fabrik.intro (Juli)

Liebe Freunde unseres Kulturzentrums,
vor genau zwei Jahren schrieben wir an dieser Stelle: "Die Entkultivierung von Neustrelitz hat begonnen." Da war die Entscheidung der Gesellschafter der "Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz" getroffen worden, unser Theater in das Staatstheaterkombinat Nord-Ost zu überführen. Viele Jahre lang haben wir dagegen protestiert, vier Jahre lang haben Theaterförderverein, TheaterNetzwerk.MSE und die Publikumsinitiative gegen diese unseelige, kulturell und auch ökonomisch völlig unvernünftige Konstruktion argumentiert und auf vielen Ebenen dagegen gearbeitet. Viele also haben sich für das Theater eingesetzt, nicht zuletzt die VertreterInnen der "Parteiunabhängigen Liste Strelitzer Bürgerinnen und Bürger" (PuLS), namentlich Frau Raemisch, und viel Zeit und Überzeugungsarbeit dafür eingesetzt. Es hat sich gelohnt!! Eine - auch gesellschafts- und bildungspolitische Fehlentscheidung wurde korrigiert, und die Eigenständigkeit unseres Theaters bleibt erhalten! Das ist auch mal ein demokratischer Erfolg!! Und ist wichtig für die Identität unserer Region!! So können wir weiter stolz sein, in einer Region zu leben, in der es seit 300 Jahren eine gewachsene Theaterstruktur gibt, die wir auch dringend brauchen als ein wirkungsvolles Gegengewicht gegen die derzeit rechtslastigen Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Nun gilt es, für die Zukunft "Transparenz in den Theaterentscheidungen" herzustellen. Das war die zentrale Forderung unserer KinobesucherInnen am 2. Mai in der Diskussion nach dem Film "Partisan". Die "Strelitzer Zeitung" titelte am 7. 5.: "Theaterfreunde wünschen sich Mitspracherecht". Denn die Entscheidung über die zukünftige Intendanz sowie Geschäftsführung und Operndirektion unseres Theaters ist wichtig für dessen Zukunft. Das ist die Lehre, die wir aus vielen Jahren intransparenter Entscheidungen gezogen haben. Bleiben wir wachsam!
Bei den vielfältigen Kulturveranstaltungen, die im Sommer in bunter und reichhaltiger Vielfalt in Neustrelitz und der umliegenden Region angeboten werden, halten wir uns mit unserem Programm etwas zurück und spielen im Juli und August nur eine Abendvorstellung im Kino 1 (20.15 Uhr) und donnerstags bis sonnabends im Kino 2 (20 Uhr).
Trotzdem gehen unsere Filmreihen weiter: In der "Reihe Künstlerporträts" präsentieren wir als "Besten Dokumentarfilm des Jahres" "Augenblicke: Gesichter einer Reise". Hier schauen wir der 90jährigen Regisseurin Agnés Varda und dem Streetartkünstler JR in einem vergnüglichen Roadmovie durch Frankreich bei der Arbeit zu (28. 6. bis 4. 7.) und "The happy Prince" führt uns in die Seelenwelten des irischen Schriftstellers Oscar Wilde (1854 - 1900) (12. bis 18. 7.).
Die "DEFA-Werkschau Ralf Kirsten" setzen wir fort mit "Eine Pyramide für mich" (DDR 1974), ein Film, den Günter Sobe in der "Berliner Zeitung" für "das respektabelste Werkt Ralf Kirstens" hält. Überzeugen Sie sich selbst (läuft am 19. und 21. 7.).
Und wie jedes Jahr im Sommer präsentieren wir Ihnen im Kino 2 zwei Kultfilme: "Wir können auch anders" (12 - 14. 7.) und "Karbid und Sauerampfer" (26. - 28. 7.).
So können wir Ihnen frohen Herzens wünschen: Genießen Sie den Sommer!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


kino 1

"Reihe Künstlerporträts"
AUGENBLICKE:
GESICHTER EINER REISE

Frankreich 2017, Farbe, 94 Min., dt. Fassung, Regie: Agnès Varda, JR
Die 90jährige Regie-Ikone Agnès Varda, die als eine der Schlüsselfiguren des modernen Films gilt, und der 33jährige französische Fotograf und Street-Art-Künstler JR, der als einer der innovativsten Vertreter der internationalen Gegenwartskunst gilt, machen sich mit ihrem Fotomobil auf, um Frankreichs Menschen und deren Geschichten zu entdecken und zu verewigen: In überlebensgroßen Porträts an Fassaden, Zügen und Containern, von der Provence bis zur Normandie. Landschaften verwandeln sich in Bühnen, Gesichter erzählen von vergessenen Geschichten und aus Blicken werden Begegnungen von Herzlichkeit und Humor. "Warmherzig, wundervoll und weise" (The Guardian) "Einfach unvergesslich" (The New York Times) Der Film wurde von fünf internationalen Fachzeitschriften zum "Besten Dokumentarfilm des Jahres" gekürt. (läuft vom 28. 6. bis 4. 7. jew. um 18 Uhr)

WER HAT EIGENTLICH
DIE LIEBE ERFUNDEN?

BRD/Schweiz 2018, Farbe, 93 Min.
Regie: Kerstin Polte, Darsteller: Corinna Harfouch, Karl Kranzkowski, Meret Becker u.a.
Charlotte will nach 37 Ehejahren das Leben noch einmal in vollen Zügen genießen und nimmt mit ihrer Enkelin Jo spontan Reißaus in Richtung Meer. Auf der Suche nach den beiden begeben sich auch ihr Ehemann Paul sowie Alex, die chaotische Mutter der Enkelin, auf eine außergewöhnliche Reise durch die norddeutsche Küstenlandschaft. Eine sehr warmherzige und sehr vergnügliche Komödie in einer hervorragenden Besetzung. Der fantasievolle Film verzaubert mit ungewöhnlichen Bildern und dem wunderbaren Ensemble um Corinna Harfouch und Meret Becker mit der Musik von Hannes Shaban Gwisdek, Meret Becker & Käptn Peng. (läuft vom 28. 6. bis 4. 7. jeweils um 20.15 Uhr)

MADAME AURORA UND
DER DUFT VON FRÜHLING

Frankreich 2017, Farbe, 89 Min., dt. Fassung, Regie: Blandine Lenoir
Darsteller: Agnès Jaoui, Thibault de Montalembert
"Eine alleinstehende Frau Anfang 50 verliert ihre Arbeit, wird vom Arbeitsamt gedemütigt und erfährt zudem, dass sie ihre älteste Tochter demnächst zur Großmutter macht. In dieser Phase der kompletten Umorientierung helfen ihr Vergleiche mit Freundinnen ebenso wenig wie eine neue Liebe, vielmehr muss sie sich grundsätzlich den Veränderungen in ihrem Leben stellen. Eine liebenswürdig-optimistische Komödie." (filmdienst) "Fein austarierte Tragkomödie über das Altern - mit der strahlenden Agnès Jaoui in der Hauptrolle, einer von Hitzewallungen, Jobverlust und Großmutterschaft gequälten Frau." (epdFilm) "Eine Wohlfühl-Komödie durchzogen von raffiniertem Witz." (programmkino.de) (läuft vom 5. bis 11. 7. jeweils um 20.15 Uhr)

“Reihe Künstlerpoträts”
THE HAPPY PRINCE
BRD/Belgien/GB/Italien 2018, Farbe, 105 Min., dt. Fassung, Regie: Rupert Everet
Darsteller: Rupert Everett, Colin Morgan Opulente Filmbiografie über die letzten Lebensjahre des irischen Schriftstellers Oscar Wilde (1854 - 1900), der im Zimmer einer billigen Absteige in Paris liegt: Sein Leben zieht an ihm vorüber, die Erinnerungen versetzen ihn in andere Zeiten und an andere Orte. War er wirklich einst der berühmteste Mann in London? Der Künstler, der von einer Gesellschaft gekreuzigt wurde, die ihn einst anhimmelte? So läßt er sein Leben Revue passieren: Von Dublin über Dieppe in der Normandie und über London nach Paris: Die Freiheit ist ein Trugbild, Oscar Wilde ein verarmter Vagabund immer ruhelos, von seinen alten Bekannten gemieden, doch bewundert von einer eigentümlichen Gruppe von Outlaws und Straßenkindern, denen er die alten Geschichten erzählt. Der Film ist ein Porträt der dunklen Seite eines Genies, das in den letzten Tagen des ausgehenden 19. Jahrhunderts für die Liebe lebte und starb. (läuft vom 12. bis 18. 7. jeweils um 20.15 Uhr)

MEINE TOCHTER - FIGLIA MIA
Italien/BRD/Schweiz, Farbe, 100 Min., dt. Fassung, Regie: Laura Bispuri
Darsteller: Valeria Golino, Alba Rohrwacher u.a.
Die schüchterne zehnjährige Vittoria wächst in einem vom Tourismus unberührten sardischen Dorf auf. Eines Tages trifft sie bei einem Rodeo die ungestüme Angelica, die so ganz anders als ihre fürsorgliche Mutter Tina ist. Vittoria ahnt nicht, dass die beiden Frauen ein Geheimnis verbindet. Als Angelica aus finanziellen Gründen bald das Dorf verlassen muss, bittet sie darum, Vittoria vor ihrem Weggehen treffen zu können. "Meine Tochter" ist die Geschichte eines Mädchens zwischen zwei Müttern, eine, die sie mit Liebe aufgezogen hat und ihre leibliche Mutter, die sie instinktiv für sich beansprucht. Die Geschichte einer unvollkommenen Mutterschaft, untrennbarer Bande, eines Kampfs mit überwältigenden Gefühlen und des Umgangs mit Wunden. "Ein dichtes, emotional aufwühlendes Drama, geprägt von drei Frauen ..." (programmkino.de) (läuft vom 19. bis 25. 7. jeweils um 20.15 Uhr)

AM STRAND
GB 2017, Farbe, 110 Min., dt. Fassung
Regie: Dominic Cooke nach dem Roman von Ian McEwan
Darsteller: Saoirse Ronan, Billy Howley, Emily Watson u.a.
Das Schwierigste am Heiraten ist die Hochzeitsnacht. Jedenfalls für das frisch vermählte Ehepaar Florence Ponting und Edward Mayhew, das 1962 am Strand von Chesil Beach im englischen Dorset seine Flitterwochen verbringen möchte. Die Gefühle der beiden füreinander sind groß und aufrichtig - doch die Erwartungen des jungen Paares an das einschneidende Ereignis könnten kaum unterschiedlicher sein. "Die Verfilmung von McEwans Roman bewegt durch die subtile Inszenierung, die vieldeutige Geschichte und vor allem die beiden grossartigen Hauptdarsteller." (epdFilm) „Ein lyrischer und hinreißender Film über verdrängte Leidenschaft – lustig, anmutig und herzzerreißend.“ (Variety) (26. 7. bis 1. 8. jeweils um 20.15 Uhr)

kino 2

"Werkschau missingFILMs-Verleih“
NOSELAND
Österreich 2012, Farbe, 85 Min.
Regie: Aleksey Igudesman
Darsteller: Julian Rachlin, John Malkovich und Roger Moore
"Höchst vergnüglich und unerhört lehrreich bringt der Filmemacher und Musiker Aleksey Igudesman Dokumentarisches und Fiktionales derart subversiv gegeneinander in Stellung, daß alles, was ist, gleichzeitig 'Lüge' und 'Wahrheit' ist. 'Noseland' dokumentiert einen kunstvoll-doppelbödigen filmischen 'Anschlag' auf ein Klassik-Festival im sommerlichen Dubrovnik, der alle Vorurteile gegen diese Musik und ihre Musiker gerade dadurch unterläuft, daß er sie forciert zu bestätigen versucht. Ein intellektueller Husarenstreich." (filmdienst) "'Noseland' ist eine humoristische Ode an die Welt der klassischen Musik und einige ihrer Stars. Obwohl es eine Dokumentation ist, verschwimmen darin die Grenzen zur Fiktion und Komödie." (Verleihinfo)
(läuft vom 5. bis 7. 7. jeweils um 20 Uhr)

"Kultfilm"
WIR KÖNNEN AUCH ANDERS
BRD 1992/93, Farbe, 92 Min.
Regie: Detlev Buck, Darsteller: Joachim Krol, Horst Krause, Sophie Rois u.a.
Wer ihn noch nicht gesehen hat oder wer ihn immer wieder sehen will - hier eine erneute Chance. Kipp hat einen schwarzen Anzug, einen Sprachfehler und den unwiderstehlichen Charme eines Enthusiasten. Most hat seine Waldarbeiterkleidung, reichlich Skepsis und einen alten LKW. Der ist das Ticket ins gelobte Land. Irgendwo im Osten wartet ein Landgut, das ihnen die verstorbene Großmutter hinterließ. Die Reise wird beschwerlich, denn die Glücksritter sind Analphabeten, und Straßenschilder können nicht sprechen. Ein Film zum Totlachen - besonders für Nordost-Deutsche. (läuft vom 12. bis 14. 7. und am 20. 7. jeweils um 20 Uhr)

"DEFA - Werkschau Ralf Kirsten"
EINE PYRAMIDE FÜR MICH
DDR 1974, Farbe, 102 Min.
Regie: Ralf Kirsten, Darsteller: Justus Fritzsche, Monika Hildebrand, Rolf Ludwig, Karin Gregorek u.a.
Prof. Dr. Paul Satie, Mitte vierzig, ein Spezialist für geologische und hydrologische Fragen, ist auf dem Weg zu einer wichtigen Konferenz, auf der er seinen Widerspruch zum Neubau eines Staudamms begründen will. Kurz vor dem Ziel, in Wolfsgrün, verlässt er die Bahn, um sich an seine Anfänge im beruflichen Leben zu erinnern, denn hier hatte er vor etwa zwanzig Jahren an dem ersten Staudamm mit gebaut, der jetzt zu klein geworden ist. Die Begegnung mit den Freunden von einst lässt die Vergangenheit wieder lebendig werden und führt zur kritischen Sicht und Wertung damaliger und heutiger Verhaltensweisen. Für Günter Sobe von der Berliner Zeitung war der Film, trotz mancher Einwände, das respektabelste Werk Ralf Kirstens. (läuft am 19. und 21. 7. jeweils um 20 Uhr)

“Kultfilm”
KARBID UND SAUERAMPFER
DDR 1963, s-w, 80 Min.
Regie: Frank Beyer, Darsteller: Erwin Geschonneck, Marita Böhme u.a.
"Ein Dresdner Arbeiter gerät nach dem Zweiten Weltkrieg bei dem Bemühen, das für die Wiedereröffnung einer Zigarettenfabrik dringend benötigte Karbid zu organisieren, in eine abenteuerliche Odyssee. Erster Versuch der DEFA, Lebensumstände und Alltagsschwierigkeiten unmittelbar nach Kriegsende aus heiterer Perspektive darzustellen. Das Ergebnis ist eine der besten deutschen Filmkomödien, die, auf einem mit Pointen gespickten Drehbuch beruhend, mit einem souverän-überzeugenden Hauptdarsteller aufwarten kann. Dabei wird bei aller komischen Forciertheit nie die soziale Genauigkeit aus den Augen verloren; für damalige Verhältnisse erfrischend freche politische Untertöne runden die vergnügliche Handlung ab." (filmdienst)
(läuft vom 26. bis 28. 7. jeweils um 20 Uhr)

 

 


fabrik.programmkino | fabrik.eintrittspreise | fabrik.galerie | fabrik.veranstaltungen | fabrik.partner
fabrik.öko-hotel/ferienhaus | fabrik.gästehaus | fabrik.tagungen/feiern | fabrik.gastronomie
fabrik.geschichte | fabrik.auszeichnungen | fabrik.impressum
| fabrik.datenschutz