Dabei überträgt die Inszenierung den Stoff auf US-amerikanische Verhältnisse und deutet ihn als Abgesang auf die liberale Elite des Landes." (filmdienst) (läuft vom 20. bis 26. 7. jeweils um 20.15 Uhr)

"Filmreihe Kino verbindet"
"film & gespräch"
MONSIEUR CLAUDE
UND SEINE TÖCHTER

Frankreich 2014, Farbe, 97 Min., Regie: Philippe de Chauveron, Darsteller: Christian Clavier, Chantal Lauby u.a.
Nachdem bereits drei ihrer Töchter Männer mit Migrationshintergrund bzw. unterschiedlicher Religion geheiratet haben, wünscht sich ein konservatives Ehepaar für die Jüngste sehnlichst einen Katholiken. Den bekommt es auch, allerdings stammt der von der Elfenbeinküste und bringt zur Hochzeit seinen afrikanischen Clan mit. Heiteres und buntes Komödienkino aus Frankreich …" (läuft nur am 26. Juli um 18 Uhr im Kino 1 und anschl. Gespräch im Kino 2)

DAS ENDE IST ERST
DER ANFANG

Belgien/Frankreich 1015, Farbe, 97 Min.
Regie: Bouli Lanners, Darsteller: Albert Dopontel, Bouli Lanners, Suzanne Clement u.a.
"Zwei gealterte Rocker sollen für ihren Boss ein Handy wiederbeschaffen, das ein junges Streuner-Paar mitgehen ließ. Dabei treffen sie in einer unwirtlichen Gegend auf feindselige Provinzler, werden aber durch unerwartete Begegnungen auch auf neue Bahnen gelenkt. Eine brillant inszenierte, von warmherzig gezeichneten Figuren lebende Tragikomödie, die souverän Road Movie und Western zitiert und mühelos den Bogen zwischen schwarzem Humor und existenziellem Drama schlägt. Zugleich plädiert der Film unaufdringlich für die Notwendigkeit gegenseitiger Anteilnahme." (filmdienst) (läuft vom 27. 7. bis 2. 8. jeweils um 20.15 Uhr)

 

kino 2

OUAGA SAGA
Burkina Faso/Frankreich 2004, Farbe, 85 Min., OmU, Regie: Dani Kouyaté
D: Amido Bonsa, Sébastien Bélem u.a.
So märchenhaft der Film erscheint, der Regisseur verweist doch auf die Realität: Mit Witz und Ironie macht er auf gesellschaftliche Eigenarten aufmerksam. "Ouaga Saga" ist eine Hommage ans Kino. Es spielt als Treffpunkt eine Rolle, und Kouyaté spielt mit diversen Genres, untermalt durch mitreißende afrikanische Musik und Westernsoundtrack.
(läuft am 29. 6. um 20 Uhr, am 30. 6. um 21 Uhr und am 2. 7. um 20 Uhr)

BOXHAGENER PLATZ
BRD 2009, Farbe, 102 Min., Regie: Matti Geschonneck, Darsteller: Gudrun Ritter, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel, Meret Becker, Horst Krause uva.
"Rund um den Boxhagener Platz in Ostberlin entfaltet sich ein Panorama kleinbürgerlicher Existenzen im Jahr 1968: Während im Westen die Jugendrevolte tobt, arrangieren sich hier Altnazis wie linke Idealisten, Kritiker wie Mitläufer mit dem DDR-Regime. Im Mittelpunkt stehen eine resolute Großmutter, Familienverstrickungen und ein rätselhafter Mord. Der vorzüglich gespielte 'Heimatfilm' lässt das damalige Lebensgefühl lebendig werden ..." (filmdienst) Der Film ist sicher (emotional klimatisch) eine schöne Vorbereitung auf den nächsten Film von Matti Geschonneck "In Zeiten abnehmenden Lichts", den wir ab dem 13. 7. im fabrik.kino 1 zeigen, und in dem es um die untergehende DDR im Jahr 1989 geht. (läuft 6. bis 8. 7. jeweils um 20 Uhr)

Filmreihe Vielfalt und Toleranz
ALMANYA - WILLKOMMEN IN
DEUTSCHLAND

BRD 2010, Farbe, 101 Min., Regie: Yasemin Samdereli, Darsteller: Vedat Erincin, Fahri Yardim u.a.
"Als der kleine Enkel türkischer Einwanderer nachfragt, ob er und seine in Deutschland lebende Familie denn nun türkisch oder deutsch seien, wird dies für den vielköpfigen Clan zum Anlass, seine Familiengeschichte aufleben zu lassen. Einfallsreiche, mit vielen Rückblenden und surrealen Exkursen jonglierende Komödie, die die alltagstaugliche Lebbarkeit einer multikulturellen Identität feiert." (filmdienst)
(läuft am 14. und 15. 7. jew. um 20 Uhr)

SOMMER IN ORANGE
BRD 2011, Farbe, 110 Min., Regie: Marcus H. Rosenmüller, Darsteller: Petra Schmidt-Schaller, Amber Bongard "Eine Berliner Wohngemeinschaft aus Sannyasin-Anhängern verschlägt es ins ländliche Bayern, wo sie aus dem ererbten Hof eines ihrer Mitglieder ein Therapiezentrum machen will. Die 'Ureinwohner' zeigen sich von den erleuch- tungssehnsüchtigen neuen Nachbarn nachhaltig irritiert. Das Kaleidoskop an Episoden und Konflikten stellt die Indien-begeisterten Sinnsucher ebenso wie die bayerischen Provinzler mit mildem Spott dar …" (filmdienst) (läuft am 20. und 22. 7. jeweils um 20 Uhr

DEFA-Werkschau
"Eberhard Esche/Rolf Ludwig"
DER DRITTE
DDR 1971, 110 Min., Regie: Egon Günther nach der Erzählung "Unter den Bäumen regnet es zweimal" von Eberhard Panitz, Darsteller: Jutta Hoffmann, Rolf Ludwig, Armin Mueller-Stahl u.a.
"Die 35jährige Mathematikerin, Mutter zweir Kinder, sucht nach zwei gescheiterten Verbindungen zum dritten Mal ihr Glück in einer Ehe. Ein stimmiger, mit leisem Humor erfüllter, kritischer DEFA-Beitrag zur Diskussion über die Situation der Frau und die Notwendigkeit weiblicher Emanzipation. Der Realitätsbezug von Günthers Film ist erheblich stärker als der seiner Buchvorlage." (lexikon des intern. films) (läuft nur am 21. 7. um 20 Uhr)

Reihe Künstlerporträts
HIERONYMUS BOSCH -
GARTEN DER LÜSTE

Spanien/Frankreich 2016, Farbe, 86 Min., Regie: José Luis López-Linares
Der niederländische Maler Hieronymus Bosch gehört zu den visionärsten Künstlern aller Zeiten. Seine weltberühmten fantastischen Bilder wie „Der Garten der Lüste“ entwerfen eine surreale Vision von Himmel und Hölle und geben dem Betrachter bis heute Rätsel auf. Der Dokumentarfilm widmet sich dem Leben und Werk des bedeutenden Malers. Hieronymus Bosch, der 1450 geboren wurde, wirkte zur Zeit der Renaissance. Damals wurde die Kunst der griechischen und römischen Antike wiederentdeckt und der Stil einer möglichst naturnahen Darstellung populär. Hieronymus Boschs Bilder zeigen einerseits die detaillierte Darstellung von Mensch und Natur und zeichnen sich anderseits durch fantastische Welten, Fabelwesen und eine dichte Symbolik aus. Der Filmemacher nimmt in seinem Film nicht nur die berühmten Kunstwerke unter die Lupe, sondern geht auch der Frage nach, welcher Mensch Hieronymus Bosch war? Welche Einflüsse sind in seiner Kunst zu finden? Und wie hat sein Werk andere Künstler im Laufe der Jahrhunderte beeinflusst? (läuft 27. bis 29. 7. jeweils um 20 Uhr)