fabrik.intro (April)
Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
alle Filme unseres 20.15-Uhr-April-Programms erhielten in den letzten Wochen die höchsten Auszeichnungen: "Neruda" (Golden Globe, bester fremdsprachiger Film), "The Salesman" (Oscar, bester fremdsprachiger Film), "Moonlight" (Oscar, bester Film) "Elle": (Isabelle Huppert war für den Oscar hochgehandelt und hätte ihn hochverdient, dafür aber hat sie den Golden Globe und und den César als beste Hauptdarstellerin gewonnen), und last but not least "Die andere Seite der Hoffnung" von Aki Kaurismäki ("Silberner Bär für die berste Regie" auf der diesjährigen Berlinale). Wir präsentieren also im April das aktuell Beste, was die internationale Filmkunst zu bieten hat aus den Filmländern Chile/Argentinien, Iran, USA, Frankreich und Finnland. Deutschland war mit "Toni Erdmann" sehr weit gekommen, nominiert für Golden Globe und Oscar und ist jetzt für den Deutschen Filmpreis 6fach nominiert und favorisiert - wie auch "No Land's Song" in die Auswahl für den Deutschen Filmpreis gekommen ist. Zu letzterem gratulieren wir ausdrücklich dem Regisseur Ayat Najafi, der schon am 4. April bei uns im Rahmen des "Interreligiösen Dialogs" zu Gast sein wird! Es hilft also nix: Diesen Monat müssen Sie mindestens 1 x in der Woche ins
fabrik.kino gehen, wenn Sie über das Beste vom Besten in Sachen Weltkino informiert sein möchten.
Zusätzlich sind da noch die High-Lights, die wir in der 18-Uhr-Schiene bieten: Gleich zu Anfang des Monats in einer Matinee eine Preview vor dem Bundesstart mit dem Film "Neben den Gleisen" von Dieter Schumann. Der Regisseur ist schon am Sonntag, 2. 4. um 11 Uhr bei uns im Kino! Danach begrüßen wir Sie gerne auch zum Mittagstisch in der
fabrik.kneipe (bitte Tisch reservieren!), und zum italienischen Menü sind Sie dann vom 20. bis 25. 4. eingeladen zu dem Film "Nicht dran denken", der übrigens 2007 den Preis der italienischen Filmkritik und 2008 auf den Bozener Filmtagen als "Bester Film" ausgezeichnet wurde.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen anregende Stunden in unserem Kulturzentrum!
Ihr fabrik.team

 

kino 1

NERUDA
Chile/Argentinien/Frankreich/Spanien 2016, Farbe, 107 Min., Regie: Pablo Larrain ("Jackie"), Darsteller: Gael Garcia Bernal, Luis Gnecco, Alfredo Castro, Mercedes Morán
Mit seinem teilweise fiktiven Biopic, einem bildgewaltigen Vexierspiel, feiert Larrain den chilenischen Dichter Pablo Neruda, dessen großbürgerlichen Eskapaden er neue Seiten abgewinnt. Eine geniale Kombination aus Leben, Legende, Poesie und Mythos … Ein dichtes, meisterhaft umgesetztes Kinostück!
(läuft vom 30. 3. bis 5. 4. jeweils um 20.15 Uhr)

Preview vor dem Bundesstart
am 2. 4. um 11 Uhr:
Der Regisseur ist zum Gespräch im Kino!
NEBEN DEN GLEISEN
BRD 2016, Farbe, 85 Min.
Regie: Dieter Schumann
Mitten auf dem Bahnhofsvorplatz von Boizenburg steht ein in die Jahre gekommener Kiosk, der von 5 bis 22 Uhr geöffnet ist. Er dient als Stammkneipe für Schichtarbeiter aus den Schlachthöfen, Arbeitslose, Taxifahrer und Rentner. Im Laufe des Jahres kommen Tausende Flüchtlinge hier vorbei, die ins nahe gelegene Erstaufnahmelager wollen. Der Film eröffnet wahrhaftige Einblicke in das Leben von Menschen, die offen und direkt über ihren Frust, aber auch über ihre Sehnsüchte und Hoffnungen reden. "Lobende Erwähnung" der Jury auf dem internationalen Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig. (läuft am Di 2. 4. um 11 Uhr mit anschl. Gespräch und vom 6. bis 12. 4. jeweils um 18 Uhr)

THE SALESMAN
Iran/Frankreich 2015, Farbe, 123 Min., dt. Fassung, Regie: Asghar Farhadi
Das von subtilen Metaphern durchwebte Beziehungsdrama reflektiert die Probleme eines gebildeten Paares aus dem iranischen Mittelstand. "Ein Ehekrimi von großer emotionaler Wucht - auf alle Fälle sehenswert." (ZDF) (läuft vom 6. bis 12. 4. jeweils um 20.15 Uhr)

Wegen der grossen Nachfrage nochmal
DER JUNGE KARL MARX

Frankreich/BRD/Belgien 2016, Farbe, 118 Min., Regie: Raoul Peck
Darsteller: August Diehl, Stefan Konarske, Vicky Krieps u.a.
Paris 1844: Der 26-jährige Karl Marx lebt mit seiner Frau Jenny im französischen Exil. Als Marx dort dem jungen Friedrich Engels vorgestellt wird, hat der notorisch bankrotte Familienvater für den Bourgeois nur Verachtung übrig. Doch Engels hat gerade über die Verelendung des englischen Proletariats geschrieben … Es ist der Beginn einer Freundschaft, die die Welt veränderte. (läuft vom 13. bis 19. 4. jew. um 18 Uhr)

MOONLIGHT
USA 2016, Farbe, 111 Min., dt. Fassung, Regie: Barry Jenkins, Darsteller: Trevante Thodes, Ashton Sanders u.a.
"Ein sensibler afroamerikanischer Junge wächst in Liberty City auf, einem 'Problembezirk' Miamis, wobei die Crack-Sucht seiner Mutter und die Schikanen von Gleichaltrigen, die ihn mobben, sein Leben überschatten. Ein Dealer nimmt sich seiner an und wird zum Vaterersatz, doch die demonstrative Männlichkeit, die er dem Jungen vorlebt, bringt weitere Konflikte. Der bildgewaltige, herausragend gespielte Film besticht durch seine Sensibilität gegenüber den Gefühlen der Figuren ebenso wie durch sein Gespür für ihre Lebenswelt, wobei er präzise Milieuschilderung mit dem Sinn für die Schönheit des Lebens verbindet." (filmdienst) "Moonlight" gewann den Oscar als bester Film. (läuft vom 13. bis 19. 4. jeweils um 20.15 Uhr)

"film & kulinarisches"
NICHT DRAN DENKEN
Italien 2007, Farbe, 104 Min., dt. Fassung, Regie: Gianni Zanasi, Darsteller: Valerio Mastandrea, Anita Caprioli u.a.
Ein Punkrock-Musiker Mitte 30 kehrt nach beruflichen wie privaten Tiefschlägen aus Rom in die norditalienische Provinz zu seiner Familie zurück. Dort erwarten ihn nach der liebevollen Aufnahme weitere Probleme, weil sein Bruder das Familienunternehmen auf den finanziellen Ruin zusteuert. Ebenso tiefgründige wie unterhaltsame Familienkomödie - ideal für den Beginn eines kulinarischen Abends. (läuft vom 20. - bis 25. 4. jeweils um 18 Uhr)

ELLE
Frankreich/BRD/Belgien 2016, Farbe, 126 Min., dt. Fassung, Regie: Paul Verhoeven, Darsteller: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte u.a.
"Eine von Isabelle Huppert grandios verkörperte, erfolgreiche Unternehmerin wird in ihrer Villa vergewaltigt und lässt sich daraufhin auf eine Affäre ein. Dabei verschwinden außer der Grenze zwischen Opfer und Täter auch die Genres. Der Thriller wird zur bitterbösen Gesellschaftssatire." (epdFilm) "'Elle' erzählt von einer Vergewaltigung, von Rache und Moral, von Macht und Unterwerfung - und das auf atemberaubende Weise." (Der Spiegel) (läuft vom 20. bis 26. 4. jeweils um 20.15 Uhr)

Filmreihe "Kino verbindet"
“film & gespräch"
DIE LETZTEN MÄNNER
VON ALEPPO
Dänemark 2016, Farbe, 110 Min., OmU, Regie: Feras Fayyad, Jteen Johannessen
Dokumentarfilm über zwei Syrer aus Aleppo, die als Mitglieder der Freiwilligenorganisation „White Helmets“ nach Überlebenden in den bombardierten Gebäuden der Stadt suchen oder Tote bergen. … selbstlose Helfer und ihr tragischer Einsatz angesichts von Tod und Zerstörung. (läuft nur am 26. 4. um 18 Uhr im Kino 1 und anschl. Gespräch im Kino 2)

"Filmreihe Vielfalt und Toleranz"
TOUR DE FRANCE
Frankreich 2016, Farbe, 95 Min., OmU
Regie: Raschid Djanidani
Darsteller: Gérard Depardieu, Sadek u.a.
Ein Rapper aus Paris muss für eine Weile untertauchen und verdingt sich als Fahrer eines kleinbürgerlichen Handwerkers mit rechtskonservativen Ansichten. Gemeinsam kutschieren sie auf den Spuren des Malers Claude Joseph Vernet durch Frankreich. Es entwickelt sich so etwas wie Respekt, und ihre Konflikte münden in ein Plädoyer für Toleranz und Neugier auf kulturell fremde Perspektiven. (filmdienst) (läuft vom 28. 4. bis 4. 5. jeweils um 18 Uhr)

"Filmreihe Vielfalt und Toleranz"
DIE ANDERE SEITE
DER HOFFNUNG

Finnland 2017, Farbe, 98 Min., dt. Fassung, Regie: Aki Kaurismäki, Darsteller: Sherwan Haji, Skari Kuosmanen u.a.
Khaled, ein junger Syrer, gelangt als blinder Passagier nach Helsinki und will dort Asyl beantragen. Als die finnischen Behörden seine Rückführung anordnen, beschließt er, illegal im Land zu bleiben. "Der richtige Film zu richtigen Zeit. Hier darf über all die Widrigkeiten des großen wie des kleinen Lebens tüchtig gelacht werden. Was für eine Befreiung." (taz)
(läuft vom 28. 4. bis 3. 5. jeweils um 20.15 Uhr)

 

kino 2

Interreligiöser Dialog - “film & gespräch”
NO LAND'S SONG - Ein einziges Konzert kann eine Revolution bedeuten
Iran/Frankreich/BRD 2014, Farbe, 95 Min., OmU, Regie: Ayat Najafi
Seit der Islamischen Revolution von 1979 ist es Frauen im Iran verboten, öffentlich Solo zu singen - zumindest vor einem männlichen Publikum. Die junge Komponistin Sara Najafi widersetzt sich der Zensur und den Tabus und ist fest entschlossen, in ihrer Heimatstadt Teheran ein offzizielles Konzert für weibliche Solosängerinnen zu organisieren. (läuft nur am 4. 4. um 19.30 Uhr mit anschl. Gespräch mit Pastor Feldkamp und dem Regisseur)

DEFA-Werkschau
"Eberhard Esche/Rolf Ludwig"
DAS ZWEITE LEBEN DES FRIEDRICH WILHELM GEORG PLATOW
DDR 1973, Farbe, 89 Min.
Regie: Siegfried Kühn
Darsteller: Fritz Marquardt, Gisela Hess, Lothar Warnecke, Eberhard Esche u.a.
"Ein 57jähriger Schrankenwärter gibt sich als sein 20 Jahre jüngerer Sohn aus, um an einem Qualifizierungslehrgang teilnehmen zu können. Er erbringt damit den Nachweis, dass der Mensch mehr ist und kann, als seine Akten über ihn aussagen. Eine satirische Komödie, die wegen ihrer kritischen Töne und der ungewöhnlichen Form beargwöhnt wurde und nur mit wenigen Kopien in die DDR-Kinos kam." (filmdienst)
(läuft nur am 7. 4. um 20 Uhr)

Reihe Künstlerporträts
ENJOY THE MUSIC -
DIE PIANISTIN EDITH KRAUS

Vom Wunderkind durch Theresienstadt nach Israel, BRD 2012, Farbe, 99 Min.
Regie: Wilhelm Rösing und Marita Barthel-Rösing
Der Film entfaltet das Leben einer Jahrhundertzeugin: Der Blick einer begnadeten Pianistin in die Weiten der eigenen Erinnerung. Eine respekt- und liebevolle Verbeugung vor einer großen Künstlerin, die im September 2014 hundertjährig gestorben ist. (läuft nur 8. 4. um 20 Uhr)

DIE GETRÄUMTEN
Österreich 2016, Farbe, 92 Min.
Regie: Ruth Beckermann
Darsteller: Anja Plaschg, Laurence Rupp
Der Briefwechsel zwischen den Lyrikern Ingeborg Bachmann und Paul Celan aus den Jahren 1948 bis 1967 wird zum Dokument einer komplizierten, heftig umkämpften Liebe und Freundschaft. (läuft am 14. und 15. 4. jeweils um 20 Uhr)

In Zusammenarbeit mit der evang. Kirchengemeinde "Filmreihe zum Reformationsjubiläum" - "film & gespräch"
DIE MÜHLE & DAS KREUZ
Schweden/Polen 2011, Farbe, 95 Min.
Regie: Lech Majewski, Darsteller: Rutger Hauer, Michael York, Charlotte Rampling
Dieser Spielfilm ist eine intelligente und betörend schöne Adaption des weltberühmten Brueghel-Gemäldes "Die Kreuztragung Christi", der es im buchstäblichen Sinne gelingt, das Bild zum Leben zu erwecken und uns seine komplexe Bildsprache und versteckte Bedeutungen zu enthüllen. "Eine inspirierende und verführerische Meditation über Geschichte, Religion und Kunst." ("The New York Times") (läuft nur am 20. 4. um 19.30 Uhr mit anschl. Gespräch mit Pastor Feldkamp aus Neustrelitz und Pastor Klaus-Dieter Kaiser, Direktor der evang. Akademie in Rostock)

LIKE SOMEONE IN LOVE
Frankreich/Japan 2012, Farbe, 109 Min., OmU, Regie: Abbas Kiarostami, Darsteller: Rin Takanashi, Tadashi Okuno
"Eine Studentin, ihr eifersüchtiger Freund und ein älterer Professor geraten in ein hintergründig inszeniertes Spiel mit falschen und zugeschriebenen Identitäten. In seinem ersten in Japan gedrehten Film erforscht der iranische Regisseur erneut die Kommunikations- dynamiken und schafft ein eindrucksvolles Werk mit visuellem Witz." (läuft am 21. und 22. 4. jeweils um 20 Uhr)

BOLSCHOI BABYLON
GB 2015, Farbe, 87 Min.
Regie: Nick Read
Skandal, Intrigen, Aufopferung, Schauspiel: Das berühmte Bolschoi-Theater in Moskau geriet 2013 in die Schlagzeilen, als sein künstlerischer Leiter Sergei Filin Opfer eines Säureattentats und bleibend entstellt wurde. Der Film nimmt das Ereignis zum Anlass, um das komplizierte Innenleben der russischen Kulturinstitution zu ergründen. "Ein Pflichtprogramm für Tanzliebhaber und empfehlenswert für alle, die ein gutes Drama schätzen." (The Daily Telegraph) (läuft am 28. und 29. 4. jeweils um 20 Uhr)