fabrik.intro (August)
Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
nachdem wir nun vor ausverkauftem Haus den Film "In Zeiten des abnehmenden Lichts" gezeigt haben - zu Gast war Wolfgang Kohlhaase, "einer der wichtigsten Drehbuchautoren der deutschen Filmgeschichte" (Wikipedia) - wünschen wir uns das auch für die kommenden Arthouse-Filme, die wir für Sie im Programm haben. Das reicht von dem belgischen Film "Das Ende ist erst der Anfang", ein lakonischer Antikrimi im Kaurismäki-Stil, der mit dem Preis der ökumenischen Jury auf der letzten Berlinale ausgezeichnet wurde, über "Der wunderbare Garten der Bella Brown", der gern mit "Die fabelhafte Welt der Amélie" verglichen wird, bis hin zu "Loving" (USA/GB) und "Ein Kuß von Beatrice" (Frankreich) mit der immer wieder überraschenden Catherine Deneuve in einer der Hauptrollen. Das sind viele gute Kinogeschichten von großer Vielfalt bei der Wahl der Themen wir auch in ihrer Machart.
Im Kino 2 halten wir dann noch weitere Leckerbissen für Sie bereit, z.B. den selten zu sehenden Film "Whiplash" oder - in unserer "Reihe Künstlerporträts" - "Botticelli Inferno" über dieses einzigartige Meisterwerk, das viele Jahrhunderte verschlossen in den Klimakammern des Vatikan verborgen aufbewahrt wurde und in diesem Film wortwörtlich das Licht der Welt erblickt. Wir sind sehr gespannt!
Zwei Kultfilme haben wir diesen Monat dann außerdem noch auf Lager: Einen aus der DDR von 1973: "Die Legende von Paul und Paula" von Heiner Carow und einen aus der BRD von 1992: "Wir können auch anders" von Detlev Buck in dem wir die Schauspieler Joachim Król, Horst Krause und Sophie Rois sehen können: Allerdings 25 Jahre jünger als heute.
Unsere Galerie steht täglich zu den Öffnungszeiten der Gaststätte für Sie bereit, und Sie können dort bis zum 27. August unter dem Titel "Nah an den Dingen - durch den Kupferstich zum Bild - " Werke von Heribert Bücking besichtigen.
In der Filmreihe "Kino verbindet" präsentieren wir Ihnen den Film "Lore", ein Flüchtlingsdrama zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit anschließendem Gespräch, und wir beginnen nach kurzer Sommerpause wieder mit der Lesereihe "Ein Jahrhundert wird besichtigt": Wilhelm Lömpcke liest am 26. 8. um 15.30 Uhr aus dem Buch "Doppelleben" von Antje Vollmer.
Das sind alles gute wetterfeste Angebote, und sie sind gut zu kombinieren mit einem Abend in unserer Gaststätte, die mit bekannt leckeren und abwechslungsreichen Speisen aus der Welt der biologischen Produkte auf Ihren Besuch wartet. Bitte Plätze reservieren!
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
Ihr fabrik.team

kino 1

DAS ENDE IST ERST
DER ANFANG

Belgien/Frankreich 1015, Farbe, 97 Min.
Regie: Bouli Lanners, Darsteller: Albert Dopontel, Bouli Lanners u.a.
"Zwei gealterte Rocker sollen für ihren Boss ein Handy wiederbeschaffen, das ein junges Streuner-Paar mitgehen ließ. Dabei treffen sie in einer unwirtlichen Gegend auf feindselige Provinzler, werden aber durch unerwartete Begegnungen auch auf neue Bahnen gelenkt. Das verfolgte Paar erhält derweil unverhoffte Hilfe, als ihm Jesus erscheint. Eine brillant inszenierte, von warmherzig gezeichneten Figuren lebende Tragikomödie, die souverän Road Movie und Western zitiert und mühelos den Bogen zwischen schwarzem Humor und existenziellem Drama schlägt. Zugleich plädiert der Film unaufdringlich für die Notwendigkeit gegenseitiger Anteilnahme." (filmdienst) (läuft vom 27. 7. bis 2. 8. jeweils um 20.15 Uhr)

DER WUNDERBARE GARTEN
DER BELLA BROWN

GB/USA 2016, Farbe, 92 Min., dt. Fassung, Regie: Simon Aboud, Darsteller: Jessica Brown Findlay, Tom Wilkonson Bella liebt die kleinen Dinge, die ihre Phantasie beflügeln, und träumt davon, Kinderbücher zu schreiben. Im echten Leben aber schätzt sie Ordnung über alles. Natur ist ihr ein Grauen, bedeutet für sie Willkür und Chaos. "Atmosphärisch an 'Die fabelhafte Welt der Amélie' erinnernd, erzählt dieses englische Filmmärchen von einer schrulligen jungen Frau und ihrem grantigen älteren Nachbarn. Der Film lässt konträre Lebensentwürfe aufeinanderprallen, beschwört aber schließlich eine besondere Freundschaft und die heilende Wirkung gezähmter Natur in der Stadt." (filmecho) "Eine märchenhafte Komödie über die Selbstfindung einer Einzelgängerin." (fd) (läuft vom 3. bis 9. 8. jeweils um 20.15 Uhr)

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung MV lädt ein
zum "film & gespräch"
EUROPA -
EIN KONTINENT ALS BEUTE

BRD 2016, Farbe, 78 Min.
Regie: Christoph Schuch
"Die Legitimationskrise der Europäischen Union entlarvt die Idee einer prinzipiellen Wertegemeinschaft zunehmend als Illusion, die reale Machtverhältnisse kaschieren soll. Das dokumentarische Essay zeichnet ein beklemmend dichtes Szenario über die fundamentale Krise der Demokratie." (filmdienst) (läuft nur am Di 8. 8. um 19 Uhr mit. anschl. Gespräch mit dem Theologen Jürgen Klute, Ex-Mitglied des EU-Parlaments)

SOMMERFEST
BRD 2017, Farbe, 92 Min., Regie: Sönke Wortmann, Darsteller: Lucas Gregorowicz, Anna Bederke u.a.
"Als sein Vater stirbt, kehrt ein etwa 40jähriger Schauspieler nach 15jähriger Abwesenheit aus München in seine Heimatstadt Bochum zurück. Während eines langen Wochenendes will er die Beerdigung organisieren, begegnet dann aber alten Freunden, Weggefährten und seiner attraktiven Jugendliebe und wird sich der Unzufriedenheit mit seinem bisherigen Leben bewusst. Teils melancholische, teils skurrile Komödie um eine Rückkehr zu den heimatlichen Wurzeln, die in ihren schönsten Momenten von der Verlorenheit und den Zweifeln des Protagonisten erzählt." (filmdienst) "Eine charmante Hommage an die Heimat. Nach der Vorlage des Erfolgromans von Frank Goosen gelingt Wörtmann ein sehr lässig erzählter Heimatfilm mit liebenswert ulkigen Figuren, reichlich Situationskomik sowie ziemlich cleverem Dialogwitz." (programmkino.de) (läuft vom 10. bis 16. 8. jeweils um 20.15 Uhr)

"Filmreihe Vielfalt und Toleranz"
LOVING
USA/GB 2016, Farbe, 124 Min., dt. Fassung, Regie: Jeff Nichols, Darsteller: Joel Edgerton, Ruth Negga u.a.
"Die Liebe von Mildred und Richard Loving verstieß 1958 gegen die Segregationsgesetze des US-Bundesstaats Virginia, die eine Ehe zwischen dem weißen Bauarbeiter und der afroamerikanischen 18jährigen verboten. Erst 1967 wurde ihre Verbindung mit der Aufhebung des Verbots so genannter Mischehen legalisiert. Das still in sich schwingende souverän und differenziert ausbalancierte Drama erzählt den realen 'Fall' nahe an den bekannten Fakten. Dabei schwebt über den von zwei grandiosen Hauptdarstellern getragenen Inszenierung stets die Zuversicht, dass sich die Dinge zum Besseren ändern." (filmdienst) Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung wird hier als intimes Drama spannend und ergreifend erzählt. (läuft vom 17. bis
23. 8. jeweils um 20.15 Uhr)

"Filmreihe Kino verbindet"
"film & gespräch"
LORE
BRD/Australien/Großbritannien 2012, Farbe, 109 Min., Regie: Cate Shortland, basierend auf dem Roman "Die dunkle Kammer" von Rachel Seiffert, Darsteller: Saskia Rosendahl, Nele Trebs, Eva-Maria Hagen u.a.
"Von seinen Eltern entsprechend der NS-Ideologie erzogen, muss ein 15jähriges Mädchen am Kriegsende ohne Vater und Mutter mit seinen jüngeren Geschwistern auf dem Weg zur Großmutter eine Odyssee durchs zerstörte Deutschland überstehen. Hilfe findet es ausgerechnet bei einem jüdischen Jungen. Für das Mädchen gilt es nicht nur zu überleben, sondern auch sein gesamtes Weltbild zu überdenken. Das eindringliche Porträt einer Heranwachsenden, deren Konfrontation mit der Wirklichkeit ihre Loslösung von einer menschenverachtenden Ideologie bewirkt." (filmdienst) "Ein atmosphärisch starker Film mit großartigen Darstellern!" (kultur-online) (läuft nur am 23. 8. um 18 Uhr im Kino 1 mit anschl. Gespräch im kino 2)

EIN KUSS VON BEATRICE
Frankreich 2017, Farbe, 117 Min.
Regie: Martin Provost
Darsteller: Catherine Frot, Catherin Deneuve, Olivier Gourmet u.a.
"Eine Hebamme, die ganz in ihrem Beruf aufgeht, lässt sich darauf ein, der früheren Geliebten ihres Vaters beizustehen, die nur noch wenige Monate zu leben hat. Der Umgang mit der mondänen Frau bewirkt, dass auch sie selbst mehr an ihr eigenes Glück zu denken wagt. Gelassen und mit leisem Humor erzähltes Drama um die Freundschaft zweier gegensätzlicher Frauen, sorgfältig in der Zeichnung der Sphären." (filmdienst) "Martin Provost präsentiert hier mit Catherine Frot als Hebamme und Catherine Deneuve als Lebenskünstlerin zwei Frauen, die sich wider Erwarten blendend verstehen." (epdFilm) "Ein freundlicher, das Leben feiernder Film." (Tagesspiegel) (läuft vom 24. bis 30. 8. jeweils um 20.15 Uhr)


kino 2

Wiederaufführung
WIR SIND DIE NEUEN
BRD 2014, Farbe, 92 Min., Regie: Ralf Westhoff, Darsteller: Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach, Michael Wittenborn, Claudia Eisinger u.a.
"Eine Frau und zwei Männer um die 60 ziehen 35 Jahre nach ihrer WG-Zeit erneut zusammen. Ihre kleine Zweckgemeinschaft kollidiert mit drei Studenten in der Wohnung über ihnen, die vom ständigen Leistungsdruck gestresst sind und zunächst aggressiv und ablehnend reagieren. Vorzüglich gespielte Komödie mit brillanten Dialogen …" (filmdienst) Zwei Wirklichkeiten prallen zusammen: Kollektiv trifft auf Karrieredenken und Tee auf Termindruck. Der Film zeigt, dass Jungsein früher und Jungsein heute zwei völlig verschiedne Dinge sind. "Ein wunderbar, warmherzig-witziger Film für Jungstudenten und alle schon etwas älteren Semester." (programmkino.de)
(läuft vom 3. bis 5. 8. jeweils um 20 Uhr)

WHIPLASH
USA 2014, Farbe, 107 Min., dt. Fassung Regie: Camien Chazelle, Darsteller: Miles Teller, J. K. Simmons u.a.
"Ein 19jähriger Schlagzeuger träumt von einer großen Karriere. Er schafft es auf ein elitäres Musik-Konservatorium, wo er von einem für seine rabiaten Lehrmethoden berüchtigten Dozenten entdeckt wird, der den Studenten demütigt und erniedrigt, um ihn angeblich zu Höchstleistungen anzuspornen. Ein fesselndes, psychologisch präzise erzähltes Drama über die Macht der Manipulation und die Frage, wie weit ein Musiker gehen darf, um zur absoluten Perfektion zu gelangen." (filmdienst) (läuft vom 10. bis 12. 8. jeweils um 20 Uhr)

"Reihe Künstlerporträts"
BOTTICELLI INFERNO
BRD/Italien 2016, Farbe, 97 Min.
Regie: Ralph Loop
Der Renaissance-Meister Sandro Botticelli fasziniert die Menschen bis heute. Eines seiner Werke - vielleicht sogar das wichtigste - war allerdings lange Zeit verschollen. Das Bild "Mappa del Inferno" bzw. "Höllentrichter" inspirierte Dan Brown zu einem Weltbestseller. Die Dokumentation „Botticellis Inferno“ widmet sich diesem einzigartigen Meisterwerk, das eine düstere Schreckensvision der Hölle entwirft. Dabei erfahren wir Details und Hintergründe zu Botticellis Kunst und Zeit und gehen auf eine spannende Reise nach Italien. Die Originalzeichnung lag viele Jahrhunderte verschlossen in den Klimakammern des Vatikan. Für diese Dokumentation haben sich nun die Tresore geöffnet. (läuft am 17. und 19. 8. jeweils um 20 Uhr)

DEFA-Werkschau
"Eberhard Esche/Rolf Ludwig"
DIE LEGENDE
VON PAUL UND PAULA

DDR 1973, Farbe, 105 Min.
Regie: Heiner Carow
Darsteller: Angelica Domröse, Winfried Glatzeder, Rolf Ludwig u.a.
"Für den Anspruch auf das Glück ihrer Liebe kämpfen zwei junge Menschen zäh und einfallsreich gegen individuelle Schwierigkeiten, gesellschaftliche Normen und Anpassungsideologien. Ein erfrischend unterhaltsamer und offener Film, der Traum und Wirklichkeit, Poesie und banale Alltagsrealität mischt und mit Spaß, Ironie und Ernst künstlerisch entfaltet. Der schauspielerisch beachtliche Film macht deutlich, dass den Menschen auch in der realsozialistischen Gesellschaft das Glück nicht von vornherein in die Wiege gelegt wird. Sowohl das emotionale als auch das kritische Potential des Films, nicht zuletzt sein Plädoyer für Individualität und die Kraft der Träume, sorgten in der DDR für einen anhaltenden Publikumserfolg." (filmdienst) (läuft nur am 18. 8. um 20 Uhr)

Der Kultfilm aus dem Nordosten
WIR KÖNNEN AUCH ANDERS
BRD 1992/93, Farbe, 92 Min.
Regie: Detlev Buck
Darsteller: Joachim Król, Horst Krause, Sophie Rois u.a.
Wer ihn noch nicht gesehen hat oder wer ihn immer wieder sehen will - hier eine erneute Chance. Kipp hat einen schwarzen Anzug, einen Sprachfehler und den unwiderstehlichen Charme eines Enthusiasten. Most hat seine Waldarbeiterkleidung, reichlich Skepsis und einen alten LKW. Der ist das Ticket ins gelobte Land. Irgendwo im Osten wartet ein Landgut, das ihnen die verstorbene Großmutter hinterließ. Die Reise wird beschwerlich, denn die Glücksritter sind Analphabeten, und Straßenschilder können nicht sprechen. Ein Film zum Totlachen - besonders für Nordost-Deutsche. (läuft vom 24. bis 26. 8. jeweils
um 20 Uhr)